DGUF Newsletter Nr. 138 vom 05.04.2026

Inhalt

1  DGUF-Nachrichten

1.1 Stellungnahme der DGUF zur geplanten Novellierung Denkmalschutzgesetz NRW 2026

1.2 DGUF-Jahrestagung 2026: "Zwischenbilanz Lineare Projekte: Chancen, Learnings, Verbesserungspotenziale" (Leipzig, 6.11.; CfP bis 15.6.)

1.3 DGUF-Session "Praktika im Archäologiestudium" im Rahmen der WSVA-Tagung (Bonn, 22.9.; CfP bis 31.5.)

1.4 Letzte Gelegenheit: DGUF-Umfrage zu Praktika im Archäologiestudium

1.5 Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: Rüdiger Kelm, Birte Meller und Ilian Finkeldey (Hrsg.): Prähistorischer Bronzeguss im Experiment: Erfahrungsberichte aus der Bronzewerkstatt im Steinzeitpark Dithmarschen

2  Tagungen und Veranstaltungen

2.1 Nachhaltigkeit in der Archäologie – Verantwortung für Daten, Funde und Wissen (Leipzig, 7.11.; CfP bis 19.4.)

2.2 "denkmal": Kostenlose Messestände für Bildungseinrichtungen und für Content Creator

2.3 Treffen der AG Werkzeuge & Waffen (Bonn, 21.-22.9.; CfP bis 15.5.)

3  Forschung

3.1 Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"

3.2 Aktuelle Ausgrabungen und Forschung in den Medien

3.3 Lebenserwartung im Frühen Mittelalter

3.4 Neue moustérienzeitliche Stätte bei Chavelot (Vogesen)

3.5 Dauerthema Kalkriese als Ort der Varusschlacht

3.6 Zur Funktion urgeschichtlicher Brunnen in Mitteleuropa

3.7 Spuren eines kreisrunden Gebäudes bei Carnac entdeckt

3.8 Rollingen (Luxemburg): große Merowingerzeit-Siedlung

3.9 Späte Neandertaler bilden genetisch sehr homogene Gruppe

4  Archäoinformatik

4.1 Aufruf zum Testen und Feedback: SeriARC

4.2 QGIS 4 "Norrköping" veröffentlicht

5  Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

5.1 NFDI4Objects: Sprechstunde zum Forschungsdatenmanagement der Humanities-Konsortien

6  Kulturgutschutz

6.1 Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien

6.2 Archäopark Vogelherd (Lkr. Heidenheim): Umnutzung als Kindergarten

6.3 Tu quoque, Saxonia? Über die sich andeutende Reorganisation der Denkmalpflege in Sachsen

6.4 Gestohlener Helm von Coțofenești wieder aufgetaucht

7  Beruf Archäologie

7.1 Geeignet ausgebildete Fachkräfte und praxistaugliche Regelungen der staatlichen Behörden

7.2 Zum Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Feldarchäologie

7.3 HTW Berlin: Sondierungsgespräch AK Fachfirmen / Grabungstechnik HTW Berlin

7.4 Humboldt-Universität schließt ca. 2035 Institut für Klassische Archäologie

7.5 Trends im akademischen Stellenmarkt Archäologie in den USA 2013-2023

7.6 Ethik in der archäologischen Praxis

8  Berufsverband

8.1 AG Arbeitnehmer bei CIfA Deutschland: Austausch und Beteiligung

9  Ausstellungen und Museen

9.1 Entsorgung von Sammlungsobjekten soll für Japans Museen möglich werden

10    Und sonst …

10.1       Landtagswahl in Baden-Württemberg: Sichtung der Wahlprogramme in Bezug auf Archäologie und Denkmalschutz

10.2       Eineinhalb Jahre, 23 Bände: "Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg"

10.3       PropylaeumNEWS - der neue Newsletter von Propylaeum

10.4       Neu: LEIZA Journal of Archaeology (LJA)

 

 

1         DGUF-Nachrichten

1.1         Stellungnahme der DGUF zur geplanten Novellierung Denkmalschutzgesetz NRW 2026

Ende Januar brachte NRW-Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach ihren Entwurf "Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung 2018" (Drs. 18/17474) in den Landtag ein. Im Huckepack zu Änderungen an der Landesbauordnung möchte sie gravierende Einschnitte am Denkmalschutzgesetz NRW vornehmen. Der für die Archäologie wichtigste Punkt ist, dass die denkmalrechtlichen Beauflagungen neu nicht mehr "im Benehmen" mit dem Fachamt erfolgen sollen, sondern "nach Anhörung". Kurz: das Fachamt kann Empfehlungen machen, die Untere Denkmalschutzbehörde (UD) kann diese ohne Begründung übergehen und abweichend entscheiden. Damit werden die Fachämter zu Archiven und Auskunftsstellen reduziert, die denkmalrechtlich wesentlichen Entscheidungen obliegen den UDs und damit politisch gesteuerten Einrichtungen, die häufig keine archäologische Fachexpertise haben. Alle Baudenkmäler in Landesbesitz werden außerdem aus dem Denkmalschutz herausgenommen, ohne Zutun der Fachämter (z. B. Schloss in Bonn, Schloss in Münster). Die neuen Bestimmungen im Gesetz führen dazu, dass die politisch gewollte "Verfahrensbeschleunigung" bei den Baugenehmigungen möglicherweise eintritt, bei der Archäologie jedoch anschließend im Bauvollzug durch den Rückfall in eine rein reaktive Bodendenkmalpflege konterkariert wird: Wird das Gesetz in vorliegender Fassung verabschiedet, ist die seit Jahrzehnen entwickelte und gewachsene "preventive archaeology" / pro-aktive Bodendenkmalpflege in NRW zu Ende, die frühzeitig im Planungsverlauf mit den Investoren kooperiert und eine planbare Archäologie bietet. Stattdessen wird es nun im Bauvollzug wieder gehäuft zu Archäologie-Überraschungen kommen, inkl. Meldepflicht, Baustellenstilllegung, spontaner Suche nach Fachfirmen usw., d. h. Chaos und tatsächlich Bauverzögerung. Das "Denkmalschutz-Bündnis NRW", in dem auch die DGUF seit langem und als einzige Archäologie-Organisation dauerhaft aktiv ist, sammelt und koordiniert die zahlreichen Proteste und Widerstände gegen das Gesetz. Inzwischen haben sich, insbesondere aus Westfalen, auch zahlreiche Kommunen dagegen ausgesprochen, dass ihre UDs neue Aufgaben zugewiesen bekommen, für die sie fachlich nicht qualifiziert sind. Die DGUF hat am 5.4. eine Stellungnahme an die Abgeordneten des Landtages von NRW abgesandt, in der sie fordert, die geplanten Änderungen am Landesbaugesetz von der Novellierung des DSchG zu entkoppeln und über den Denkmalschutz in NWR nochmals grundlegend zu beraten. Wir fordern außerdem Archäologie-Engagierte sowie Archäologie- und Denkmalschutz-Vereine dazu auf, auch ihrerseits zu protestieren, z. B. durch einen Brief an alle NRW-Landtagsabgeordneten. Wie das mit wenigen Klicks aufwandsarm möglich ist, findet sich auf DGUF.de.

Gesetzentwurf: "Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung 2018" (Drs. 18/17474): https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-17474.pdf [betr. Denkmalschutz S. 105 ff. und 171 ff.]

Stellungnahme der DGUF zum Gesetzentwurf: https://www.dguf.de/ngo/stellungnahmen/regelungen-und-gesetzgebungsverfahren/2026-novellierung-des-denkmalschutzgesetzes-nordrhein-westfalen
Website Denkmalschutz-Bündnis NRW:
https://denkmalschutz-erhalten.nrw/

Sammelseite des Landtags NRW mit den bisher eingegangenen Stellungnahmen: https://www.landtag.nrw.de/home/dokumente/dokumentensuche/gesetzgebungsportal/suchergebnis-gesetze.html?nummer=18/17474&ev=g&wp=18

 

1.2         DGUF-Jahrestagung 2026: "Zwischenbilanz Lineare Projekte: Chancen, Learnings, Verbesserungspotenziale" (Leipzig, 6.11.; CfP bis 15.6.)

