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DGUF Newsletter Nr. 140 vom 04.08.2026

Inhalt

1  DGUF-Nachrichten

1.1 Die Studierenden- und Absolventenzahlen in den Fächern UFG & AMANZ und Provinzialrömische Archäologie im Jahr 2025

1.2 DGUF-Monitoring-Report privatwirtschaftliche Archäologie 2025

1.3 Online-Ausgabe der Archäologischen Informationen durch Web Application Firewall geschützt

1.4 Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: A. Antrobus et al., Burnt Mounds and the Bronze Age Exploitation of the Suffolk Claylands. Excavations at Fornham All Saints (Marham Park), Laxfield and Hepworth

2  Tagungen und Veranstaltungen

2.1 Archäologiemesse 2026 gewinnt Konturen (Leipzig, 5.-7.11.)

2.2 Tag des offenen Denkmals (bundesweit, 13.9.)

2.3 Workshop "Exploring Public Archaeology: Methods, Trends, Societal Impact" (Athen, 27.8.)

3  Forschung

3.1 Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"

3.2 Aktuelle Ausgrabungen und Forschung in den Medien

3.3 Rising Star: Die ersten molekularen Daten zu Homo naledi

3.4 Unbekannte archaische Linien: unsere "Geistervorfahren"

3.5 Exakte Naturbeobachtungen: Zwei 40.000 Jahre alte Vogelfiguren aus dem Hohle Fels (Baden-Württemberg)

4  Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

4.1 NFDI4Objects führt in "Quarto" ein

5  Kulturgutschutz

5.1 Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien

5.2 "Kleine Anfrage" im Bundestag zum UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes

5.3 Goldener Halsring von Vix gestohlen

5.4 Himmelsscheibe von Nebra: Fundort Mittelberg - der Finder sagt aus

6  Denkmalschutz und Denkmalpolitik

6.1 Hessen: Novellierung Denkmalschutzgesetz

6.2 Niedersachsen: Novellierung des Denkmalschutzgesetzes

6.3 Niedersachsen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) schafft Grundlagenwissen über Untere Denkmalschutzbehörden

6.4 "Leipziger Erklärung" - Denkmalfachämter fordern ihre Stärkung

6.5 Dresden: Offener Brief gegen die Eingliederung der Landesarchäologie in die sächsische Staatsverwaltung und das Herauslösen des smac aus der Archäologie

6.6 Auch das DSchG in Sachsen wird novelliert

6.7 Weniger Denkmalschutz in NRW: Parlament novelliert das Denkmalschutzgesetz

7  Beruf Archäologie

7.1 DFG läutet Fachkollegienwahl 2027 ein

7.2 Albert Einstein World Award for Science für Katerina Harvati

8  Berufsverband

8.1 CIfA Deutschland nimmt Stellung zu den aktuellen Novellierungen der Denkmalschutzgesetze, u.a. in Niedersachsen

9  Bürger und Archäologie & Citizen Science

9.1 Aktuelles rund um Citizen Science in den Medien

9.2 Landesarchäologie Hessen: mal wieder gegen die Vernunft

 

 

1         DGUF-Nachrichten

 

1.1        Die Studierenden- und Absolventenzahlen in den Fächern UFG & AMANZ und Provinzialrömische Archäologie im Jahr 2025

Die seit 2019 jährlich von der DGUF durchgeführte Erhebung zeigt für 2025 eine weitgehende Stabilisierung der Zahlen auf dem relativ niedrigen Niveau des Jahres 2024. Frank Siegmunds Prognose für die Jahre 2026-2028 zeigt, dass die Anzahl der MA-Abschlüsse in etwa auf dem (niedrigen) Niveau der Jahre 2023-2025 liegen wird. Der tatsächliche Arbeitskräftebedarf ist weitaus höher.

Siegmund, F. (2026). Die Studierenden- und Absolventenzahlen in den Fächern Ur- und Frühgeschichte sowie Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und Provinzialrömische Archäologie im Jahr 2025. Archäologische Informationen 49, Early View, online publiziert 29. Juni 2026. https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_siegmund1.pdf

 

1.2        DGUF-Monitoring-Report privatwirtschaftliche Archäologie 2025

Die jährliche Umfrage der DGUF über das zurückliegende Wirtschaftsjahr bei archäologischen Fachfirmen in Deutschland erweist das Jahr 2025 als von Wachstum geprägt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Mitarbeitenden um 11,0 % gestiegen, insgesamt dürften derzeit ca. 3.330 Archäologinnen und Archäologen in dieser Branche tätig sein. Der Branchenumsatz liegt deutschlandweit bei 274 Mio. Euro. Gegenüber 2024 ist das Gehaltsniveau für die Angestellten leicht gestiegen, jedoch deutlich geringer als das Umsatzwachstum. Die Stimmung bei den Firmeninhabern ist gut, für 2026 ist ein kräftiger Personalausbau geplant

Siegmund, F. (2026). Kräftiges Personal- und Umsatzwachstum bei nur leichtem Lohnwachstum – DGUF-Monitoring-Report privatwirtschaftliche Archäologie 2025. Archäologische Informationen 49, Early View, online publiziert 4. Juli 2026. https://www.dguf.de/fileadmin/AI/archinf-ev_siegmund2.pdf

 

1.3        Online-Ausgabe der Archäologischen Informationen durch Web Application Firewall geschützt

Seit dem 29.7. ist für das OJS System der UB Heidelberg, d.h. u.a. für die Online-Ausgabe der Archäologischen Informationen, eine so genannte Web Application Firewall aktiv, um die automatisierten Massen-Anfragen von Bots und KI-Crawlern einzudämmen. Diese Software prüft jede Anfrage, was zur Folge hat, dass alle Besucher einmalig einen kurzen Hinweis im Browser eingeblendet bekommen, bevor sie zum eigentlich Inhalt weitergeleitet werden. Der legitime Abruf aller Zeitschriften-Inhalte sollte ohne Schwierigkeiten funktionieren. Falls Probleme auffallen oder gemeldet werden, bittet das OSJ-Team der UB Heidelberg um Mitteilung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

 

1.4        Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: A. Antrobus et al., Burnt Mounds and the Bronze Age Exploitation of the Suffolk Claylands. Excavations at Fornham All Saints (Marham Park), Laxfield and Hepworth

Unter den zahlreichen Publikationen, welche die Herausgeber der "Archäologischen Informationen" zur Rezension ausschreiben, sei diesmal auf einen im Februar erschienenen Band hingewiesen, der Befunde aus der Glockenbecherkultur bis zur späten Bronze- und frühen Eisenzeit vorstellt, die im Rahmen dreier Verursachergrabungen in Suffolk freigelegt wurden. Aus dem Klappentext: "At Marham Park (Fornham All Saints), overlooking the valley of the River Lark, features included a Beaker period burnt mound complex, a Beaker roundhouse, Beaker pits, an Early Bronze Age burnt mound complex, Middle Bronze Age field systems/enclosures and probable Late Bronze Age/Early Iron Age land division boundaries. At Laxfield, above a tributary of the River Blyth, a burnt mound site of earlier Bronze Age date was located in the vicinity of subsequent Middle Bronze Age enclosures. At Hepworth, a fragmentary Beaker period/Early Bronze Age burnt mound site was recorded on higher land above tributaries of the River Dove." Wenn Sie Interesse an einer Rezension haben, richten Sie bitte Ihre Anfrage mit einer kurzen Begründung, weshalb Sie dieses Werk besprechen wollen, an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Alle Rezensionsangebote der "Archäologischen Informationen" mit weiteren Informationen zu Modalitäten und Ablauf: https://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/publikationen/AI/dguf-dok_arch-inf_rezensionsangebote.pdf

Abbey Antrobus, Richard Mortimer, Michael Green, Chris Fern, Rebecca Smart: Burnt Mounds and the Bronze Age Exploitation of the Suffolk Claylands. Excavations at Fornham All Saints (Marham Park), Laxfield and Hepworth. Archaeopress, 192 pages. February 2026. https://www.archaeopress.com/Archaeopress/Products/9781917215046

 

2         Tagungen und Veranstaltungen

2.1        Archäologiemesse 2026 gewinnt Konturen (Leipzig, 5.-7.11.)

Die von CIfA Deutschland organisierte Archäologie-Messe in Leipzig, dreitägig vom 5.-7.11., hat nun ein "Programm" publiziert, richtiger: die Liste der Aussteller, insgesamt 22 Stände. Während der Messe wird es zudem einige "Events" geben (Vorträge, Diskussionsrunden), u. a. eine Podiumsdiskussion zum Thema "Chancen im Berufsfeld Archäologie". Am Freitag hält die DGUF ihre mit Vorträgen dicht gepackte Jahrestagung ab: "Zwischenbilanz Lineare Projekte: Chancen, Learnings, Verbesserungspotenziale". Am Samstag folgt die Jahrestagung von CIfA Deutschland. Drei gute Gründe, Anfang November in Leipzig zu sein! ... und eine gute Gelegenheit, einmal einen weniger akademisch geprägten Blick auf die deutsche Archäologie zu werfen. Nicht zuletzt: für Arbeit Suchende ein optimaler Ort, sich persönliche Eindrücke von potenziellen Arbeitgebern zu verschaffen und Kontakte zu knüpfen. So viele Arbeitgeber an einem Ort wird man 2026 nirgendwo anders antreffen.

