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Dr. Maria Effinger & Dr. Katrin Bemmann

Trägerinnen des Deutschen Archäologiepreises 2019

Dr. Maria Effinger und Dr. Katrin Bemmann werden im Juni 2019 von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e. V. für ihre Verdienste um die Einführung und den Ausbau eines modernen offenen Publikationswesens in der deutschsprachigen Archäologie mit dem mit 1.000 Euro dotierten Deutschen Archäologiepreis ausgezeichnet.

Dr. Maria Effinger

Die Preisträgerinnen haben an der UB Heidelberg den Fachinformationsdienst "Propylaeum" nicht nur aufgebaut, sondern in den 2010er Jahren zu dem Schwerpunkt des Open-Access-Publizierens in der deutschen Archäologie gemacht. Das Portal versammelt inzwischen 30 namhafte Zeitschriften und 14 Monografienreihen, die dort betreut werden – wobei die Preisträgerinnen zumeist die aktiv Einladenden waren. Die Herausgeber erwartet bei Propylaeum ein Rundum-glücklich-Paket aus hochwertiger Beratung, nachhaltigem Hosting, umfassender bibliographischer Erschließung jedes einzelnen Aufsatzes samt stabiler URL und DOI und die technisch perfekte Fürsorge für Open Data. Doch das Besondere ist der stete Einsatz der Preisträgerinnen – weit über das beruflich Verlangte hinaus – um die weitere Verbesserung der Publikationsplattform, und damit des archäologischen Publikationswesens in Deutschland. VG-Wort-Zählpixel, ORCID, Kommentarfunktion bei Monografien, das Rezensionsportal "recensio.antiquitatis" – all das sind Neuerungen der vergangenen Jahre, die in Summe das archäologische Publikationswesen ins 21. Jahrhundert gebeamt haben.

Dr. Katrin Bemmann

Die Preisträgerinnen schaffen damit an der UB Heidelberg ein weit über die Archäologie hinausweisendes Modell des wissenschaftlichen Publizierens und eine ebenso erfolgreiche wie sichtbare Alternative zu den derzeitigen Bemühungen von DEAL. Anstatt die traditionellen Großverlage zu einem Wandel in Richtung auf Open Access zu bewegen, bringt Propylaeum die beiden entscheidenden Partner direkt zusammen: Eine Universitätsbibliothek mit all ihrem Know-How in der Erschließung, Distribution, Archivierung und Verfügbar-Haltung von wissenschaftlichen Inhalten, und eine wissenschaftlichen Fachgesellschaft oder Institution mit all ihrem fachlichen Know-How in der Erstellung, der Gewinnung und der Qualitätssicherung hochwertiger wissenschaftlicher Inhalte. Dank der beiden Preisträgerinnen ist Propylaeum an der UB Heidelberg heute ein praktisch funktionierendes, einladendes und auch von Dritten adaptierbares Modell für ein neues, zeitgemäßes wissenschaftliches Publikationswesen, das ohne die traditionellen Großverlage auskommt und dennoch qualitätsorientiert, leistungsfähig und international sichtbar ist.

Die Preisverleihung wird am 21. Juni 2019 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte in Bonn stattfinden, die im Museum Alexander König auch ihr 50. Gründungsjahr feiert. Die Laudatio hält der Soziologe und Bibliothekswissenschaftler Dr. Ulrich Herb (UB Saarbrücken), breit bekannt unter @scinoptica als Twitterer und Blogger zu Open-Access-Themen.

 

Stand: 15. April 2019

Zur Verleihung des Deutschen Archäologiepreises 2019 an Maria Effinger und Katrin Bemmann
Ein Kommentar von DGUF-Herausgeber PD Dr. Frank Siegmund, 15.4.2019
"Welch ein Glück für die nach einem Kooperationspartner für ihre Open-Access-Pläne suchende DGUF, dass sie 2012 an der UB Heidelberg auf das Propylaeum-Team Maria Effinger und Katrin Bemmann stieß!", schreibt Frank Siegmund. Dass heute im archäologischen Publikationswesen Deutschlands nicht mehr gefragt werde, wieso man seine Publikationen verschenke, sondern vielmehr, warum man noch im Closed Access publiziere, sei ein wesentliches Verdienst der beiden Preisträgerinnen. mehr

Urgeschichte, Vorgeschichte und andere Archäologien: Eine Begriffsklärung
Das Fach, um das es der DGUF geht, wird mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet.
Hinter dem bekannten, scheinbar einfachen Begriff "Archäologie" verbergen sich viele unterschiedliche Archäologien. mehr

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