Die Jahrestagung der DGUF findet dieses Mal eingebettet in die Messen "denkmal" und MUTEC in Leipzig (5.-7.11.) statt, und zwar am Freitag, 6.11. Ziel ist, aus einer Rückschau heraus innezuhalten und für Künftiges zu lernen. Es geht um "Lineare Projekte" wie z. B. die A4 Kassel - Dresden - Görlitz, die A20 Ostseeautobahn, die B6n, die NEL Pipeline oder die Ethylen-Pipeline Süd, die die Archäologie in Deutschland insbes. seit der Wende 1989 stark beschäftigt haben. Ein Ende ist nicht absehbar, im Gegenteil: Insbesondere die Energiewende geht mit zahlreichen weiteren Trassenbauten und -planungen einher, z. B. SuedLink, SuedOstLink, A-Nord/Ultranet. Was haben wir im Rückblick aus drei Jahrzehnten Trassenarchäologie methodisch und strukturell gelernt? Was lernen wir in den laufenden Planungsprozessen? Was folgt daraus für die Zukunft? Die Tagung möchte zusammentragen, welche übergreifenden Erkenntnisse für Planer und Investoren, Fachfirmen, Denkmalbehörden und Forschende gewonnen wurden. Unter den bereits angenommenen Vorträgen: Dr. Jörg Bofinger (LfD) & Marco Schrickel M.A: (LfD): "Lineare Projekte in Baden-Württemberg", Dr. Harald Stäuble: "30 Jahre Lineare Großprojekte am LfA Sachsen", Dr. Stefanie Berg (BLfD): "Erfahrungen bei Linearen Projekte in Bayern", Dr. Holger Hitgen (TenneT TSO GmbH) & Dr. Jürgen Obmann (BLfD): "Grundlagen zur Umsetzung der bodendenkmalpflegerischen Maßnahmen im Erdkabelprojekt SuedOstLink in Bayern" und Dr. Jan Schneider (SPAU GmbH): "Tätigkeitsfelder für Fachfirmen in Großprojekten abseits von Ausgrabungen". Vortragsanmeldungen mit den üblichen Angaben sind bis 15.6. herzlich willkommen, an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Tagungswebsite: https://www.dguf.de/tagungen-events/tagungen/aktuelle-tagung

 

1.3         DGUF-Session "Praktika im Archäologiestudium" im Rahmen der WSVA-Tagung (Bonn, 22.9.; CfP bis 31.5.)

Die DGUF beteiligt sich an der Jahrestagung des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung (Bonn, 21.-25.9.) mit einer halbtägigen Session. Der DGUF-Arbeitskreis "Studentische Belange" wird dort die Ergebnisse seiner derzeit noch laufenden Umfrage zu Praktika im Archäologiestudium vorstellen und damit als Einstieg ins Thema einen Überblick über studentische Erfahrungen geben. Unser CfP richtet sich an Studierende, die den allgemeinen Überblick durch fokussierte Erfahrungen oder Statements ergänzen wollen, sowie an Lehrende, an Praktika-Geber und Arbeitgeber, die aus ihrer Perspektive das Thema beleuchten wollen. Ziel ist es, gemeinsam eine Zwischenbilanz zu ziehen und Perspektiven zu entwickeln, um den Ist-Zustand weiter zu verbessern. Vortragsanmeldungen bitte bis 31.5. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Beim WSVA ist eine Anmeldung zur Tagung erforderlich und bis zum 15.9. auch online möglich.

Tagungswebsite beim WSVA: https://wsva.net/tagungen/

 

1.4         Letzte Gelegenheit: DGUF-Umfrage zu Praktika im Archäologiestudium

Die DGUF-Umfrage zu Praktika im Archäologiestudium hat bereits jetzt eine gute Resonanz gefunden - doch es fehlt noch an flächiger Repräsentativität. Aktuell sind ca. acht Standorte mit relativ vielen Antwortbögen vertreten, andere dagegen ausnehmend schwach. Daher wiederholen wir letztmalig die Bitte: mitmachen und den Fragebogen ausfüllen. Die Umfrage läuft noch bis 17.4. und richtet sich an Studierende aller archäologischen Fächer im BA-, MA-, MSc- oder Diplom-Studium. Liegt der MA/MSc/Dipl.-Abschluss erst max. 2 Jahre zurück, sind die Antworten ebenfalls sehr willkommen. Das Ausfüllen dauert knapp 20 Minuten. Die Ergebnisse werden vom DGUF-Arbeitskreis "Studentische Belange" u. a. auf der Tagung des WSVA in Bonn präsentiert und zu Diskussion gestellt werden.

Link zum Fragebogen: https://www.soscisurvey.de/archpraktika/

DGUF-Arbeitskreis "Studentische Belange": https://www.dguf.de/mitmachen/arbeitskreise/studentische-belange

 

1.5         Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: Rüdiger Kelm, Birte Meller und Ilian Finkeldey (Hrsg.): Prähistorischer Bronzeguss im Experiment: Erfahrungsberichte aus der Bronzewerkstatt im Steinzeitpark Dithmarschen

Unter den zahlreichen Publikationen, welche die Herausgeber der "Archäologischen Informationen" zur Rezension ausschreiben, sei diesmal auf einen im März erschienenen Band hingewiesen. Aus dem Klappentext: "Dieser Band ist ein Kompendium von Bronzeguss-Experimenten einer studentischen AG des Archäologischen Instituts der Universität Hamburg im Steinzeitpark Dithmarschen, die in den Jahren 2019 bis 2025 durchgeführt wurden. Unter dem Titel 'Prähistorischer Bronzeguss im Experiment' werden hier erstmals die Ergebnisse dieser Untersuchungen vorgestellt. Die Besonderheit an diesen Metall-Experimenten ist die teilweise Wiederholung über mehrere Jahre, die den Mitgliedern der AG eine große Materialkenntnis und Erfahrung zu den mehrere tausend Jahre alten Techniken und Methoden verschafft hat und die es nur selten in dieser langen Kontinuität gibt. Dieser Band dient dazu, die gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen dauerhaft zu dokumentieren, sie einem größeren Leserkreis vorzustellen, und er soll Anregungen für weitere Experimente an anderen Orten geben. Der Inhalt des Buches ist deshalb als eine Zusammenstellung wissenschaftlich verwendbarer Ergebnisse, der theoretischen Grundlagen der Experimente, der allgemeinen und individuellen Erfahrungswerte der Teilnehmer:innen und auch als eine Art Leitfaden für den Aufbau und die Durchführung weiterer prähistorischer Bronzeguss-Experimente angelegt." Wenn Sie Interesse an einer Rezension haben, richten Sie bitte Ihre Anfrage mit einer kurzen Begründung, weshalb Sie dieses Werk besprechen wollen, an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Alle Rezensionsangebote der "Archäologischen Informationen" mit weiteren Informationen zu Modalitäten und Ablauf: https://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/publikationen/AI/dguf-dok_arch-inf_rezensionsangebote.pdf

Rüdiger Kelm, Birte Meller und Ilian Finkeldey (Hrsg.): Prähistorischer Bronzeguss im Experiment: Erfahrungsberichte aus der Bronzewerkstatt im Steinzeitpark Dithmarschen (Albersdorfer Forschungen zur Archäologie und Umweltgeschichte). 148 Seiten. März 2026. https://www.verlagsgruppe.de/produkt/praehistorischer-bronzeguss-im-experiment/

 

2         Tagungen und Veranstaltungen

2.1         Nachhaltigkeit in der Archäologie – Verantwortung für Daten, Funde und Wissen (Leipzig, 7.11.; CfP bis 19.4.)

Archäologische Arbeit ist irreversibel. Nachhaltigkeit bedeutet die langfristige Sicherung, Nutzbarkeit und Sichtbarkeit von Funden, Daten und Forschungsergebnissen. Die Tagung von CIfA Deutschland will ein Forum für den fachlichen Austausch zwischen Denkmalpflege, Forschung, Grabungspraxis, Museen, Dateninfrastrukturen und Öffentlichkeit bieten. Vortragsvorschläge (30 Min.) sind bis 19.4. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. erbeten. Theoretische, methodische und praxisorientierte Beiträge sowie kritische und interdisziplinäre Perspektiven sind willkommen. Die Tagung findet im Rahmen der Messe "denkmal" statt.

https://www.cifa-deutschland.de/veranstaltungen/tagungen

 

2.2         "denkmal": Kostenlose Messestände für Bildungseinrichtungen und für Content Creator

Die Archäologie-Messe in der "denkmal" in Leipzig (5.-7.11.) nimmt Konturen an: Anfang April hatten 19 Firmen und Institutionen eine Messe-Präsenz verbindlich gebucht - was keine abschließende Liste ist, denn Stände können weiterhin angemeldet werden. Der Berufsverband CIfA Deutschland macht ein besonderes Angebot an Content Creator und an Bildungseinrichtungen: Sie können sich auf einem Messestand zeigen, der ihnen von den Firmen Streichardt & Wedekind GbR (Bildungseinrichtungen) und SPAU GmbH (Content Creator) gesponsert wird. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich näher zu informieren und/oder ihre Teilnahme zu vereinbaren per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Informationen zur Archäologie-Messe inkl. Liste der Aussteller: https://cifa-deutschland.de/veranstaltungen/archaeologie-messe

Website der Messe "denkmal": https://www.denkmal-leipzig.de/

 

2.3         Treffen der AG Werkzeuge & Waffen (Bonn, 21.-22.9.; CfP bis 15.5.)

Das nächste Treffen der AG Werkzeuge & Waffen findet im Rahmen der Jahrestagung des WSVA (21.-25.9.) in Bonn statt. Thema ist "Hieb- und Stichwaffen"; eine Beschränkung auf einen bestimmten Zeithorizont oder einen geographischen Raum ist nicht vorgesehen. Vortragsvorschläge – auch solche, die aus Examensarbeiten herrühren – sind bis 15.5. willkommen. Vorträge sollten als PowerPoint-Präsentationen auf eine Dauer von 20 Minuten zugeschnitten sein (Ausnahmen nach Rücksprache möglich), Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch. Vorschläge für Vorträge oder Poster senden Sie als halbseitige Zusammenfassung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Tagungswebsite beim WSVA: https://wsva.net/tagungen/

 

3         Forschung

3.1         Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"

Wallmann, R. (2026). Urgeschichtliche Brunnen in Mitteleuropa: Untersuchung zu Funden und Deponierungspraktiken. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 31. März 2026. Dazu: Fundortlisten.