CIfA Deutschland: "Archäologiemesse 2026: 5.-7. Nov. 2026, Messe Leipzig, im Rahmen der denkmal: https://cifa-deutschland.de/veranstaltungen/archaeologie-messe

DGUF: "Zwischenbilanz Lineare Projekte: Chancen, Learnings, Verbesserungspotenziale": https://www.dguf.de/tagungen-events/tagungen/aktuelle-tagung

CIfA Jahrestagung 2026: "Nachhaltigkeit in der Archäologie – Verantwortung für Daten, Funde und Wissen": https://cifa-deutschland.de/veranstaltungen/tagungen

 

2.2        Tag des offenen Denkmals (bundesweit, 13.9.)

Das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgegebene Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" legt in diesem Jahr den Fokus auf Bewegung, Austausch und Verbindungen, die durch Denkmale erzeugt oder begünstigt werden. Der Tag des offenen Denkmals 2026 am Sonntag, 13.9., soll Veranstaltern die Möglichkeit bieten, das Bewusstsein für die Relevanz von Bau- und Bodendenkmalen und dem Denkmalschutz allgemein als gesamtgesellschaftliche Aufgabe weiter zu stärken. Wer mit seiner Ausgrabung oder seinem archäologischen Befund dabei sein will: Noch läuft die Nachmeldephase.

Tag des offenen Denkmals: https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/

Denkmal anmelden (Nachmeldephase): https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstalter

 

2.3        Workshop "Exploring Public Archaeology: Methods, Trends, Societal Impact" (Athen, 27.8.)

While research on public archaeology is increasing at a national level, it remains underrepresented in written professional discourse. Thus, fostering connections on a European level is still crucial. This workshop aims to link national initiatives and explore interaction areas between archaeology and society, focusing on social media, urban development, cultural heritage protection, and the climate-humanity nexus. The organizers aim to address common challenges and strategize overcoming them. A key outcome of this workshop will be the collaborative development of a position paper. – The workshops is part (as session #83) of the EAA Annual Conference in Athens and associated with DGUF.

https://submissions.e-a-a.org/eaa2026/sessions/overview/index

 

3         Forschung

3.1        Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"

Gutsmiedl-Schümann, D. & Palmowski, V. (2026). Tagungsbericht: Frühgeschichte erzählen. Session der AG Spätantike und Frühmittelalter (AGSFM) auf der WSVA/MOVA-Tagung 25.–29.9.2023 in Tübingen. Archäologische Informationen 49, Early View, online publiziert 17. Juli 2026.

Siegmund, F. (2026). Kräftiges Personal- und Umsatzwachstum bei nur leichtem Lohnwachstum – DGUF-Monitoring-Report privatwirtschaftliche Archäologie 2025. Archäologische Informationen 49, Early View, online publiziert 4. Juli 2026.

Siegmund, F. (2026). Die Studierenden- und Absolventenzahlen in den Fächern Ur- und Frühgeschichte sowie Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und Provinzialrömische Archäologie im Jahr 2025. Archäologische Informationen 49, Early View, online publiziert 29. Juni 2026.

https://www.dguf.de/early-views

 

3.2        Aktuelle Ausgrabungen und Forschung in den Medien

"Unique Discovery in Sardis Set to Illuminate Anatolian Archaeology" (Archaeology, 4.8.): https://www.archaeologs.com/articles/unique-discovery-in-sardis-set-to-illuminate-anatolian-archaeology

"Ancient bullets reveal where a Roman camp hid in the Pyrenees of Spain before being ambushed

Researchers found the remains of a Roman camp from 39 B.C. that was ambushed by locals in what's now Catalonia, Spain" (Live Science, 3.8.): https://www.livescience.com/archaeology/romans/ancient-bullets-reveal-where-a-roman-camp-hid-in-the-pyrenees-of-spain-before-being-ambushed

"The big feet of Paranthropus boisei. New analysis of footprint trackways suggest a larger body size than previously thought for this Early Pleistocene human relative" (John Hawks, 2.8.): https://www.johnhawks.net/p/the-big-feet-of-paranthropus-boisei

Lkr. Göppingen: "Archäologen legen 'Römische Autobahn' am A8-Albaufstieg frei" (SWR, 31.7.): https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/drackenstein-alblimesstrasse-archaeologische-ausgrabungen-a8-albaufstieg-102.html

"Beispiellose Ausgrabung von Töpferöfen aus der Römerzeit im Burgenland" (Universität Wien, 30.7.): https://www.univie.ac.at/aktuelles/press-room/pressemeldungen/detail/beispiellose-ausgrabung-von-toepferoefen-aus-der-roemerzeit-im-burgenland

Brasilien: "Odd shapes hidden in dense Amazon rainforest reveal sprawling ancient civilization: Newly found earthworks suggest about 3 million people might have lived in just about 3% of the forest’s entire area" (Science News, 29.7.): https://www.science.org/content/article/odd-shapes-hidden-dense-amazon-rainforest-reveal-sprawling-ancient-civilization

"Weltgewandt & wohlgenährt: Die Vorfahren der heutigen Bayern" (BR, 28.7.; Video, 8:55 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=AJfMmZ_ThWQ

"Archaeologists uncover lavish Bronze Age burial of young woman in Greater Khorasan" (Phys.org, 28.7.): https://phys.org/news/2025-07-archaeologists-uncover-lavish-bronze-age.html 

Ägypten: "Hunderte Grabbeigaben in Tell Quesna gefunden" (Selkets Blog, 26.7.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/hunderte-grabbeigaben-in-tell-quesna-gefunden

"Rund 7500 Sprachen gibt es derzeit auf der Welt. Sie glauben, das ist viel? Forschern zufolge waren es einst deutlich mehr" (Spiegel, 24.7.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/studie-im-altertum-gab-es-zehntausende-sprachen-a-b2b11dd2-c0d8-4c29-80b3-27c92a7b1921

Frühmittelalter: "Grab zweier Neugeborener in antiker Latrine von Ephesos entdeckt" (ÖAW, 23.7.): https://www.oeaw.ac.at/news/grab-zweier-neugeborener-in-antiker-latrine-von-ephesos-entdeckt-1-1

"Drei Felsengräber aus dem Neuen Reich in Sakkara entdeckt" (Selkets Blog, 23.7.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/drei-felsengraeber-aus-dem-neuen-reich-in-sakkara-entdeckt

"Mehr als 2.000 Jahre alte römische Münzen in Halle entdeckt" (MDR, 22.7.): http://mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/halle/roemische-silber-muenzen,archaeologie-fund-100.html

Windisch: "Roman wall unearthed under Swiss city linked to Emperor Tiberius" (Swissinfo, 22.7.): https://www.swissinfo.ch/eng/various/the-first-fort-wall-in-vindonissa-was-probably-built-during-the-reign-of-emperor-tiberius/91783101

"Traces of insect DNA in dental calculus may reveal bug-eating past. A study finds that Neanderthals had comparable insect trace evidence as gorillas and western chimpanzees" (John Hawks, 18.7.): https://www.johnhawks.net/p/traces-of-insect-dna-in-dental-calculus

"Ägyptische Prinzessinnen kämpften wohl mit Pfeil, Dolch und Streitkolben. Waffen in Frauengräbern galten oft als symbolisch. Neue Analysen von Mumien aber deuten an: Ägyptische Prinzessinnen könnten selbst erfahrene Kämpferinnen gewesen sein." (Spiegel, 17.7.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/aegyptische-prinzessinnen-kaempften-wohl-mit-pfeil-dolch-und-streitkolben-a-33f8d1c9-4610-40e5-87da-7f080a3de786

Guatemala: "Archäologen entschlüsseln Namen eines Maya-Astronomen. Vor etwa 1200 Jahren stellte ein Gelehrter der Maya komplexe Berechnungen an. Seinen Namen haben Forschende nun Mikrotexten in einer Kammer der Ruinenstadt Xultún zugeordnet" (Spiegel, 15.7.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/maya-staette-in-guatemala-archaeologen-entschluesseln-namen-eines-astronoms-und-mathematikers-a-87f6b464-f58e-47d1-a486-7ddc07f886dd

"König Heinrich I. und der 'Schädelkult' der SS. Neue Studie erhellt dunkles Kapitel der Archäologie" (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte, 14.7.): https://idw-online.de/de/news874465

"Ausgrabung 2.0: Neuzeit-Archäologie erforscht, was kaum 100 Jahre alt ist: Konzentrationslager, Ölfelder, Hüttendörfer" (P.M., 14.7.): https://pm-wissen.com/interview/ausgrabung-2-0/