Degli Esposti, M. (2026). Book review of: Yule, P. A. & Mauro, F. (2025). At the dawn of history. The late pre-Islamic age in south-eastern Arabia. (The Archaeological Heritage of Oman, 14). Oxford: Archaeopress. Archäologische Informationen 48, Early View, published online 27 March 2026.

Anzenberger, A. (2026). Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit: Impulse für einen neuen Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Feldarchäologie. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 25. März 2026.

Schaer, A. (2026). Rezension zu: Belford, P. & Wait, G. (2025). Ethics in Archaeological Practice. London: Routledge. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 4. März 2026.

Rösch, M. (2026). Was hat Schlamm mit Archäologie und Denkmalschutz zu tun? Überlegungen zur kulturgeschichtlichen Bedeutung und Schutzwürdigkeit nicht menschengemachter Objekte. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 20. Febr. 2026.

Flückiger, A. (2026). Rezension zu: van der Meulen-van der Veen, Berber Sanderijn (2025). Cultural Transformations in Germania Secunda. A Holistic Approach to ‘Barbarian’ Migrations. (Archaeopress Roman Archaeology, 128). Bicester: Archaeopress. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 18. Febr. 2026.

Siegmund, F. (2026). Was geht? – Über die Lebenserwartung in der Merowingerzeit im diachronen Vergleich und einen Vorschlag zum soliden Umgang mit schwierigen Zahlen. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 5. Febr. 2026. Dazu Glossar, Nachweise und Open Data.

Piffko, S. (2026). Quo abieris? Privatwirtschaftliche Archäologie in 10 Jahren: wie werden wir sie gestaltet haben? Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 2. Febr. 2026.

https://www.dguf.de/early-views

 

3.2         Aktuelle Ausgrabungen und Forschung in den Medien

"Ancient handaxes made from geodes. New work describes exceptional artifacts from the Sakhnin valley of Israel" (John Hawks, 31.3.): https://www.johnhawks.net/p/ancient-handaxes-made-from-geodes

"Opfer vor dem Untergang: Der Duft von Pompejis Hausaltären" (LMU, 30.3.): https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/news/opfer-vor-dem-untergang-der-duft-von-pompejis-hausaltaeren-527799fe.html

"Der Komet und das Ende der Clovis-Menschen. Hat eine kosmische Katastrophe vor 13000 Jahren die Mammuts und eine steinzeitliche Kultur ausgelöscht? Spoiler: Nein. Warum manche trotzdem glauben, dass das passiert ist, erfahrt ihr in der neuen Folge der 'Sternengeschichten'." (Spektrum, 28.3.): https://www.spektrum.de/podcast/sternengeschichten-der-komet-und-das-ende-der-clovis-menschen/2316935

"Römische Bootsladung vom Grund des Neuenburgersees gehoben" (SRF, 26.3.): https://www.srf.ch/news/schweiz/archaeologie-roemische-bootsladung-vom-grund-des-neuenburgersees-gehoben und "Neuenburgersee: Schwerter, Werkzeuge und weitere Fundstücke aus der Römerzeit im Neuenburgersee gefunden" (Aargauer Zeitung, 25.3.; Video, 1:04 Min.): https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/neuenburgersee-roemisches-schiff-mit-fundstuecken-entdeckt-ld.4143937 und "Antike Fundstücke: Archäologen bergen nahezu unberührte Handelswaren der Römer aus einem Schweizer See" (welt.de, 27.3.): https://www.welt.de/wissenschaft/article69c53dc58f5761671716060c/roemer-archaeologen-bergen-nahezu-unberuehrte-antike-handelswaren-aus-einem-schweizer-see.html?icid=search.product.onsitesearch

"Jede Menge Elefantenfleisch: Forschungsteam findet Nachweise für Jagderfolg des Neandertalers von Lehringen" (Universität Göttingen, 26.3.): https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8117 und Verheijen, I., Di Maida, G., Russo, G. et al. Faunal exploitation at the elephant hunting site of Lehringen, Germany, 125,000 years ago. Sci Rep 16, 9836 (2026). https://doi.org/10.1038/s41598-026-42538-4

"Hunde begleiten Menschen in Europa schon seit mehr als 15.000 Jahren. Die Vorfahren der heutigen Haushunde sind womöglich Jahrtausende früher domestiziert worden als bisher angenommen. Darauf deuten neue DNA-Analysen hin. Was Forschende aus den genetischen Daten herauslesen" (Spiegel, 25.3.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hunde-begleiten-menschen-in-europa-schon-seit-mehr-als-15-000-jahren-a-344f8f05-2690-4bd4-8a89-1c9e3b3f8b60

Buhais Rockshelter: "Internationales Grabungsteam findet Nachweise für frühmenschliche Besiedlungen in der arabischen Wüste" (Universität Jena, 23.3.): https://www.uni-jena.de/396561/neue-funde-bringen-alte-theorie-ins-wanken

"Looking into a Neanderthal gallery at La Roche-Cotard: An enigmatic 'mask' comes from outside a cave filled with Neanderthal markings" (John Hawks, 21.3.): https://www.johnhawks.net/p/looking-into-a-neanderthal-gallery

"Neandertaler könnten Birkenpech zur Behandlung von Wunden genutzt haben" (Universität Köln, 19.3.): https://uni-koeln.de/universitaet/aktuell/meldungen/meldungen-detail/neandertaler-koennten-birkenpech-zur-behandlung-von-wunden-genutzt-haben

"Der Körper des Kaisers – Aktuelle Untersuchungsergebnisse bestätigen Identität der sterblichen Überreste aus dem Sarkophag Ottos des Großen" (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte, 18.3.): https://www.lda-lsa.de/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/presseinformationen/18326-magdeburg-otto-der-grosse

"Jagdbeute der Neandertaler: Riesige Elefanten wanderten Hunderte Kilometer durch das eiszeitliche Europa" (Universität Frankfurt, 16.3.): https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/jagdbeute-der-neandertaler-riesige-elefanten-wanderten-hunderte-kilometer-durch-das-eiszeitliche-europa/

"Did Levallois tools make Neanderthals human? Evaluating a recent hypothesis from the geneticist David Reich, focusing on range expansion from Africa" (John Hawks, 15.3.): https://www.johnhawks.net/p/did-levallois-tools-make-neanderthals

Swedish Pompeii Project: "Die Archäologie der Sinne: 3D-Raumanalyse als Schlüssel zu einer neuen Wahrnehmung der Vergangenheit" (Digital Humanities Cologne, 13.3.): https://dhc.hypotheses.org/3966

"Mehr als 43.000 beschriftete Tonscherben in Athribis entdeckt. Athribis ist ergiebigster Fundort altägyptischer Ostraka – Beschriftete Tonscherben eröffnen Einblicke in den Alltag über ein Jahrtausend hinweg" (Universität Tübingen, 12.3.): https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/archaeologischer-rekord-mehr-als-43000-beschriftete-tonscherben-in-athribis-entdeckt/

Schleswig-Holstein: "Leben und Sterben am Duvensee vor 10.500 Jahren" (LEIZA, 11.3.): https://www.leiza.de/presse/details-pressmeldungen/leben-und-sterben-am-duvensee-vor-10500-jahren

"Le campement solutréen de plein air du Landry" (INRAP, 9.3.): https://www.inrap.fr/le-campement-solutreen-de-plein-air-du-landry-20596

"A look at the Neanderthal deep cave structures from Bruniquel. Ten years after describing the site, new work details ancient access to the cave" (John Hawks, 9.3.): https://www.johnhawks.net/p/a-look-at-the-neanderthal-deep-cave

"Archäologische Funde aus Augsburg. Seltenes Mosaik aus der Römerzeit präsentiert" (Süddeutsche, 5.3.): https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-archaeologie-augsburg-mosaik-roemerzeit-li.3440833

"Mit Blumen geschmückt? Pollenuntersuchungen entschlüsseln vergangene Beigaben im Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg" (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte, 4.3.): https://www.lda-lsa.de/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/presseinformationen/4326-schamanin-pollen

"Stammt der älteste Vorfahr des Menschen vom Balkan? – Ein neues Fossil schließt eine Lücke. Internationales Team unter Beteiligung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Universität Tübingen findet 7,2 Millionen Jahre alten Oberschenkel von Graecopithecus in Bulgarien" (Universität Tübingen, 4.3.): https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/archiv/archivfullview-pressemitteilungen/article/stammt-der-aelteste-vorfahr-des-menschen-vom-balkan-ein-neues-fossil-schliesst-eine-luecke/

"Un quartier au cœur de Strasbourg de la période romaine jusqu’à nos jours (Bas-Rhin)" (INRAP, 24.2.): https://www.inrap.fr/un-quartier-au-coeur-de-strasbourg-de-la-periode-romaine-jusqu-nos-jours-bas-20576

"Gräber und Artefakte aus dem Alten Reich in Assuan entdeckt" (Selket's Blog, 24.2.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/graeber-und-artefakte-aus-dem-alten-reich-in-assuan-entdeckt

"How Sahelanthropus tchadensis moved. Not quite like a hominin, but with extended hip posture similar to Ardipithecus ramidus" (John Hawks, 22.2.): https://www.johnhawks.net/p/how-sahelanthropus-tchadensis-moved

"Dans l’Orne, un vaste domaine aristocratique de l’âge du Bronze" (INRAP, 13.2.): https://www.inrap.fr/dans-l-orne-un-vaste-domaine-aristocratique-de-l-age-du-bronze-20554

"Neuuntersuchung eines 7.000 Jahre alten Rehgeweihkopfschmucks aus Eilsleben belegt Kontakte zwischen Wildbeutern und frühesten Ackerbauern" (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte, 11.2.): https://www.lda-lsa.de/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/presseinformationen/11226-eilsleben-rehgeweih

"A Neanderthal time capsule from Grotta Guattari. Excavations of a new chamber reveal an ancient floor with more than a dozen new Neanderthal fossil remains" (John Hawks, 8.2.): https://www.johnhawks.net/p/a-neanderthal-time-capsule-from-grotta

 

3.3         Lebenserwartung im Frühen Mittelalter

Im Kontext seines Projekts "Archäologie des Lebensstandards" hat sich Frank Siegmund mit der Lebenserwartung in der Merowingerzeit beschäftigt. Die mittlere weitere biologische Lebenserwartung derjenigen, die das Erwachsenenalter erreicht haben ("e20") betrug damals 22,4 Jahre. Wie Vergleiche zeigen, ist sie damit ca. 4 Jahre höher als im Altneolithikum und in der Frühbronzezeit und liegt in etwa auf dem Niveau der Kaiserzeit in den nordalpinen römischen Provinzen. Siegmund schlägt eine Kalibration um ca. plus 5 Jahre vor, um die vorliegenden Daten zur biologischen Lebenserwartung in eine Schätzung der kalendarische Lebenserwartung zu überführen. Sein "Protokoll" schlägt vor, wie Unterschiede zwischen Populationen oder solche zu einer Referenzserie auf statistische Signifikanz geprüft werden können.

Siegmund, F. (2026). Was geht? – Über die Lebenserwartung in der Merowingerzeit im diachronen Vergleich und einen Vorschlag zum soliden Umgang mit schwierigen Zahlen. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 5. Febr. 2026: https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_siegmund4.pdf - Dazu Glossar, Nachweise und Open Data: https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_siegmund4_suppl1.pdf; https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_siegmund4_suppl2.pdf; https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_siegmund4_suppl3.xlsx

 

3.4         Neue moustérienzeitliche Stätte bei Chavelot (Vogesen)

Eine Ausgrabung von 2.500 Quadratmetern in der Flur "Sur les Neufs Quartiers" bei der französischen Gemeinde Chavelot ermöglichte die Freilegung eines Paläobodens, der einem Umweltmilieu zu Beginn der Weichsel-Kaltzeit zu entsprechen scheint. Er wird vorläufig in den Zeitraum zwischen 110.000 und 70.000 Jahren vor heute datiert. Das Vorkommen fossiler Baumstümpfe innerhalb dieses Paläobodens ermöglichte die Gewinnung zahlreicher Holzkohlen, die eine präzise Rekonstruktion der damaligen naturräumlichen Umgebung der Fundstelle erlauben. Freigelegt wurden auf 25 Quadratmetern Fläche außerdem mehr als 60 Steinartefakte aus Quarz- und Quarzitgeröllen der Umgebung, darunter sind Schaber und Spitzen. Die verwendeten Schlagtechniken sind typisch für das Mittelpaläolithikum. Die Funde rücken laut INRAP die Anwesenheit neandertalerzeitlicher Gruppen in Lothringen während des Mittelpaläolithikums erneut in den Fokus.

"Un nouveau site du Paléolithique moyen à Chavelot (Vosges)" (INRAP, 16.2.): http://inrap.fr/un-nouveau-site-du-paleolithique-moyen-chavelot-vosges-20561

 

3.5         Dauerthema Kalkriese als Ort der Varusschlacht

Die Ergebnisse des v. a. von der Volkswagenstiftung finanzierten Projektes "Kalkriese als Ort der Varusschlacht? - eine anhaltende Kontroverse" wurden am 29.1. im Museum Kalkriese vorgestellt. Die beiden Doktorarbeiten, mit denen das Projekt abgeschlossen wurde, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Chemikerin Annika Lüttmann (Bergbau-Museum Bochum) hat die Buntmetallfunde metallurgisch untersucht. Sie weist nach, dass Funde aus Kalkriese eine für die 19. Legion spezifische Metallzusammensetzung aufweisen, wie z. B. auch jene aus Dangstetten, wo die 19. Legion vorher stationiert war. Damit ist eine der drei laut Schriftquellen an der Varus-Schlacht beteiligten Legionen im Fundgut von Kalkriese nachgewiesen. Uta Schröder hingegen hat ca. 5.400 Fundstücke antiquarisch untersucht und stellt Charakteristika fest, die nicht zur schriftlichen Überlieferung der Varusschlacht passen: es fehlten Funde von Frauen und Kindern, die gemäß der Schlachtberichte im Tross dabei waren; es gebe Hinweise auf Fundstücke der Legio I Augusta und wohl auch der Legio VIII Augusta, die beide nach den Schriftquellen nicht am Schlachtgeschehen beteiligt waren. Gleichwie: die Funde stammen laut Schröder von römischen Infanterie- und Kavallerie-Einheiten der spätaugusteischen oder tiberischen Zeit - was zur Hypothese Varusschlacht (9 n. Chr.) ebenso passt wie z. B. zur Hypothese eines Ereignisses während der Germanicus-Feldzüge (14-16 n. Chr.).

"Forschungsprojekt 'Kalkriese als Ort der Varusschlacht? – eine anhaltende Kontroverse' erfolgreich abgeschlossen: Zwei Doktorarbeiten mit neuen Forschungsperspektiven für die Archäologie vorgelegt" (Museum Kalkriese, Presseinformation, 29.1.): https://www.kalkriese-varusschlacht.de/presse/pressemappe-abschluss-forschungsprojekt.html

"Mysterium Varusschlacht: War der Schauplatz tatsächlich Kalkriese?" (NDR, 29.1.): https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/mysterium-varusschlacht-war-der-schauplatz-tatsaechlich-kalkriese,varusschlacht-104.html

"Archäologie: War Kalkriese der Ort der Varusschlacht? Neue Analysen identifizieren die vor Ort präsenten römischen Legionen" (scinexx.de, 3.2.): https://www.scinexx.de/news/archaeologie/war-kalkriese-der-ort-der-varusschlacht/

Schröder, (. (2025). Kalkriese – Ort der Varusschlacht? Eine quellenkritische Analyse anhand der Kleinfunde der Kalkriese-Niewedder Senke. Wiesbaden: Reichert.

Lüttmann, A. (2025). Kalkriese als Ort der Varusschlacht – eine anhaltende Kontroverse: metallanalytische Untersuchungen der Buntmetallfundstücke. Diss. TH Bochum.

 

3.6         Zur Funktion urgeschichtlicher Brunnen in Mitteleuropa

Sind Brunnen eine Ausnahmeerscheinung an einzelnen Siedlungsplätzen, sind sie Opferschächte sakraler Handlungen oder eine "Standardinstallation" zur Wasserversorgung prähistorischer Siedlungen? Eine Erhebung von Richard Wallmann im deutschsprachigen Mitteleuropa für den Zeitraum von der Bandkeramik bis zum Ende der Latènezeit listet insgesamt 511 Brunnen auf, setzt sich mit deren geographischer Verbreitung, ihrer Datierung, den jeweiligen Gesamtbefunden und den verschiedenen Brunnenarten auseinander. In 9% der erfassten Brunnen konnte die Deponierung von Objekten festgestellt werden. Wallmanns Studie bestätigt die vorwiegend funktionale Bedeutung von Brunnen als Wasserversorgungseinrichtung.

Wallmann, R. (2026). Urgeschichtliche Brunnen in Mitteleuropa: Untersuchung zu Funden und Deponierungspraktiken. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 31. März 2026. https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_wallmann.pdf Open Data: Fundortliste A [xlsx]; Fundortliste B [xlsx].

 

3.7         Spuren eines kreisrunden Gebäudes bei Carnac entdeckt

Im Rahmen einer Verursachergrabung wurden nahe Carnac (Bretagne) Spuren einer kreisförmigen Struktur entdeckt, deren Alter auf 6.000 Jahre eingeordnet wird. Die Ausgräber, die Fachfirma Archaeodunum, vermuten anhand der Pfostenlöcher ein Gebäude von neun Metern Durchmesser und geschätzt 20 Metern Höhe – das erste Bauwerk dieser Art in der Carnac-Region. Entdeckt wurden außerdem Feuerstellen, ein Grab, Spuren von Holzpalisaden und mehrere Menhire. "Dieser Fund ist so bedeutend, weil wir das erste Mal so ein rundes Gebäude hier entdeckt haben", zitiert die "Tagesschau" Grabungsleiterin Audrey Blanchard: "Bisher war so etwas in der Gegend um Paris bekannt. Wir nehmen an, dass es ein Kultort gewesen sein könnte, in der Nähe zu den Steinreihen von Carnac."