"18 ancient Egyptian tombs with dozens of gold 'tongues' discovered along the Mediterranean coast" (Live Science, 13.7.): https://www.livescience.com/archaeology/ancient-egyptians/18-ancient-egyptian-tombs-with-dozens-of-gold-tongues-discovered-along-the-mediterranean-coast

"Wie brachte Hannibal seine Elefanten über die Alpen? Neue Hinweise auf die wahrscheinlichste Route des historischen Feldzugs" (Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, 6.7.): https://www.idiv.de/de/wie-brachte-hannibal-seine-elefanten-ueber-die-alpen/

"Größeres Gehirn, kleineres Gesicht: Menschliche Evolution verlief anders als gedacht. Neue Studie stellt langjährige Annahmen zur Evolution des menschlichen Schädels infrage" (Senckenberg, 6.7.): https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/groesseres-gehirn-kleineres-gesicht-menschliche-evolution-verlief-anders-als-gedacht/

"Familiäre Verbindungen bei Elitebestattungen der Skythen in der eurasischen Steppe. Alte DNA verrät, wie politische Macht und Elitenstatus in nomadischen Gesellschaften der Eisenzeit gesichert wurden" (MPF, 3.7.): https://www.mpg.de/26854232/familiaere-verbindungen-zwischen-den-elitebestattungen-der-skythen-in-der-eurasischen-steppe

"Undisturbed ancient Maya city discovered in Mexican jungle. Minanbé, an intact site in the Calakmul Biosphere Reserve, sheds new light on the Maya Lowlands" (The Art Newspaper, 1.7.): https://www.theartnewspaper.com/2026/07/01/ancient-maya-city-minanbe-discovered-mexican-jungle-campeche

"Alte DNA an Höhlenwänden nachgewiesen. Menschliche DNA kann Jahrtausende an Höhlenwänden überdauern und gibt Einblicke in prähistorische menschliche Aktivitäten - auch ohne Ausgrabungen" (MPG, 24.6.): http://mpg.de/26841958/alte-dna-an-hoehlenwaenden-nachgewiesen

"Rätsel in der Baugrube: Archäologischer Sensationsfund am Mainufer" BR, 24.6.; Video, 7:02 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=kQAjNlNGOMQ

"Neandertaler in Nordwesteuropa im Fokus. Neue genetische Studie zeigt regionale Vielfalt kurz vor dem Verschwinden der Neandertaler" (MPG, 24.6.): https://www.mpg.de/26835839/neandertaler-in-nordwesteuropa-im-fokus

"Mensch und Hund sind weltweit enger verbunden als gedacht. Neue kulturvergleichende Studie zeigt: Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist in unterschiedlichen Gesellschaften bemerkenswert ähnlich" (MPG, 23.6.): https://www.mpg.de/26831808/mensch-und-hund-weltweit-enger-verbunden-als-gedacht

Ägypten: "Neue Funde in Qasr El-Qadim in der Oase Bahariya" (Selket's Blog, 21.6.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/neue-funde-in-qasr-el-qadim-in-der-oase-bahariya

"Pest tötete Menschen schon vor 5500 Jahren. Im Mittelalter fielen der Pest in Europa Millionen Menschen zum Opfer. Doch schon lange vorher gab es tödliche Ausbrüche, wie eine neue Studie zeigt. Dabei starben besonders viele Kinder" (Spiegel, 18.6.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-pest-toetete-menschen-schon-vor-5500-jahren-nachweis-fuer-ausbruch-in-sibirien-gefunden-a-e65234ec-11a1-4192-add3-04349c1c07ca

"Kostbarer Fund in Polen: Waffe aus dem 11. Jahrhundert gibt Forschern Rätsel auf" (WAZ, 18.6.): https://www.waz.de/panorama/article412301420/kostbarer-fund-in-polen-waffe-aus-dem-11-jahrhundert-gibt-forschern-raetsel-auf.html

"'Magisches' Artefakt: Heidelberger Forscher entziffern antike Fluchtafel. Fundstück aus dem römischen Niedergermanien trägt eine seltene griechische Inschrift mit einem Bindezauber gegen Feinde" (Universität Heidelberg, 16.6.): https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/magisches-artefakt-heidelberger-forscher-entziffern-antike-fluchtafel

Ägypten: "Fundstücke aus mehreren Epochen in Ehnasya el-Medina" (Selket's Blog, 14.6.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/fundstuecke-aus-mehreren-epochen-in-ehnasya-el-medina

"Restoring Truth and Sanity to American History": "Trump darf Geschichte nicht umschreiben" (Archaeologik, 13.6.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/06/trump-darf-geschichte-nicht-umschreiben.html

"Aktuelle Einblicke in die Arbeiten am Grabmal Ottos des Großen im Magdeburger Dom" (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte, 11.6.): https://idw-online.de/de/news872429

"Il y a 10 000 ans à Vitry-sur-Seine : un campement de chasseurs cueilleurs mésolithiques en bord de Seine" (INRAP, 9.6.): https://www.inrap.fr/il-y-10-000-ans-vitry-sur-seine-un-campement-de-chasseurs-cueilleurs-20762

"7 000 ans d’occupations de la vallée de la Meuse à Ancemont (Meuse)" (INRAP, 9.6.): https://www.inrap.fr/7-000-ans-d-occupations-de-la-vallee-de-la-meuse-ancemont-meuse-20754

"The ancient mixture in cave lion genomes. Introgression is widespread among lineages of big cats. Our ancestors encountered one of the biggest products" (John Hawks, 6.6.): https://www.johnhawks.net/p/the-ancient-mixture-in-cave-lion

"Aux sources de Sequana, un programme de recherche archéologique au sanctuaire antique de Source-Seine (Côte-d’Or)" (INRAP, 5.6.): https://www.inrap.fr/aux-sources-de-sequana-un-programme-de-recherche-archeologique-au-sanctuaire-20755

"Taimeringer Mammut wurde vermutlich zerlegt von Jägern und Sammlern" (Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns, 3.6.): https://snsb.de/taimeringer-mammut/

Ägypten: "Spektakuläre Grabbeigaben in Heliopolis entdeckt" (Selket's Blog, 2.6.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/spektakulaere-grabbeigaben-in-helipolis-entdeckt

Eifel: "Siedlung aus dem Frühmittelalter entdeckt. Das Geheimnis von Hasborn: Archäologen machen rätselhafte Entdeckung" (SWR, 31.5.): https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/einzigartige-siedlung-in-der-eifel-gibt-archaeologen-raetsel-auf-100.html

 

3.3        Rising Star: Die ersten molekularen Daten zu Homo naledi

2013 waren die Knochen von mehr als 20 Individuen der Homininen-Art Homo Naledi im südafrikanischen Höhlensystem Rising Star entdeckt worden. Eine neuartige Methode zur Untersuchung fossiler Zähne zeigt nun, dass in keiner der untersuchten Proben männliche Marker vorliegen, d. h. dass alle Knochen von weiblichen Individuen stammen. "Das sind ausgesprochen spannende Ergebnisse. Sie weisen auf die kulturelle und vielleicht sogar symbolische Bedeutung der Fundstelle Rising Star hin", zitiert "National Geographic die Archäologin Katerina Douka (Universität Wien). Forschende vertreten die Auffassung, dass Homo naledi vor 300.000 Jahren in Rising Star seine Toten bewusst bestattete, Feuer nutzte und mit Steinwerkzeugen symbolische Kreuzschraffuren in die Höhlenwände ritzte.

Madupe P, Taurozzi A, Koenig C et al.: Proteomic analysis of dental enamel from 20 Homo naledi individuals shows no male markers. Cell, 24 June 2026: https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(26)00644-6

Alle Homo naledi-Fossilien in einer Höhle könnten weiblich gewesen sein. Proteinanalyse wirft weitere Fragen auf, wie die Homo naledi-Knochen tief unter die Erde gelangten" (MPG, 24.6.): https://www.mpg.de/26839104/analysen-uralter-zaehne-zufolge-koennten-alle-homo-naledi-fossilien-in-einer-hoehle-weiblich-gewesen-sein

"The first molecular data from Homo naledi. Protein data from the Rising Star cave system show the known sample of this species is entirely female" (John Hawks, 25.6.): https://www.johnhawks.net/p/the-first-molecular-data-from-homo

Neues Rätsel um Frühmensch Homo naledi: Warum lagen in einer Höhle nur weibliche Skelette? (National Geographic, 25.6.): https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2026/06/neues-raetsel-um-fruehmensch-homo-naledi-warum-lagen-in-einer-hoehle-nur-weibliche-skelette/

 