"Ausgrabung in der Bretagne. Spuren einer hölzernen 'Kathedrale'" (Tagesschau, 14.2.): https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/bretagne-ausgrabung-kathedrahle-100.html

 

3.8         Rollingen (Luxemburg): große Merowingerzeit-Siedlung

Das luxemburgische Nationale Institut für archäologische Forschung (INRA) untersucht seit 2020 bei Rollingen im Vorfeld einer Baumaßnahme eine große merowingerzeitliche Siedlung. Die Fundstelle ist ungewöhnlich gut erhalten und konnte sehr weitflächig erfasst werden. Anfang Februar 2026 traten das INRA und das Kultusministerium mit den Ergebnissen an die Öffentlichkeit. Die Grabungen sollen im Sommer 2026 abgeschlossen werden.

"'We have achieved a sensation': 6,000 Merovingian objects discovered in Rollingen" (RTL today, 6.2.): https://today.rtl.lu/culture/exhibitions-and-history/6-000-merovingian-objects-discovered-in-rollingen-662546506

"Traces of the Merovingian dynasty in Rollingen" (RTL Today, 4.2.): https://today.rtl.lu/fotoen/kultur/traces-of-the-merovingian-dynasty-in-rollingen-04-feb-2026-1694638987

"Merowinger-Dorf bei Rollingen: Eine außergewöhnliche Siedlung wird freigelegt, danach verschwindet der Fundplatz unter Neubauten" (Letzebuerg Tageblatt, 5.2.): https://www.tageblatt.lu/Luxemburg/Eine-aussergewoehnliche-Siedlung-wird-freigelegt-danach-verschwindet-der-Fundplatz-unter-Neubauten-24750.html

 

3.9         Späte Neandertaler bilden genetisch sehr homogene Gruppe

Vor rund 75.000 Jahren überlebte eine lokale Gruppe von Neandertalern die rauen Bedingungen des Eiszeitklimas durch Rückzug in ein Refugium im heutigen Südwestfrankreich. Die Nachkommen dieser Überlebenden breiteten sich nach 65.000 Jahren vor heute über Europa aus. Genetisch gesehen stammten fast alle späten Neandertaler von dieser einen Linie ab, bevor sie vor ca. 34.000 Jahren einen recht starken Rückgang ihrer Population erfuhren und dann vor rund 40.000 endgültig verschwanden. Das ergab eine Studie, in der neue DNA-Daten untersucht und mit archäologischen Nachweisen kombiniert wurde. Das Forschungsteam sequenzierte die mitochondriale DNA von zehn neuen Neandertalerindividuen aus sechs archäologischen Fundstätten in Belgien, Frankreich, Deutschland und Serbien. Sie wurden neben 49 weiteren Proben mitochondrialer DNA analysiert, deren Daten bereits veröffentlicht waren. "Die späten Neandertaler bildeten genetisch gesehen eine sehr homogene Gruppe", sagt Prof. Cosimo Posth vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. "Denkbar ist, dass die geringe genetische Vielfalt – und möglicherweise auch die anschließende Isolation kleiner Gruppen – zum Verschwinden der Neandertaler beigetragen haben."

Charoula M. Fotiadou, Jesper Borre Pedersen, Hélène Rougier, Mirjana Roksandic, Maria A. Spyrou, Kathrin Nägele, Ella Reiter, Hervé Bocherens, Andrew W. Kandel, Miriam N. Haidle, Timo P. Streicher, Nicholas J. Conard, Flora Schilt, Ricardo Miguel Godinho, Thorsten Uthmeier, Luc Doyon, Patrick Semal, Johannes Krause, Alvise Barbieri, Dušan Mihailović, Isabelle Crevecoeur, Cosimo Posth: Archaeogenetic insights into the demographic history of Late Neanderthals. PNAS, https://doi.org/10.1073/pnas.2520565123

"Späte Neandertaler in Europa gehen auf eine einzelne Gruppe zurück" (Universität Tübingen, 24.3.): https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/spaete-neandertaler-in-europa-gehen-auf-eine-einzelne-gruppe-zurueck/

 

4         Archäoinformatik

4.1         Aufruf zum Testen und Feedback: SeriARC

SeriARC ist eine neue webbasierte Analyseumgebung für archäologische Seriation und Korrespondenzanalyse. Ziel ist ein niederschwelliger, transparenter Zugang zu explorativer Datenanalyse – speziell auf archäologische Bedürfnisse zugeschnitten. Daten können direkt in der App variiert werden (z. B. Entfernen oder "Supplementary"-Setzen von Typen und Befunden, Matrix-Transformationen), sodass methodische Entscheidungen und ihre Auswirkungen sofort sichtbar werden. Interaktive CA-Plots, serielle Darstellungen, Battleship-Grafiken sowie Kartenmodule für Fundorte und Typen unterstützen die Interpretation. Optional lassen sich auch Radiokarbondaten kalibrieren und im CA-Kontext visualisieren. Der Programmautor Daniel Meixner (Univ. Regensburg) lädt Interessierte herzlich ein, SeriARC zu testen und kritisch zu prüfen – und freut sich über Feedback und Verbesserungsvorschläge.

Website: https://archaeoscan.shinyapps.io/SeriARC-v-1-0-0/

GitHub: https://github.com/Archaeoscan/SeriARC

DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.18498106

 

4.2         QGIS 4 "Norrköping" veröffentlicht

Hey, unser aller allerliebstes GIS wird 4! Also, versionstechnisch, nicht altersmäßig, natürlich. Zählt schließlich nächstes Jahr schon fünfundzwanzig Lenze ... ("Sitzt und spricht", würde Loriot sagen.) Die langzeitunterstützte Version bleibt zunächst mal 3.44 "Solothurn", aber bei aller Liebe zur Schweiz: Wir wollen den neuen heißen Scheiß! Nach der Installation gibt's erstmal 'nen Zertifikatsfehler – die Schriftart Open Sans (ausgerechnet) mault, der zweite Startversuch läuft dann aber wie geschmiert. Erstmal einen Haufen Erweiterungen updaten – leider bleiben zwei Drittel davon wie bei neuen Versionen üblich erstmal noch unbenutzbar, da sie noch nicht auf QGIS 4 portiert sind. Das hat man davon, dass man "Very Early Adopter" ist, wie einem schon auf dem Splashscreen mitgeteilt wird. Aber nu, das ist eine Zeitfrage ... Jedenfalls werden einem sogar die zuletzt geöffneten Projekte freundlich wieder angeboten, und die starten dann auch völlig problemlos. So soll's sein! Große Veränderungen gibt es auf den ersten Blick in der GUI auch nicht – sehr angenehm, man findet sich auf Anhieb zurecht. (Da gab's doch mal so ein gewisses CAD-Programm, da suchte Newsletter-Redakteur nach jedem Update die simpelsten Knöpfe ...) Die Neuerungen in QGIS 4 scheinen (im besten Sinne!) eher ein bisschen unter der Haube – aber das Changelog wird hier jetzt nicht abgetippt. Höchstens verlinkt ...

Welcome QGIS 4! (https://geoobserver.de/, 10.3.): https://geoobserver.de/2026/03/10/welcome-qgis-4/

Changelog for QGIS 4.0 (qgis.org, 6.3.): https://qgis.org/project/visual-changelogs/visualchangelog40/

 

5         Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

5.1         NFDI4Objects: Sprechstunde zum Forschungsdatenmanagement der Humanities-Konsortien

Seit März findet eine gemeinsame Sprechstunde zum Forschungsdatenmanagement der vier Humanities@NFDI-Konsortien (NFDI4Memory, NFDI4Culture, NFDI4Objects und Text+) statt. Sie richtet sich an Studierende, Forschende sowie Mitarbeitende aus Forschungs- und Sammlungsinstitutionen und bietet Raum für Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement. Der nächste Termin der Online-Sprechstunde ist am 12.5. von 9-10 Uhr. Die Teilnahme ist auch ohne Anmeldung über Zoom möglich. Einmal im Monat stehen künftig Expert:innen aus den beteiligten NFDI-Konsortien für Fragen bereit. Bei Bedarf können Themen auch in Breakout-Räumen im Einzelgespräch vertieft werden.

Termine der FDM-Sprechstunde von Humanities@NFDI: https://www.nfdi.de/humanitiesnfdi/

Bei dringenden individuellen Fragen können Sie sich auch an den Helpdesk wenden: https://www.nfdi4objects.net/portal/helpdesk/

 

6         Kulturgutschutz

6.1         Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien

Eisenach: "Wiederherstellung des Bodendenkmals Metilstein" (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen, 25.3.): https://denkmalpflege.thueringen.de/aktuelles/medieninformation/detailseite/wiederherstellung-des-bodendenkmals-metilstein

"Trumps Irankrieg zerstört Kulturerbe" (Archaeologik, 13.3.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/03/trumps-irankrieg-zerstort-kulturerbe.html

"Indonesien: Wegweisende Konferenz zur Stärkung der Rechte unkontaktierter Völker mündet in Jakarta-Erklärung" (Survival, 2.2.): https://www.survivalinternational.de/nachrichten/14435

 

6.2         Archäopark Vogelherd (Lkr. Heidenheim): Umnutzung als Kindergarten

In seinem Blog Archaeologik beleuchtet Rainer Schreg den Stand um den Archäopark Vogelherd - Teilmder 2017 als "UNESCO Welterbe Eiszeitkunst" eingetragenen Kulturdenkmäler. Der bereits fünf Jahre nach Einrichtung wieder geschlossene baden-württembergische Park sei seit langem unterfinanziert. Ab Dienstag nach Ostern werden das Gelände sowie das Gebäude als Kindergarten genutzt – die Gemeinde Niederstotzingen schreibt: "Unter dem Leitgedanken 'Forschen, Entdecken, Wachsen' möchten wir gemeinsam mit den Kindern den Vogelherd mit Leben füllen. Dazu gehört für uns, die besondere Geschichte des Vogelherds näherzubringen und gemeinsam spannende Entdeckungsreisen ins Lonetal zu unternehmen."

"Realsatire Weltkulturerbe in Baden-Württemberg" (Archaeologik, 16.3.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/03/realsatire-weltkulturerbe-in-baden.html

Website des Kindergartens: https://www.stadt-niederstotzingen.de/de/Leben-Wohnen/Kinderbetreuung/Naturnaher-Kindergarten-am-Vogelhed

 

6.3         Tu quoque, Saxonia? Über die sich andeutende Reorganisation der Denkmalpflege in Sachsen

Unter Vorgabe der populistischen Schlagwörter "Entbürokratisierung", "Verfahrensbeschleunigung" und "Staatsmodernisierung" wird derzeit vielerorts in Deutschland auch am Denkmalschutz "geschraubt" - eher zum Schaden denn zum Nutzen der Denkmalpflege. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise beinhaltet die ins Parlament eingebrachte Novellierung der Landesbauordnung im Huckepackverfahren Änderungen am Denkmalschutzgesetz, die u. a. die Fachämter in ihrer Bedeutung und ihren Wirkungsmöglichkeiten erheblich einschränken werden - wenn denn das Landesparlament der Gesetzesvorlage zustimmt. Es ist daher für Archäologinnen und Archäologen naheliegend und wichtig, hellhörig zu sein, um frühzeitig evtl. noch Einfluss nehmen zu können. Im Bundesland Sachsen wurde im Januar von der Staatsregierung ein Bündel von 64 Prüfaufträgen auf den Weg gebracht, von denen Nr. 42 und 62 das derzeitige Landesamt für Archäologie betreffen, das evtl. mit dem Landesamt für (Bau-) Denkmalpflege und dieses wiederum evtl. mit weiteren Landesämtern verschmolzen werden soll. Nicht zuletzt soll das Landesmuseum smac von der Landesarchäologie entkoppelt und wiederum mit anderen Museen verbunden werden. Im Hintergrund der Prüfaufträge steht ein internes Papier "Vision Sachsen 2040", das darlegt, wie die Verwaltung des Freistaates "effizienter" werden könnte: mehr Macht für zentrale Behörden, weniger Verwaltungsverfahren, weniger Beiräte. Im März hat sich die Archäologische Gesellschaft in Sachsen e. V. in einem offenen Brief an die beiden zuständigen Ministerien gewandt und plädiert für den Erhalt der Landesarchäologie in jetziger Form. Ebenso haben sich die "freunde des smac e. V." an die Landesregierung gewandt: Aus ihrer Sicht solle die enge Verbindung von Landesarchäologie und smac aufrecht erhalten werden. Nicht zuletzt fragen sie nach, wie es um die Ausschreibung für die Nachfolge der im Jan. 2027 ausscheidenden Direktorin des smac stehe.

Sächsische Staatskanzlei, Freistaat Sachsen: Beschluss Nr. 08/0190 "Prüfauftrag für Staatsmodernisierung" (20.1.2026): https://fragdenstaat.de/anfrage/pruefauftraege-fuer-staatsmodernisierung/1081809/anhang/02anlage1beschluss-docx.pdf

"Wie geht's zum schlanken Staat? Ideen für weniger Bürokratie in Sachsen" (Sächsische Zeitung, 16.3.): https://www.pressreader.com/germany/sachsische-zeitung-gorlitz/20260316/281655376588081

Offener Brief "Wie weiter mit der archäologischen Denkmalpflege in Sachsen?" (Archäologische Gesellschaft in Sachsen e. V., 17.3.): https://my.hidrive.com/lnk/Bgv8yKKSz#file

Offener Brief "Strukturanpassungsmaßnahmen. Prüfauftrag 42 der Staatsregierung: Status des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz" (23.3.): https://www.smacfreunde.net/images/Offener_Brief_Strukturanpassung_smac.pdf

smac: "Zusammen oder getrennt?" (Archaeologik, 31.3.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/03/zusammen-oder-getrennt.html

 

6.4         Gestohlener Helm von Coțofenești wieder aufgetaucht

Der 2.500 Jahre alte Coțofenești -Helm ist mit zwei von drei goldenen Armreifen Anfang April wieder aufgetaucht. Im vergangenen Jahr waren die Objekte aus dem niederländischen Drents-Museum gestohlen worden. Museumsdirektor Robert van Langh sagte, an der zeremoniellen Kopfbedeckung sei ein sehr kleiner Schaden entstanden, der vollständig restauriert werden könne. Die Suche nach dem dritten Armreifen wird fortgesetzt. Die Objekte stammen aus geto-dakischen Siedlungen, die als rumänisches Kulturerbe gelten. Sie waren Leihgaben aus dem Nationalmuseum für die Landesgeschichte in Bukarest. Der Diebstahl belastete die Beziehungen zwischen den Niederlanden und Rumänien. Der rumänische Justizminister Radu Marinescu bezeichnete den Vorfall im vergangenen Jahr als "Verbrechen gegen unseren Staat" und erklärte, die Wiederbeschaffung der Artefakte habe "absolute Priorität".

"Diebstahl aus niederländischem Museum: Gestohlener Goldhelm ist zurück" (Tagesschau, 2.4.): https://www.tagesschau.de/ausland/europa/niederlande-goldhelm-rumaenien-100.html

"2,500-year-old golden helmet recovered over a year after it was stolen from Dutch museum" (CBS News, 2.4.): https://www.cbsnews.com/news/stolen-golden-helmet-found-dutch-art-detective-says/

"Stolen objects: Gold helmet of Coțofenești" (UNESCO): https://museum.unesco.org/stolen-objects/VM-RO-25-004_Gold_helmet_of_Cotofenesti

 

7         Beruf Archäologie

7.1         Geeignet ausgebildete Fachkräfte und praxistaugliche Regelungen der staatlichen Behörden

"Ob in zehn Jahren die deutsche Archäologie noch leistungsfähig die bedrohten Denkmäler sichert und die Daten für die Zukunft bewahren kann, hängt von den Entwicklungen ab, die derzeit im Gange sind", schreibt SPAU-Firmenchef Sascha Piffko. "Ohne eine solide Personaldecke und eine profunde Ausbildungsstruktur sowie pragmatische Lösungen für die Arbeit auf den Grabungen selbst wird unser System in der Bodendenkmalpflege zusammenbrechen." Piffkos Beitrag beschreibt aus Sicht der Privatwirtschaft die (drängenden) Änderungserfordernisse der nächsten zehn Jahre für den Denkmalschutz.

Piffko, S. (2026). Quo abieris? Privatwirtschaftliche Archäologie in 10 Jahren: wie werden wir sie gestaltet haben? Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 2. Febr. 2026. https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_piffko.pdf

 

7.2         Zum Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Feldarchäologie

"Der Fachkräftemangel stellt die Feldarchäologie durch rückläufige Absolventenzahlen, alternde Belegschaft und wachsende Großprojekte vor Herausforderungen", schreibt Anna Anzenberger (Fa. Anzenberger & Leicht; Fa. Illisystems). Nach ihrer Überzeugung können Mechanisierung und Automatisierung Lösungen zur Verbesserung der Situation sein und Belastungen der Mitarbeitenden senken, die Effizienz in Dokumentation und Auswertung steigern und Nicht-Muttersprachler besser in den Arbeitsablauf integrieren. Es brauche aber auch eine Änderung der Leistungsverzeichnisse bei Ausschreibungen, fordert Anzenberger: "Solange Auftraggeber Stundenpreise abfragen, wird sich wenig bewegen. Denn keine Firma wird große Investitionen in die Beschleunigung der Arbeit stecken, wenn sich die beschleunigte Arbeit nicht finanziell rechnet. Stundenpreise erreichen das Gegenteil, denn sie belohnen den, der möglichst lange für eine Aufgabe braucht. Um solche Innovationen wirtschaftlich umzusetzen, ist die Kalkulation über andere Einheitspreise als Stundenpreise nötig."