3.4        Unbekannte archaische Linien: unsere "Geistervorfahren"

Neandertaler und Denisova-Menschen paarten sich mit den Vorfahren des modernen Menschen und hinterließen dabei verräterische DNA-Spuren in unserem Genom. Nun liegen Belege für eine Vermischung des modernen Menschen mit zwei weitaus älteren, aber unbekannten Vorfahren vor. Einer der unbekannten Vorfahren – von den Forschern als "Geistervorfahr" bezeichnet – paarte sich vor mehr als 50.000 Jahren in Afrika mit dem modernen Menschen, also noch vor der jüngsten Auswanderungswelle des Homo sapiens aus Afrika nach Europa und Asien. Diese Gene machen etwa 1 % des Genoms heutiger Menschen aus. Das ähnelt dem Anteil an Neandertaler-DNA im menschlichen Erbgut. Jene unbekannte Homininen-Linie hatte sich von der Linie des modernen Menschen etwa zur gleichen Zeit abgespalten, als sich auch die Wege von Neandertalern und Denisova-Menschen trennten (vor rund 800.000 Jahren); allerdings sei es – so die Forscher der Universität Berkeley – bereits früher zu einer Vermischung mit dem modernen Menschen gekommen. Die Forscher konnten nachweisen, dass dieses Erbgut bei allen heutigen Menschen vorhanden ist. Den zweiten Geistervorfahren nennen die Forscher den "super-archaischen Vorfahr". Er gehörte zu einer Homininen-Gruppe, deren Ursprung in einer 1,8 Mio. Jahre alten Linie lag. Diese Gruppe paarte sich vor mehr als 200.000 Jahren in Eurasien mit Denisova-Menschen. Durch die spätere Vermischung der Denisova-Menschen mit dem Homo sapiens gelangte ein Teil dieser super-archaischen DNA in das Erbgut des modernen Menschen. – Die Technik, welche diese Ergebnisse ermöglichte, nennt sich TRACE: TRacking Archaic Contributions via ARG Estimation. Anhand von Genomdaten moderner Individuen aus der ganzen Welt rekonstruierten die Forschenden genealogische Beziehungen im gesamten Genom. So können genetische Beiträge ausgestorbener menschlicher Populationen aufgedeckt werden, selbst wenn keine alte DNA vorhanden ist. – Die wissenschaftliche Publikation wurde am 30.7. in "Science" publiziert.

"Spuren von 'Geistervorfahren' im menschlichen Erbgut entdeckt" (Spiegel, 31.7.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/evolution-forscher-finden-hinweise-auf-ausgestorbene-geistervorfahren-a-4a62e3d9-1054-4987-9d14-600b5b831daa

Yulin Zhang et al.: "Recovering signatures of archaic hominin introgression using ancestral recombination graphs." Science0,eaef8874DOI:10.1126/science.aef8874 https://www.science.org/doi/10.1126/science.aef8874

 

3.5        Exakte Naturbeobachtungen: Zwei 40.000 Jahre alte Vogelfiguren aus dem Hohle Fels (Baden-Württemberg)

Zwei aus Mammutelfenbein geschnitzte, aurignacienzeitliche Vogelfiguren aus dem zum UNESCO-Welterbe gehörenden "Hohle Fels" wurden am 29.7. von der Universität Tübingen als ihr "Fund des Jahres" präsentiert. Die Vögel sind kaum größer als ein Daumennagel – und sehr detailreich: Es handelt sich um eine fast vollständige Darstellung eines ruhenden, vielleicht brütenden, Vogels und um die Darstellung eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln. "Hier ist dem Mammutstoßzahn nicht nur irgendeine vereinfachte Form eines Vogelkörpers abgerungen worden", sagt Forschungsleiter Prof. Nicholas Conard, "hier wurden exakte Naturbeobachtungen in Figuren umgesetzt, deren Detailreichtum selbst eine Auseinandersetzung mit den Fragen ermöglicht, welche Vogelart dargestellt ist und was diese tut." Die Figuren werden bis zum 4.4. im Blaubeurer Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst (urmu) ausgestellt.

"Zwei Vogelfiguren sind 'Fund des Jahres' aus der UNESCO-Welterbehöhle Hohle Fels" (Universität Tübingen, 29.7.): https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/zwei-vogelfiguren-sind-fund-des-jahres-aus-der-unesco-welterbehoehle-hohle-fels/

"'Fund des Jahres': Forscher finden 40.000 Jahre alte Vogelfiguren in Höhle" (Tagesschau, 29.7.): https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-fund-des-jahres-forscher-finden-40-000-jahre-alte-vogelfiguren-in-hoehle-100.html

 

4         Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

4.1        NFDI4Objects führt in "Quarto" ein

Am 14.7. fand als Online-Veranstaltung eine von der NFDI4Objects Task Area 6 "Qualification, Integration and Harmonisation" angebotene Einführung in "Quarto" statt, einem auf Markdown basierenden offenen Schreibsystem. Im Unterschied zu gängigen Office-Programmen, bei denen man zugleich schreibt und formatiert, zielen Auszeichnungssprachen wie z.B. Markdown, LaTex oder Quarto darauf ab, Autoren zunächst einmal beim auf die Inhalte fokussierten Schreibprozess zu unterstützen und das Formatieren erst in einem zweiten Schritt vorzunehmen. Die Besonderheit von Quarto ist das einfache Einbetten von Code, z.B. R oder Python, in das Geschriebene. Der vierstündige Kurs war umfassend und fordernd, gegen Ende hin "rauchten die Köpfe". Dennoch darf man festhalten: die Grundfertigkeiten in Quarto lassen sich in einem Nachmittag erlernen, danach kann man das System produktiv einsetzen. Eine Besonderheit des Kurses war gewiss das Übungs-Template, an dem - weit eingehender als üblich - wesentliche Elemente von "YAML" erklärt wurden - dem Tool, das die späteren Formatierungen festlegt. Einige der im Kurs verwendeten Materialien stehen weiterhin online zur Verfügung.

Die offizielle Quarto-Dokumentation: https://quarto.org/docs/reference/

Dokumentation der Quarto-Templates für FAIRedelte OER von NFDI4Objects: https://nfdi4objects.github.io/oer-template-dokumentation/

Die im Kurs verwendeten Skript- und Übungs-Templates:

https://github.com/nfdi4objects/oer-template-skript und

https://github.com/nfdi4objects/oer-template-uebung

Die HERMES Quarto Lektion wird demnächst im HERMES Hub veröffentlicht:

https://hermes-hub.de/lernen/datacarpentrieslektionen/

 

5         Kulturgutschutz

5.1        Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien

"Chersonesos: Weltkulturerbe auf der roten Liste" (Archaeologik, 3.8.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/08/chersonesos-weltkulturerbe-auf-der.html

"Das Fightback der Denkmalanwälte gegen die Trump'sche Aushebelung des Denkmalschutzes in den USA" (Archaeologik, 21.7.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/07/das-fightback-der-denkmalanwalte-gegen.html

"Kulturraub: LKA-Ermittlungen zu europaweit vernetzter Bande. Ende April hat die Polizei in Deutschland und Österreich 19 Gebäude durchsucht. Das Ziel: Geraubte Kulturgüter finden. Laut SWR-Recherche führen die Spuren nach Böblingen und Bad Dürkheim" (SWR, 27.6.): https://www.swr.de/swraktuell/kulturraub-durchsuchungen-badduerkheim-boeblingen-100.html

"Illegale Schatzsucher rund um Mainz: Warum das 'Raubgräbern' verboten ist. Menschen, die mithilfe von Metalldetektoren historische Schätze entdecken wollen, handeln illegal. Ein Archäologe erklärt, warum dieses Hobby so verheerend sein kann und was Mainz vom Umland unterscheidet" (Merkurist, 21.6.): https://merkurist.de/mainz/mit-metalldetektor-unterwegs-illegale-schatzsucher-rund-um-mainz-warum-das-raubgraebern-verboten-ist_AncI

Ukraine: "UNESCO-Welterbe brennt" (Archaeologik, 15.6.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/06/unesco-welterbe-brennt.html

 

5.2        "Kleine Anfrage" im Bundestag zum UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes

Jubiläum! - vor 25 Jahren wurde die UNESCO-Konvention zum Schutz des Unterwasserkulturerbes verabschiedet. Jubiläum! - seit 25 Jahren ratifiziert die Bundesrepublik diese UNESCO-Konvention nicht. Unter Unterwasserkulturerbe versteht die Konvention der UNESCO dabei alle Spuren menschlicher Existenz, die mehr als 100 Jahre unter Wasser gelegen haben und von historischer oder kultureller Bedeutung sind. Für Küstenstaaten wie Deutschland kommt dem UNESCO-Übereinkommen besondere Bedeutung beim Schutz des Unterwasser-Kulturerbes in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee zu. Während die Küstenländer und der Bund in den deutschen Küstengewässern auf bestehende Rechtsgrundlagen zum Schutz von Kulturgütern zurückgreifen können, bestehen für Fundstätten in der AWZ besondere rechtliche und organisatorische Herausforderungen, die eine internationale Abstimmung erfordern - und mit der Ratifizierung der Konvention geklärt würden. Die AWZ ist das Seegebiet jenseits der sog. 12-Meilen-Zone (ca. 22 km) bis maximal 200-Seemeilen (ca. 370 km) seewärts. In der Nordsee z. B. werden viele Offshore-Windparks in der AWZ angelegt. Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums hat die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Mitte Juli eine "Kleine Anfrage" in den Bundestag eingebracht, um nach dem aktuellen Status und den Plänen der Regierung betr. Ratifizierung zu fragen. Die 5,5-seitige Anfrage informiert kurz über die UNESCO-Konvention und stellt dann - sehr detailliert und zielgenau - 37 Fragen zum Stand der Dinge. Hoffentlich ein Impuls, der das Anliegen wieder auf die politische Agenda setzt. Wir sind gespannt auf die Antworten der Bundesregierung.

Wikipedia: "Konvention zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser": https://de.wikipedia.org/wiki/Konvention_zum_Schutz_des_Kulturerbes_unter_Wasser

Kleine Anfrage: Schutz des Unterwasser-Kulturerbes und Stand der Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes. Deutscher Bundestag Drs. 21/7178 (16.7.): https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107178.pdf

 

5.3        Goldener Halsring von Vix gestohlen

Am 24.7. wurde im Museum von Châtillon-sur-Seine (Burgund) der berühmte Halsreif (mit geflügelten Pferden) der Prinzessin von Vix gestohlen. Der Einbruch geschah am helllichten Tag, die Diebe waren zunächst wie gewöhnliche Touristen in das Museum hineingelangt. Der ca. 480 gr. schwere Halsring gehört zu dem 1953 entdeckten späthallstattzeitlichen Grab, in dem auch der berühmte "Bronzekessel von Vix" gefunden wurde. Eine Person wurde mittlerweile verhaftet. – Ein Aktionsplan der französischen Regierung will nun wertvolle Kunstschätze künftig besser schützen, indem sie aus den Ausstellungen genommen und an sicheren Orten verwahrt werden – "ein Offenbarungseid" urteilt die FAZ kritisch.

"Nach drei Diebstählen in Folge: Soll als nächstes die Mona Lisa abgehängt werden?" (FAZ, 30.7.): https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/drei-golddiebstaehle-im-louvre-im-burgund-und-bei-lalique-201077319.html

"Le torque de la princesse de Vix dérobé en plein jour à Châtillon-sur-Seine, après deux premières tentatives" (Le Figaro, 24.7.): https://www.lefigaro.fr/culture/patrimoine/le-torque-de-la-princesse-de-vix-derobe-en-plein-jour-a-chatillon-sur-seine-apres-deux-premieres-tentatives-20260724

"'Ils sont entrés comme de simples touristes' : ce collier en or a été volé en plein jour dans un musée" (Huffington Post, 24.7.): https://www.huffingtonpost.fr/france/article/ils-sont-entres-comme-de-simples-touristes-ce-collier-en-or-a-ete-vole-en-plein-jour-dans-un-musee_293769.html

"Qui a volé le Torque de la Princesse ?" (Le Châtillonais, 24.7.): https://www.lechatillonnaisetlauxois.fr/actualite-13520-qui-a-vole-le-torque-de-la-princesse.html

"Der Goldschmuck der Dame von Vix wurde geraubt" (Archaeologik, 24.7.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/07/der-goldschmuck-der-dame-von-vix-wurde.html

 

5.4        Himmelsscheibe von Nebra: Fundort Mittelberg - der Finder sagt aus

Lange war Ruhe in der Debatte von H. Meller und R. Gebhard / R. Krause um den Fundort und die Datierung der Himmelsscheibe von Nebra. Nun ein neuer Beitrag: in der Videoreihe des Landesmuseums für Vorgeschichte tritt der Finder (so das Video) der Himmelsscheibe auf und erzählt dem Landesarchäologen H. Meller, wie der Fund gemacht wurde. Der zweite Finder, im Beitrag "der Begleiter" genannt, kommt nicht zu Wort - er hatte vor Jahren eine ganz andere Fundgeschichte erzählt. Immerhin: zu einer der beiden Geschichten hat man nun ein sehr anschauliches Video.

"Fundort Mittelberg: der Finder sagt aus" (Landesmuseum für Vorgeschichte Halle; Video, 13:08 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=NeZMU7Iw3Ik

 

6         Denkmalschutz und Denkmalpolitik

 

6.1        Hessen: Novellierung Denkmalschutzgesetz

Der Hessische Landtag hat am 10.6. mit den Stimmen der Regierungsfraktionen CDU und SPD eine Novellierung des Denkmalschutzgesetz (DSchG) Hessen verabschiedet; die neuen Regelungen treten am 1.1.2027 in Kraft. Im Kern betreffen die Änderungen die Baudenkmalpflege, wo nun Denkmäler 1. und 2. Klasse geschaffen werden. Sog. "Standardfälle" sollen neu ohne zwingende Einschaltung der Fachamtes in den Kommunen (Untere Denkmalschutzbehörde) entschieden werden, während die Beteiligung des Fachamtes nur mehr für klar definierte Kernfälle wie z. B. UNESCO-Welterbe und Denkmäler von besonderer Bedeutung erforderlich ist. Bei der gesetzlichen Forderung nach Erhalt von Baudenkmälern soll neu die wirtschaftliche Zumutbarkeit stärker berücksichtigt werden.

"Digital und bürgernah: Hessischer Landtag verabschiedet neues Denkmalschutzgesetz" (Pressemitteilung Hess. Ministerium f. Wiss. u. Forschung, Kunst u. Kultur): https://wissenschaft.hessen.de/presse/hessischer-landtag-verabschiedet-neues-denkmalschutzgesetz

"Hessen reformiert sein Denkmalschutzgesetz" (Die Zeit, 10.6.): https://www.zeit.de/news/2026-06/10/hessen-reformiert-sein-denkmalschutzgesetz

"Alte Fassaden, neue Regeln: Hessen reformiert den Denkmalschutz" (FR, 10.6.): https://www.fr.de/hessen/alte-fassaden-neue-regeln-hessen-reformiert-den-denkmalschutz-94345694.html

"Die Gesetzesänderungen und ihre Termine im Überblick" (Archaeologik, 23.7.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/07/die-gesetzesanderungen-und-ihre-termine.html

 

6.2        Niedersachsen: Novellierung des Denkmalschutzgesetzes

Die niedersächsische Landesregierung hat beschlossen, das Denkmalschutzgesetz zu novellieren. Die nds. Staatskanzlei gab dies am 7.7. per Pressemitteilung bekannt und leitete eine Verbändeanhörung in die Wege geleitet. Besser als der Gesetzestext selbst macht die Gesetzesbegründung klar, was das Ziel der Landesregierung ist: Die nds. Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände legte am 28.5.2025 ihre Monita am Ist-Zustand zusammenfassend dar. Die Landesregierung reagiert darauf und will: (1) Den Verwaltungsaufbau klarziehen und vereinfachen. Dazu wird die Entscheidungs- und Vollzugshoheit vollständig auf die Kommunen alias Unteren Denkmalschutzbehörden (UD) gelegt. Die Denkmalfachbehörden können, müssen aber nicht beratend hinzugezogen werden. Die Denkmalfachbehörden werden über alle Maßnahmen informiert, wenn sie abgeschlossen sind, also nicht mehr vorgreifend. (2) Die bisher nur für Denkmäler in Privatbesitz geltende Unzumutbarkeitsregelung wird auf die öffentliche Hand ausgedehnt: Denkmäler, deren Erhalt wirtschaftlich nicht mehr zumutbar ist, können aufgegeben werden. (3) Eine Genehmigung für Erdarbeiten ist nur mehr dann erforderlich, wenn sie eingetragene Bodendenkmäler betreffen. Die Genehmigungspflicht für bekannte, aber nicht eingetragene Bodendenkmäler entfällt ebenso wie jene für vermutete Denkmäler. (4) Die Fachbehörde - das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) - wird weitgehend funktionslos gestellt: Die Pflicht der Unteren Denkmalschutzbehörden, die nicht in ausreichendem Maß mit archäologischen Fachkräften besetzt sind, das Benehmen mit der Fachbehörde herzustellen, entfällt. Es entfällt die Pflicht der Unteren Denkmalschutzbehörde, Genehmigungsanträge für Maßnahmen von besonderer Bedeutung dem NLD anzuzeigen, auch muss dem NLD keine Auskunft oder Akteneinsicht gewährt werden.