Anzenberger, A. (2026). Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit: Impulse für einen neuen Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Feldarchäologie. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 25. März 2026. https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_anzenberger.pdf

 

7.3         HTW Berlin: Sondierungsgespräch AK Fachfirmen / Grabungstechnik HTW Berlin

Am 12.3. trafen sich Mitglieder des CIfA-Deutschland-Arbeitskreises "Fachfirmen" in Frankfurt/M. mit Prof. Th. Schenk (HTW Berlin) zu einem Sondierungsgespräch: Gibt es Möglichkeiten, die Technikerausbildung an der HTW Berlin mit finanzieller Hilfe der Privatwirtschaft fortzuführen? im Gespräch entwickelte die Runde gemeinsame Vorstellungen: Sofern die Privatwirtschaft sich finanziell beteiligt, müsse es um ein Duales Studium gehen, bei dem die Studierenden einen hohen Anteil der Ausbildung in den Ausbildungsbetrieben verbringen würden. Hier würden Arbeitspraxis und Feldarbeit vermittelt. Dabei solle es den Studierenden ermöglicht werden, für spezielle inhaltliche Module auch die Betriebe zu wechseln; sinnvoll sei auch die Option, zeitweise im Ausland zu arbeiten und zu lernen. An der HTW würden dann die theoretischen und wissenschaftlichen Kenntnisse vermittelt und die praktische Arbeit reflektiert. Ziel dieses Studiums sei es, Bachelor-Absolventen bundesland-unabhängig für den Einsatz in der Grabungstechnik zu rüsten. Ein darauf aufbauender Masterabschluss würde der Spezialisierung der Fähigkeiten dienen. Das Modell eines Dualen Studiums an der HTW hätte den Vorteil, einen anerkannten Abschluss für Grabungstechnik zu gewährleisten, es böte einen Zugang auch für Interessenten mit Fachhochschulreife. Wie umrissen, bestünde die Chance, einen sehr weiten Blick über den Tellerrand zu werfen, zum Beispiel die Ausbildung in verschiedenen Bundesländern und Institutionen durchzuführen. Auf der anderen Seite stünde den Firmen eine anerkannte Institution zur Seite, die Technologien entwickeln und testen sowie als begutachtende Instanz wirken kann. Ziel von (internen) Folgegesprächen ist es, auf dieser Grundlage ein konkretes Modell zu entwickeln, das auch von der HTW akzeptiert wird. Auf der Tagung des VGFA Ende April soll die Diskussion weitergeführt werden. Der AK Fachfirmen strebt an, möglichst auf der Archäologiemesse in Leipzig im November ein erstes konkretes Ergebnis zu präsentieren.

 

7.4         Humboldt-Universität schließt ca. 2035 Institut für Klassische Archäologie

Im Zuge der Umsetzung der von der Berliner Landesregierung beschlossenen Sparmaßnahmen u. a. im Hochschulbereich hat die Humboldt-Universität Berlin beschlossen, das Institut für Klassische Archäologie ("Winckelmann-Institut") mit dem Freiwerden der jetzigen Professuren ca. Mitte der 1930er-Jahre nicht mehr fortzuführen. Vielmehr soll eine Neuaufstellung der Altertumswissenschaften erfolgen, und "dazu gehört auch die Entwicklung eines attraktiven Studienangebots, das berlinweit gut abgestimmt ist." Selbstverständlich wurde unmittelbar nach Bekanntgabe dieses Beschlusses eine Petition aufgesetzt, die aktuell knapp 15.000 Personen unterzeichnet haben. Zu erwähnen ist, dass es an der FU Berlin ein (starkes) Institut für Klassische Archäologie gibt, zu dem keine Kürzungspläne bekannt sind. Der Deutsche Archäologenverband ordnete am 23.2. die Situation wie folgt ein: "Die aktuellen Entwicklungen und die vielerorts zunehmenden radikalen Sparmaßnahmen sind äußerst besorgniserregend. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf der kommenden Jahrestagung hierzu austauschen und unser weiteres Vorgehen beraten."

"Einsparvorgaben erzwingen Neuaufstellung der Archäologie" (Humboldt-Universität, 20.2.): https://www.hu-berlin.de/nachrichten/detail/einsparvorgaben-erzwingen-neuaufstellung-der-archaeologie

Website der Klass. Archäologie an der HU Berlin: https://www.archaeologie.hu-berlin.de/de/klarcho/winckelmann

"Petition gegen die geplante Schließung der Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin" (20.2.): https://weact.campact.de/petitions/schliessung-des-instituts-fur-archaologie-an-der-hu-berlin?share=fe7b5f2c-c489-4a87-85be-eea98880ba78&

 

7.5         Trends im akademischen Stellenmarkt Archäologie in den USA 2013-2023

Ein Team rund um Prof. Ben Marwick (University of Washington) hat für den Raum Nordamerika auf den akademischen Markt an US-Universitäten zielende Stellenanzeigen der Jahre 2013 bis 2023 systematisch untersucht, insgesamt 431 Anzeigen. Anlass sind persönliche und in der Community kursierende Eindrücke, dass der Markt zunehmend kompetitiver werde und der Anteil an eng befristeten Stellen steige. Zugleich ist die Anzahl der Promovierten im Themenfeld American Anthropology über die vergangenen 30 Jahre hinweg um 70 % gestiegen. Die Analyse der Anzeigen zeigt, dass sich die Themen der ausgeschriebenen Stellen verändern: Nach 2020/21 falle der Anteil amerikanische Archäologie (nord- wie mittel- und süd-) ab, der Anteil mediterrane Archäologie und Vorderer Orient steige an. Unter den Methoden steige der Anteil der Ausschreibungen zu lithischen Analysen und vor allem "Computational and digital archaeology", während Archäobotanik und Landschaftsarchäologie seltener würden. Bei den Themen werde "Indigenous and Historical archaeology" seit ca. 2026/17 zunehmend häufig nachgefragt, während das Thema "Complex societies" seltener als zuvor auftauche. Die im untersuchten Datensatz festzustellende zunehmende Häufigkeit der Ausschreibung von Tenure-track-Positionen halten die Autoren für ein Ergebnis ihrer Quelle, dem Academic Jobs Wiki und dessen selektiver Listung. Denn andere Untersuchungen zeigten, dass der Anteil an kurzzeitigen Verträgen und akademisch niederrangigen Positionen steige.

Marwick, B., Poole, A. M., Zhang, A., Shafizadeh, S. & Beck, J. (2025). Hire Ed: Job Market Dynamics for Tenure-Track Faculty Positions in Archaeology. American Antiquity, 22.12.2025: https://www.cambridge.org/core/journals/american-antiquity/article/hire-ed-job-market-dynamics-for-tenuretrack-faculty-positions-in-archaeology/42BB669B2DF7F51C5B9FD3F165A43F53

Siehe auch die Debatte unter: "We counted 10 years of archaeology tenure track job ads. Here’s what shows up." (reddit: r/Archaeology): https://www.reddit.com/r/Archaeology/comments/1pt4vkl/we_counted_10_years_of_archaeology_tenure_track/

Academic Jobs Wiki: Archaeology: https://academicjobs.fandom.com/wiki/Archaeology_2025-2026

 

7.6         Ethik in der archäologischen Praxis

Ethikdiskussionen gewinnen auch im deutschsprachigen Raum immer weiter an Bedeutung. Andrea Schaer hat den von Paul Belford und Gerry Wait verfassten Band "Ethics in Archaeological Practice" (Routledge Taylor & Francis Group) angeschaut. Der Band "bietet eine differenzierte und vertiefte Auseinandersetzung mit aktuellen fach- und vornehmlich berufsethischen Fragen mit Fokus auf der (vielfältigen) archäologischen Berufspraxis." Das Buch sei "eine wertvolle und umfassende Grundlage, auf deren Basis das eigene Handeln reflektiert und eigene Handlungsstrategien aufgebaut werden können."

Schaer, A. (2026). Rezension zu: Belford, P. & Wait, G. (2025). Ethics in Archaeological Practice. London: Routledge. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 4. März 2026.

Rösch, M. (2026). Was hat Schlamm mit Archäologie und Denkmalschutz zu tun? Überlegungen zur kulturgeschichtlichen Bedeutung und Schutzwürdigkeit nicht menschengemachter Objekte. Archäologische Informationen 48, Early View, online publiziert 20. Febr. 2026. https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_schaer.pdf

 

8         Berufsverband

8.1         AG Arbeitnehmer bei CIfA Deutschland: Austausch und Beteiligung

Für alle in der Archäologie Tätigen – unabhängig von Tätigkeitsfeld oder Karrierestufe – gibt es im Rahmen der AG Arbeitnehmer von CIfA Deutschland einen Discord-Kanal als zentrale Austauschplattform. Dieser dient nicht nur der Information, sondern ausdrücklich der aktiven Mitwirkung. Im Discord-Kanal können laut CIfA Deutschland fachliche, arbeitsbezogene oder organisatorische Fragen gestellt werden. Es finden dort themenspezifische Diskussionen zu aktuellen Entwicklungen, Arbeitsbedingungen, Vergütungsstrukturen und branchenspezifischen Herausforderungen statt; es werden Hintergründe zu laufenden Prozessen – insbesondere zu den Lohnverhandlungen – transparent erläutert. Man versuche, Anliegen strukturiert aufzunehmen, einzuordnen und – wo möglich – gemeinsam weiterzuentwickeln. Der Kanal ist vom Berufsverband als niedrigschwelliges Forum für kollegialen und sachorientierten Austausch konzipiert. Unterschiedliche Perspektiven aus dem Arbeitsalltag – von Grabung über Fachprojektleitung bis hin zu Spezialdisziplinen – seien ausdrücklich erwünscht. Auch Berufseinsteiger, befristet Beschäftigte oder freiberuflich Tätige lädt CIfA Deutschland herzlich ein, sich einzubringen. Einmal jährlich werden über den Discord-Kanal zudem Abstimmungen im Vorfeld der Lohnverhandlungen organisiert. Diese dienen dazu, ein belastbares Meinungsbild unter den beteiligten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erheben und die Position des AK Arbeitnehmer entsprechend zu legitimieren.

Wer dem Discord-Kanal der AG Arbeitnehmer von CIfA Deutschland beitreten möchte, nutzt bitte folgenden Einladungslink: https://discord.gg/Tu6ZVNgQ

 

9         Ausstellungen und Museen

9.1         Entsorgung von Sammlungsobjekten soll für Japans Museen möglich werden

Zahlreiche Museen in Japan haben ihre Lagerkapazitäten überschritten. Bisher existiert in Japan keine ausdrückliche Regelung zum dauerhaften Abgeben oder Entfernen von Sammlungsobjekten. Das soll sich 2026 ändern. Ein Entwurf der auf dem japanischen Museumsgesetz basierenden Standards würde neu formulieren: "Museen sollten auf Grundlage einer Neubewertung ihrer Bestände prüfen, ob Austausch, Übertragung, Verleih, Rückgabe oder Entsorgung einzelner Objekte in Betracht kommen".

"Gesetzesänderung geplant. Japan will Museen die Entsorgung von Sammlungsobjekten erlauben" (Sumikai, 20.2.): https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/japan-will-museen-die-entsorgung-von-sammlungsobjekten-erlauben-373265/

"Depots sind voll. Museen in Japan stoßen an ihre Grenzen bei der Lagerung von Kulturgütern" (Sumikai, 29.3.): https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/kultur/museen-in-japan-stossen-an-ihre-grenzen-bei-der-lagerung-von-kulturguetern-374645/

 

10    Und sonst …

10.1    Landtagswahl in Baden-Württemberg: Sichtung der Wahlprogramme in Bezug auf Archäologie und Denkmalschutz

Für die am 8.3. erfolgte Landtagswahl in Baden-Württemberg unterzog sich R. Schreg im Blog "Archaeologik" der Mühe, die Wahlprogramme der einschlägigen Parteien zu sichten im Hinblick auf Aussagen zu Archäologie und Denkmalschutz. Mit durchaus interessanten Aussagen. So versprechen z. B. die Grünen (30,2%): "Unsere Landesmuseen sind wichtige Orte der Forschung, der Bildung und der Wissenschaftskommunikation. Wir werden den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in die Sammlungsausstellungen der Landesmuseen fortsetzen. Es ist unsere Aufgabe, die Landesmuseen zukunftsfest aufzustellen." Sodann das Versprechen: "Mit der eigenen Eiszeitkunst-Konzeption werden wir das Bewusstsein für die historische Bedeutung dieses großartigen UNESCO-Weltkulturerbes weiter voranbringen. Die Eiszeitkunst ist genauso Bestandteil unserer baden-württembergischen Kulturgüter im starken ländlichen Raum wie die staatlichen Schlösser und Gärten, die jedes Jahr mehrere Millionen Besucher*innen anziehen." Die CDU (29,7%) verspricht: "Wir werden unsere reichhaltige Kunst- und Kulturlandschaft erhalten und Baden-Württemberg als Kulturland weiter stärken." - konkretisiert dies allerdings einzig als Erhalt der digitalen Daten. Die SPD (5,5%) bekennt sich (wie die Grünen) zur Provenienzforschung und unterstreicht (wie die Grünen) "die Forderung nach freiem Eintritt zu Dauerausstellungen in den Landesmuseen". Und so weiter. Im Blog Archaeologik werden anschließend auch die Angebote der AfD, der FDP, der Linken und von VOLT thematisiert, man lese selbst ...

"Wahlprogramme aus Baden-Württemberg - fast ein Totalausfall für Kulturerbe, Denkmalpflege und Kulturwissenschaften" (Archaeologik, 28.2.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/02/wahlprogramme-aus-baden-wurttemberg.html

"Ergebnisse zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg. Zahlen. Wahlkreise. Analysen" (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, März 2026): https://www.landtagswahl-bw.de/ergebnisse-2026

 

10.2    Eineinhalb Jahre, 23 Bände: "Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg"

Mit dem im Juli 2007 erschienenen Band von Melanie Eigen "Die eisenzeitliche und römische Siedlung von Tönisvorst‐Vorst (Kreis Viersen)" begründete die DGUF ihre neue Reihe "Archäologische Quellen", in der "rohe" Grabungsberichte auch ohne aufwändige wiss. Auswertung publiziert werden, also in etwa in der Fassung, in der sie bald nach Projektabschluss auch als Grabungsbericht in die Archive der staatlichen Denkmalbehörden gegeben werden. Das Format war damals neu, und es dauerte mehr als ein Jahrzehnt, bis es von Dritten aufgegriffen und kopiert wurde. Doch seit Anfang der 2020er-Jahre wird das Konzept von mehreren Landesarchäologien in Deutschland aufgegriffen, die ein ähnlich schlichtes Publikationsformat neben ihre etablierten, sorgfältig lektorierten und aufwändig gedruckten wissenschaftlichen Reihen stellen. Inzwischen gibt es ähnliche Reihen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland, Westfalen, ... Einen besonders engagierten Weg geht hierbei - zumindest soweit öffentlich sichtbar - die Landesarchäologie in Baden-Württemberg: Hier wurden 2023 eine Arbeitsgruppe gegründet "PIA: Pilotprojekt Inwertsetzung Ausgrabungen" und gleich zwei Reihen begründet: die "Dokumente ..." mit knapp redaktionell betreuten rohen Grabungsberichten, die allein online publiziert werden, und die "Materialien ...", die als Sammelbände mit etwas mehr Lektorat, Redaktion und Bebilderung ausgelegt sind und - wie die "Quellen" der DGUF - neben der Online-Publikation auch als Druckausgabe erhältlich sind. Bemerkenswert ist, dass den Plänen konsequent auch Taten folgen: Band 1 der Dokumente erschien im August 2024, eineinhalb Jahre später im Januar 2026 erschien bereits Band 23. Klar, an Material dieser Art mangelt es gewiss in keiner Landesarchäologie, aber hier folgen dem guten Vorsatz auch Taten, in dichter Folge.

Reihe "Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg": https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/view/schriftenreihen/sr-88.html

Siegmund, F. & Scherzler, D. (2007). Vorwort der Herausgeber. In Eigen, M. (2007). Die eisenzeitliche und römische Siedlung von Tönisvorst‐Vorst (Kreis Viersen). (Archäologische Quellen, 1). (S. I-IV). Kerpen-Loogh: DGUF-Verlag. https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/catalog/book/276

Krausse, D., Ebinger, N. & Link, Th. (2024). Das "Pilotprojekt Inwertsetzung Ausgrabungen" (PIA). In Krausse, D., Ebinger, N. & Link, Th. (Hrsg.). PIA 1: Bericht des Pilotprojekts Inwertsetzung Ausgrabungen (Materialien zur Archäologie in Baden-Württemberg, 1). (S. 11-19). Heidelberg: Propylaeum. https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/catalog/book/1493

 

10.3    PropylaeumNEWS - der neue Newsletter von Propylaeum

Seit dem Gang der Archäologischen Informationen 2013 in den Open Access und zu Propylaeum (UB Heidelberg) haben sich zahlreiche archäologische Fachzeitschriften und Monografienreihen bei Propylaeum versammelt. Daher ist von Interesse, dass der Fachinformationsdienst (FID) Altertumswissenschaften / Propylaeum nun einen eigenen Newsletter herausgibt, der monatlich über neue Entwicklungen im FID Altertumswissenschaften, über Informationsveranstaltungen und vor allem über Neuerscheinungen informiert.

Anmeldung für den Newsletter: https://www.propylaeum.de/service/newsletter

Erster Newsletter "PropylaeumNEWS" Nr. 1/2026: https://t6cd92f76.emailsys1a.net/mailing/287/8882567/0/3f9804c1c8/index.html

 

10.4    Neu: LEIZA Journal of Archaeology (LJA)

Das LEIZA bringt eine neue Zeitschrift auf den Weg. Klar: online, englischsprachig, peer-reviewed (double blind), Diamond Open Access, dazu Ergänzende Materialien wie Open Data. Im Hintergrund "renommierte Expert:innen" in einem international besetzten Editorial Board. Wer auf eine solche gewiss einzigartige (oder?) Publikationsmöglichkeit schon lange gewartet hat, findet weitere Informationen auf der Website des LEIZA.

LEIZA Journal of Archaeology: https://www.leiza.de/forschung/publikationen/leiza-journal-of-archaeology