Die Archäologische Kommission Niedersachsen - ein Zusammenschluss aller in Niedersachsen beruflich tätigen Archäologinnen und Archäologen - lehnt die geplanten Änderungen ab, wie sie in einer Pressemitteilung am 21.7. samt ausführlicher Begründung bekanntgab. Weit über die AK Niedersachsen hinaus formiert sich ein "Bündnis 'Jahrtausende retten' zum Erhalt der Archäologie in Niedersachsen", das u. a. eine Petition gegen den Gesetzentwurf lancierte. Die Petition hatte am 31.7. bereits ca. 9.800 Unterzeichnende gefunden, davon ca. 4.300 aus Niedersachsen. Mengenziel ist, mind. 5.000 nds. Unterschriften zu erreichen, weil die Petition dann förmlich im Landtag eingebracht werden kann und behandelt werden muss. Die DGUF ist Teil dieses Bündnisses, plant aber, auch eine eigene Stellungnahme in die Verbändeanhörung einzubringen. Parallel zu dem Bündnis organisiert sich ein Verband der nds. Archäologie-Unternehmen, um deren Belange in die Beratungen einbringen zu können, denn das geplante Gesetz gefährdet aus Sicht der Arbeitgeber viele Arbeitsplätze. Am 25.7. hat der zuständige Minister Falko Mohrs in einem Video auf Instagram auf die u.a. via Instagram vorgetragene fachliche Kritik an seinem Gesetzesentwurf reagiert. Die Petenten haben diese Reaktion analysiert und zeigen fachliche Fehler in ihr auf, sie bezeichnen seine Antworten als "widersinnig oder irreführend". Ausführlicher und bemerkenswert sachlich haben die Firmenchefs Silvana Streichardt und Frank Wedekind auf LinkedIn zum Gesetzesentwurf und zur Argumentation des Ministers geäußert; ein Verriss - und sehr ein lesenswerter Text aus der Privatwirtschaft!

Voraussichtlich Ende kommender Woche wird das "Bündnis Archäologie Niedersachsen" mit handfester Unterstützung der DGUF eine eigene Kampagnen-Website online stellen, um die laufende Petition weiter zu befördern.

Pressemitteilung der nds. Staatskanzlei vom 7.7.2026: "Reform des Denkmalschutzgesetzes – Weniger Bürokratie, mehr Verantwortung vor Ort": https://www.stk.niedersachsen.de/startseite/presseinformationen/reform-des-denkmalschutzgesetzes-weniger-burokratie-mehr-verantwortung-vor-ort-252299.html

Entwurf Gesetzestext: https://www.openpetition.de/pdf/blog/gegen-die-geplante-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes_gesetzentwurf-in-der-verbandsbeteiligung_1784203232.pdf

Gesetzesbegründung: https://www.openpetition.de/pdf/blog/gegen-die-geplante-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes_gesetzentwurf-in-der-verbandsbeteiligung_1784203232.pdf (S. 3 ff. des PDFs)

Synopse bestehendes Gesetz / Neufassung: https://www.openpetition.de/pdf/blog/gegen-die-geplante-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes_synopse_1784203462.pdf

AK Niedersachsen (21.7.2026): "Pressemitteilung zur geplanten Änderung des Denkmalschutzgesetzes": https://ak-niedersachsen.de/wp-content/uploads/2026/07/PM-fuer-Homepage_2026_07_21.pdf

Petition "Gegen die geplante Änderung des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes Bündnis 'Jahrtausende retten' zum Erhalt der Archäologie in Niedersachsen, 14.7.2026): https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-geplante-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes

Minister Falko Mohrs zur Kritik an der Novellierung des DSchG Nds.: https://www.instagram.com/p/DbLUhwTIXC3/, ergänzend: https://www.openpetition.de/pdf/blog/gegen-die-geplante-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes_mehr-fragen-als-antworten_1785160946.pdf

Reaktion der Petenten auf die Reaktion des Ministers: https://www.openpetition.de/petition/blog/gegen-die-geplante-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes/10

Silvana Streichardt & Frank Wedekind: "Hände weg vom § 13 NDschG" (LinkedIn, 27.7.): https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7487556891875823617/

"Abwicklung des Denkmalschutzes in Niedersachsen - Petition unterschreiben!" (Archaeologik, 15.7.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/07/abwicklung-des-denkmalschutzes-in.html

 

6.3        Niedersachsen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) schafft Grundlagenwissen über Untere Denkmalschutzbehörden

Im Vorfeld der debattierten Novellierung des Denkmalschutzgesetzes Niedersachsen hat die DSD im Mai/Juni 2026 eine Umfrage bei allen Unteren Denkmalschutzbehörden in Niedersachsen durchgeführt. Von den angeschriebenen 170 UDs haben 85 geantwortet - eine beachtlich hohe Teilnahmequote. Die Umfrage ist geeignet, in den laufenden Novellierungsprozess wichtiges Wissen einzubringen. Der Denkmalschutz verzögert Bauanträge? - mitnichten, 45 % aller Verfahren werden in 2-4 Wochen abgearbeitet, weitere 24 % in bis zu 6 Wochen. Fast die Hälfte der befragten UDs gibt an, dass das Landesamt für Denkmalpflege Genehmigungsprozesse nicht beeinträchtigt oder verzögert. Im Gegenteil: es wurde besonders betont, dass die Zusammenarbeit die Verfahren qualitativ und zeitlich voranbringen. Daher bewerten rund 80 % der befragten UDs die Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Landesdenkmalamt als Gewinn bringend und sinnvoll. Keine einzige UD hält die Zusammenarbeit für überflüssig. Nur ein Viertel der UDs ist im Themenfeld "Archäologie" qualifiziert, 80% geben "Bauwesen" und 50 % "Denkmalpflege" als ihre Expertise an. 75 % der befragten niedersächsischen UDs – also die überwiegende Mehrheit – bewerten die Arbeitslast in ihrer Behörde bereits jetzt als "hoch" oder sogar "extrem hoch / überlastet". Über die Hälfte schätzt ein, dass der geplante Wegfall der Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege zu einer noch höheren Belastung ihrer Behörde führen würde. Über 70 % der UDs geben an, dass die beabsichtigte Novellierung des DSchG Nds. zu einer Einschränkung oder Verschlechterung der Qualität in der Denkmalpflege führen würde.

DSD (Juni 2026). Ergebnisse der Online-Befragung der niedersächsischen Unteren Denkmalschutzbehörden durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) anlässlich der geplanten Novellierung des NiDSchG https://www.denkmalschutz.de/fileadmin/media/2024/PDF/Presse/Umfrageergebnisse_UDB_Niedersachsen.pdf

 

6.4        "Leipziger Erklärung" - Denkmalfachämter fordern ihre Stärkung

Die Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern (VDL), d. h. das baudenkmalpflegerische Pendent zum VLA, hat auf ihrer Jahrestagung in Leipzig am 10.6. eine "Leipziger Erklärung" verabschiedet, die sich allgemein für starke, fachlich unabhängige Fachämter ausspricht und spezifisch sich gegen die in Sachsen geplante verwaltungsrechtliche Minderstellung der Fachämter für Bau- und Bodendenkmalpflege äußert. Sie begrüßen die Modernisierung der Verwaltung, warnen aber davor, Denkmalpflege und Denkmalschutz im Zuge von Verwaltungsreformen, Strukturveränderungen und Gesetzesnovellierungen in ihrer Fachlichkeit ohne Not zu schwächen. Die "Leipziger Erklärung" fordert u. a., Denkmalpflege und Denkmalschutz als zukunftsweisenden Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umbaukultur anzuerkennen, die fachliche Unabhängigkeit der Denkmalfachämter zu sichern und diese personell sowie finanziell angemessen auszustatten sowie die Modernisierung der Verwaltung gemeinsam mit den Denkmalfachämtern zu gestalten.

"Denkmalpflege braucht starke Fachämter!" (VDL, 10.6.): https://www.vdl-denkmalpflege.de/aktuelles/aktuelles-detail?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=328&cHash=c5be8bd6d7452ee41b04d9b2821e641c

"MehrWert Denkmalpflege: MehrWert für die Zukunft! Leipziger Erklärung der Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern - VDL" (VDL, 8.6.): https://www.vdl-denkmalpflege.de/fileadmin/dateien/Veranstaltungen/2026/08062026_LeipzigerErkl%C3%A4rung.pdf

 

6.5        Dresden: Offener Brief gegen die Eingliederung der Landesarchäologie in die sächsische Staatsverwaltung und das Herauslösen des smac aus der Archäologie

Die sächsische Staatsregierung hat Ende April 2026 beschlossen, tiefgreifende Veränderungen in der Selbstorganisation des Freistaates vorzunehmen, Änderungen, die auch die Archäologie betreffen: U. a. soll das bisher als Teil des Landesarchäologie geführte smac, d. h. das archäologische Landesmuseum in Chemnitz, aus der Landesarchäologie ausgegliedert werden. Dagegen wendet sich ein vom Sächsischen Verein für Heimatschutz e. V. und der Archäologischen Gesellschaft Sachsen e. V. organisierter Offener Brief (31.5.) an die Landesregierung, der nun von zahlreichen sächsischen wie auch nationalen Unterstützern getragen und mitgezeichnet wird, auch von der DGUF. Kernforderungen der Initiative sind: (a) Erhalt der Selbständigkeit der beiden Fachämter. (b) Kein Aufgehen dieser Fachämter in der Landesdirektion Sachsen oder in anderen Behörden und keine Kompetenzbeschneidungen. Stattdessen Wahrung der Selbständigkeit für die auch in Zukunft zu treffenden Entscheidungen auf fachlicher Grundlage. (c) Das smac muss Teil des Landesamts für Archäologie Sachsen bleiben. (d) Die Sammlungen sind untrennbarer Bestandteil der Fachämter. – Die DGUF ist regierungsseitig einladen, sich bis August an der Verbände-Anhörung zum Ersten Sächsischen Gesetz zur Bürokratieentlastung und Staatsmodernisierung § 4 zu beteiligen. Dies werden wir tun.

"Offener Brief: Keine Zerschlagung der Archäologie, keine Zerstörung der Denkmalpflege in Sachsen! (Dresden, 31. Mai 2026)": https://www.saechsischer-heimatschutz.de/files/heimatschutz/pdf/Startseite%20aktuell/2026-05-31_Offener_Brief_Zerschlagung_der_Denkmalpflege_in_Sachsen.pdf_11_6.pdf

 

6.6        Auch das DSchG in Sachsen wird novelliert

Die sächsische Landesregierung hat eine Novellierung des DSchG Sachsen angekündigt und in die Wege geleitet. Die Renovierung soll in mehreren Schritten erfolgen. Der erste Schritt ist der Entwurf des "Ersten Sächsischen Gesetzes zur Bürokratieentlastung und Staatsmodernisierung", das Anfang Juli in die Bürger- und Verbände-Anhörung gegeben wurde. Das Ministerium hat explizit u. a. die DGUF zur Stellungnahme eingeladen. Als zweiten Schritt kündigt das Ministerium an: "Um den Reformkurs fortzusetzen, hat sich die Staatsregierung daneben auf den Fahrplan für ein zweites Gesetzespaket zur Bürokratieentlastung und Staatsmodernisierung verständigt. In das zweite Gesetzespaket sollen bis Jahresende insbesondere die Maßnahmen zur Neuorganisation der Staatsverwaltung einfließen. Zudem wird die Staatsregierung in diesem Zuge auch die Vorschläge der Reformkommission für starke sächsische Kommunen aufgreifen." Dann geht es also um die angedachte Integration der beiden bisher selbständigen (weisungsunabhängigen) Fachämter für Bau- und Bodendenkmalpflege in die "Landesdirektion Sachsen" und die Ausgliederung das archäologischen Landesmuseums smac aus dem Landesamt für Archäologie und dessen Angliederung an die Staatliche Kunstsammlung Dresden, wogegen sich die Fachwelt (u. a. BHU, DGUF, VLA, VGFA ...) bereits jetzt ausspricht. Aktuell im ersten Schritt soll lediglich eine Modifikation vorgenommen werden:  Nach § 12 Absatz 3 wird folgender Absatz 4 eingefügt: "(4) Vorhaben nach den Absätzen 1 und 2 bedürfen keiner Genehmigung, wenn die Kulturdenkmale auf dauerhaft militärisch genutzten Grundstücken, die im Eigentum des Bundes stehen oder deren militärische Nutzung dinglich gesichert ist, liegen, und das Vorhaben der Landes- und Bündnisverteidigung dient oder die Nutzung der Kulturdenkmale an die militärischen Anforderungen angepasst werden muss. Vor der Umsetzung des Vorhabens sind die Fachbehörden nach § 3a anzuhören." Gegen diese Hinzufügung hat die DGUF - nach Rücksprache mit sächsischen DGUF-Mitgliedern - keine fachlichen Einwände erhoben, da es sich lediglich um eine Klarstellung handelt. Bereits jetzt würde in den gen. Fällen ein "überwiegendes öffentliches Interesse" konstatiert werden. Ausdrücklich begrüßt die DGUF, dass in der Hinzufügung eine Anhörung der Fachbehörden explizit als erforderlich angeführt wird.

Gegen den zweiten Schritt der Novellierung, der bislang nur als Absichtserklärung und noch ohne handfesten Gesetzesentwurf vorliegt, aber tief in die Organisation des Denkmalschutzes in Sachsen einzugreifen plant, hat sich ein breites Bündnis zusammengefunden, das jetzt ebenfalls den Weg einer öffentlichen Petition geht. Im Unterschied zu anderen Bundesländern wählt diese Gruppe den Weg gleich über die offizielle staatlich-sächsische Petitionsplattform. Die Petenten fordern: (1) Den Erhalt der fachlichen Unabhängigkeit der beiden Fachämter LfA und LfD, (2) Keine Eingliederung von LfA und LfD in die Landesdirektion Sachsen, (3) Das Archäologische Landesmuseum smac in Chemnitz muss Teil des Landesamts für Archäologie Sachsen bleiben. Zur Begründung führen sie an: "(1) Die fachliche Unabhängigkeit der Ämter hat sich seit über 30 Jahren bewährt. Sie sichert wissenschaftliche Qualität und macht unsere Geschichte für alle erlebbar – durch Ausstellungen, Vermittlung von Grabungsergebnissen und Beratung vor Ort. Wird sie zugunsten von Bürokratie aufgegeben, drohen längere und vor allem am politischen Nutzen ausgerichtete Entscheidungswege. (2) Mit der Auflösung der beiden Fachämter und ihrer Eingliederung in die Landesdirektion Sachsen wären die wissenschaftliche Unabhängigkeit und die fachlich eigenständige Arbeit der Denkmalbehörden nicht mehr gewährleistet. (3) Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) im ehemaligen Kaufhaus 'Schocken' ist heute ein Leuchtturm im Freistaat. Es ist keine klassische Kunstsammlung, sondern ein Haus, das kulturgeschichtliches und archäologisches Wissen vermittelt. Voraussetzung dafür sind die enge Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie, dessen aktuelle Forschungen und der Zugang zu den archäologischen Funden. Als 'Schaufenster' der Landesarchäologie ermöglicht es durch einzigartige Ausstellungen den Blick in die Welt." Eine starke Resonanz der Petition im Fach wie in der Bürgerschaft würde die sächsischen Kollegen darin unterstützen, frühzeitig in den politischen Prozess hineinzukommen, so dass evtl. gar nicht erst ein konkreter Gesetzentwurf entsteht, gegen den man dann protestieren muss.

"Erstes Sächsisches Gesetz zur Bürokratieentlastung und Staatsmodernisierung (StaMo I)" (sachsen.de, 1.7.): https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/sk/beteiligung/themen/1066121 - dort Pressemitteilung vom 30.6., Anlagen und Gesetzesentwurf.

Petition "Denkmalpflege in Sachsen sichern – Einheit der Archäologie bewahren" (Dr. Th. Westphalen, 23.7.): https://petition.landtag.sachsen.de/petitionen/cmspetition/denkmalpflege-in-sachsen-sichern-einheit-der-archologie-bewahren/

"Auflösung der Denkmalpflege-Fachämter in Sachsen" (Archaeologik, 17.7.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/07/auflosung-der-denkmalpflege-fachamter.html

 

6.7        Weniger Denkmalschutz in NRW: Parlament novelliert das Denkmalschutzgesetz

Das Landesparlament von Nordrhein-Westfalen hat auf seiner Sitzung am 15.7. eine Novellierung des Denkmalschutzgesetzes beschlossen. Gegen die Gesetzesvorlage der Landesregierung hatte es zuvor ungewöhnlich viele Einwände gegeben, nicht nur von Fachgesellschaften, Vereinen und Experten, sondern insbes. auch von Kommunen und Kommunalverbänden, die sich gegen die Änderung einer bewährten Praxis und die Übernahme neuer Aufgaben aussprachen. Aufgrund dieser Proteste von Bürgern und Verwaltung kam es in letzter Minute zu Änderungen, so dass manches Unheil nicht eintrat. Dr. Erich Claßen, der Landesarchäologe im Rheinland, kommentierte das beschlossene Gesetz auf seinem Facebook-Account am 16.7. wie folgt: "Gestern hat der Landtag NRW einen Änderungsantrag zur Landesbauordnung und zum Denkmalschutzgesetz beschlossen, den die Fraktionen der Regierungsparteien kurzfristig eingebracht hatten. Die ursprünglich von der Regierung vorgesehenen Änderungen wurden teilweise zurückgenommen. Die Benehmensherstellung zwischen Denkmalfachämtern und Denkmalschutzbehörden bleibt und die  Frist zur Stellungnahme in Verfahren bleibt. Schön, dass schließlich doch noch Einsicht eingekehrt ist, dass Verzögerungen bei der Realisierung von Bauvorhaben in aller Regel nicht an den Bodendenkmalpflegeämtern liegen und, dass es auch weiterhin sinnvoll ist Planungszeiträume zu nutzen, um praktikable Lösungen für Bodendenkmalschutz und Baufortschritt zu finden. Einige rechtliche und wirtschaftliche Unsicherheiten für Investoren und Genehmigungsbehörden werden damit vermieden. Jedoch wurden auch Änderungen beschlossen, die Denkmalsubstanz  gefährden und eine Ungleichbehandlung von Denkmaleigentümern zur Folge haben werden. Vielen Dank an alle, die sich für den Erhalt der fachlichen Kompetenz im nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetz eingesetzt haben." – Welche wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Zustand 2022-2026 wurden dennoch beschlossen? Neu können Untere Denkmalschutzbehörden ohne Genehmigung des Denkmalfachamtes selbständig Untersuchungen vornehmen (§ 15 Abs. 1[2]) - wobei diese Möglichkeit nicht an das Vorhandensein entsprechender Fachkräfte gebunden ist. Bei Bau- und Bodendenkmälern in Landesbesitz sowie "besonderen Liegenschaften" (siehe § 38a) werden die (bei den Städten und Kommunen) angesiedelten Unteren Denkmalschutzbehörden nicht mehr involviert, vielmehr entscheiden die Bezirksregierungen (§ 21 Abs. 4). Neu ist § 38a, wonach (Abs. 1) bei Vorhaben an oder auf "Liegenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen oder des Bundes, die der Landes- oder Bündnisverteidigung, dienstlichen Zwecken der Bundespolizei, dem Zivil- oder Katastrophenschutz, der Unfallhilfe oder die der Abwehr sonstiger außergewöhnlicher Ereignisse zum Schutz der Bevölkerung dienen" die Obere Denkmalschutzbehörde zu informieren ist, es aber keiner denkmalrechtlichen Erlaubnis bedarf! § 38a Abs. 2 erweitert diese Erlaubnisfreiheit kurzerhand auch "für die Hochschulen in Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Universitätskliniken und die Studierendenwerke." Damit schafft das Land NRW einen Zwei-Klassen-Denkmalschutz: Bürger und Kommunen sind an das Denkmalschutzgesetz und die entsprechenden Erlaubnispflichten gebunden, das Land selbst und seine Liegenschaften sind davon befreit.

Stellungnahme der DGUF zur Gesetzesvorlage: https://www.dguf.de/ngo/stellungnahmen/regelungen-und-gesetzgebungsverfahren/2026-novellierung-des-denkmalschutzgesetzes-nordrhein-westfalen

Sammelseite des Denkmalschutz-Bündnis NRW: https://denkmalschutz-erhalten.nrw/

Das nunmehr beschlossene Gesetz: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMG18-145.pdf - zum DSchG S. 21 ff.

Der gesamte Beratungsverlauf samt aller Stellungnahmen und Anträge: https://www.landtag.nrw.de/home/dokumente/dokumentensuche/gesetzgebungsportal/suchergebnis-gesetze.html?nummer=18/17474&ev=g&wp=18

 

7         Beruf Archäologie

7.1        DFG läutet Fachkollegienwahl 2027 ein

Die DGUF ist eingeladen, sich an den Nominierungen für die DFG-Fachkollegienwahl 2027 zu beteiligen. Die Nominierungen müssen bis spätestens 6.11. eingereicht werden. Die Fachkollegien sind bei der DFG Teil des gestuften Begutachtungsprozesses: Eingereichte Anträge werden zunächst von der Geschäftsstelle an zwei Fachgutachter gegeben und von diesen begutachtet. Die Fachkollegien treffen sich mehrmals im Jahr, begutachten diese Gutachten und bringen die Fülle der Anträge dann, ggf. mit zusätzlichen eigenen Bewertungen, in eine priorisierte Ordnung, die auch die verfügbaren Finanzmittel im Auge hat. Wahlberechtigt bei der späteren Fachkollegienwahl sind (mindestens) promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im deutschen Wissenschaftssystem forschen. Für die DGUF-Nominierungen greift der Vorstand auf den DGUF-AK "Professorium" zurück, der an dem Prozess - wie schon bei der 2023er-Wahl - beratend mitwirkt. Habilitierte DGUF-Mitglieder, die gerne im AK mitwirken möchten, richten sich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

DFG Fachkollegien: https://www.dfg.de/de/ueber-uns/gremien/fachkollegien

DGUF-AK Professorium: https://www.dguf.de/mitmachen/arbeitskreise/professorium

 

7.2        Albert Einstein World Award for Science für Katerina Harvati

Die Paläoanthropologin Prof. Katerina Harvati (Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie und Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen) wird vom World Cultural Council für ihre Forschungsarbeit über Ursprung und Entwicklung des Menschen ausgezeichnet. Harvati habe das Verständnis vom Ursprung des Menschen grundlegend verändert, erklärte der World Cultural Council. Sie haben den präzisen Nachweis erbracht, dass Neandertaler und der Homo sapiens deutlich voneinander abgegrenzte Arten bilden. Ihre Forschungsarbeit sei entscheidend bei der Bestätigung des afrikanischen Ursprungs des modernen Menschen, dessen Wanderrouten sie ermitteln konnte. Die Preisverleihung wird am 2.11. in Argentinien stattfinden.

"Katerina Harvati erhält den Albert Einstein World Award for Science" (Universität Tübingen, 27.7.): https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/katerina-harvati-erhaelt-den-albert-einstein-world-award-for-science/

 

8         Berufsverband

8.1        CIfA Deutschland nimmt Stellung zu den aktuellen Novellierungen der Denkmalschutzgesetze, u.a. in Niedersachsen

Aus aktuellem Anlass - die geplanten Änderungen am DSchG Niedersachsen - nimmt der Berufsverband CIfA Deutschland Stellung zum Tenor und zum Argumentarium der derzeit in vielen Bundesländern geschehenden Änderungen am Denkmalschutzgesetz. Dabei betont CIfA Deutschland die Vorteile, die die Öffentlichkeit und die Investoren vom bisherigen, vorgreifenden Vorgehen haben. Nicht zuletzt macht CIfA Deutschland auf die europarechtliche Dimension der geplanten Änderungen aufmerksam: Die von Deutschland ratifizierte Konvention von Malta / La Valetta fordert eine solche planend-vorgreifende Archäologie, die von den aktuellen Novellierungen abgeschafft oder eingeschränkt wird.

"Stellungnahme zu aktuellen Gesetzesnovellierungen im archäologischen Denkmalschutz in Deutschland" (CIfA Deutschland, 31.7.): https://cifa-deutschland.de/fachpolitik/stellungnahmen-und-kommentare

 

9         Bürger und Archäologie & Citizen Science

9.1        Aktuelles rund um Citizen Science in den Medien

"Schülerin findet keltischen Armring aus Bronze - per Zufall. Auf einer Wiese in Büdingen hat eine zwölfjährige Schülerin einen Sensationsfund gemacht: Der Armreif stellte sich als jahrtausendealtes Schmuckstück der Kelten heraus - und wird nun ausgestellt" (HR, 15.6.): https://www.hessenschau.de/kultur/archaeologische-sensation-schuelerin-findet-keltischen-bronze-armring-in-buedingen-v1,bronze-armring-fund-100.html .

 

9.2        Landesarchäologie Hessen: mal wieder gegen die Vernunft

Landesregierung für Landesregierung fasst das Denkmalschutzgesetz an und reduziert den Denkmalschutz. Eine sehr entschlossene, von oben nach unten durchregierende Landespolitik hat derzeit nur ein wesentliches Korrektiv: den breiten Widerstand der Fachwelt, die auf Presse- und Öffentlichkeitsaufmerksamkeit setzt, *und* eine möglichst breite und sichtbare Unterstützung für die fachlichen Voten von Seiten der Bürger, d.h. von Heimatvereinen, ehrenamtlich Tätigen und Interessierten, von Menschen, denen die Heimat- und Kulturgeschichte wichtig ist. Wohl dem, der diese Szene zuvor gut gepflegt hat und über schnell aktivierbare Kontakte verfügt. Wenn das gegeben ist, können öffentliche Petitionen hilfreich sein und der Politik einen Wählerwillen signalisieren. So z. B. aktuell in Niedersachsen, wo die Anzahl der die Petition unterstützenden Landesbürger bereits nach kurzer Zeit die Anzahl der in Niedersachsen berufstätigen Archäologen und Archäologinnen sowie der Archäologie-Studierenden erheblich übersteigt. Und Hessen? Stößt die ehrenamtlich Tätigen grade vehement vor den Kopf. Wie die HNA berichtet, ist seit 40 Jahren in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis, Nordhessen) eine Gruppe von Ehrenamtlichen tätig, die "Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte" am Volksbildungswerk Eschwege resp. die "AG Archäologie Eschwege" an der VHS. Exemplarisch führt die HNA eindrucksvolle Beispiele und Erfolge der Tätigkeit dieser AG auf. Doch seit Neuestem - so berichtet es die HNA - ist der Faden gerissen, das Denkmalamt verweigert der AG die Erlaubnis für Untersuchungen. Nachforschungsgenehmigungen erhalten nur mehr professionelle Firmen.

"Hobbyarchäologen aus Eschwege graben seit 1980 mit – doch das Land Hessen hindert sie nun daran" (HNA, 27.7.): https://www.hna.de/lokales/witzenhausen/eschwege-ort28660/ag-archaeologie-graebt-20-jahre-lang-wasserburg-in-aue-frei-94413773.html

"Ungut: Ehrenamtliche sind in Hessen raus" (Archaeologik, 27.7.): https://archaeologik.blogspot.com/2026/07/ungut-ehrenamtliche-sind-in-hessen-raus.html

 

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