Die Jahrestagung der DGUF 2006

fand vom 25.05. bis 28.05.2006 in Berlin statt.
Sie stand unter dem Thema:


Echt falsch: die inszenierte Vergangenheit.

 

Foto Schein-Gebäude aus Plastikplanen

 

Zum traditionellen Termin, zu Christi Himmelfahrt, vom 25. bis 28. Mai findet auch 2006 wieder die Jahrestagung der DGUF statt.

Tagungsort ist die Bundeshauptstadt Berlin an der traditionsreichen Humboldt-Universität und das Tagungsthema hat es in sich: „Echt falsch“ lautet es und wir wollen uns in Berlin ein ganz heißes Eisen anfassen – Original und Rekonstruktion. Ein Thema voller Emotionen und Widersprüche. Während Puristen jede Rekonstruktion als zeitver- und fehlerbehaftete Fälschung ablehnen, bewegen Großrekonstruktionen wie der Wiederaufbau der Frauenkirchen Hunderttausende von Menschen. Nahe des Palasts der Republik, um dessen Erhaltung, Abriss und mögliche Rekonstruktion des Berliner Schlosses heftige Diskussionen toben, wollen wir uns diesem Thema von verschiedenen Seiten nähern.

Für Archäologen beginnt der Streit um die reine Lehre natürlich schon viel früher: Soll man, darf man, will man überhaupt noch ausgraben? Soll man, darf man das Ausgegrabenen dann an originaler Stelle "wieder aufbauen"? Darf man auf diese Weise für Laien Anschaulichkeit schaffen - und will man das Risiko eingehen, daß diese eine Rekonstruktionsmöglichkeit unter vielen vom Besucher als gesicherte Erkenntnis mißverstanden wird? Und: soll man, darf man, will man seine Rekonstruktion dann auch noch mit Leben füllen - originalen Steinzeitmenschen, echten Kelten, richtigen Römern, authentischem Mittelalter? Die Vorträge im Senatssaal der Humboldt-Universität versprechen spannend, aufregend und - vielleicht - auch aufreibend zu werden ...

Zusammen mit den Kollegen vom Institut für Ur- und Frühgeschichte arbeiten wir auch an einem entsprechend interessanten und abwechslungsreichen Exkursions- und Beiprogramm. Geplant ist, gemeinsam mit der Studentenschaft, auch eine eigene DGUF-Party, eine Fahrt auf der Spree und, und, und...

Dem Thema angepasst wollen wir auch Museumspädagogen, Living-History-Gruppen, Restauratoren für unsere Tagung begeistern, Architekten zu Wort kommen lassen und natürlich Betroffene, die mitten drin stehen im Kampf um das Berliner Schloss.

Es verspricht also eine ganz besondere, spannende, ungewöhnliche Tagung an einem faszinierenden Ort zu werden. Wer schon mal Gusto bekommen hat, der sollte frühzeitig auf Quartiersuche gehen. Bei Berlin-Touristik ist unsere Tagung schon bekannt, da hilft man allen Herbergssuchenden gerne weiter. Denn Berlin ist um diese Zeit Ziel zahlreicher Touristen, und auch die Fußball-WM beginnt nur eine Woche nach unserer Tagung. Wir aber bringen den Ball ins Rollen, ganz bestimmt. Also, auf nach Berlin, zur DGUF, ganz ohne Fußball, garantiert.

 


Anreisetag

15.00 - 17.00

PD Dr. Claudia Theune-Vogt

Führung durch das mittelalterliche Berlin
Treffpunkt: vor dem Hauptgebäude der Universität

ab 20.00

 

"Ice-Breaker-Party" gemeinsam mit der Fachschaft des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Humboldt-Universität


1. Vortragstag. Ort: Senatssaal im Hauptgebäude der Humboldt-Universität Berlin

9.00 - 9.30

Dr. Werner Schön, Kerpen-Loogh

Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema

9.30 - 10.00

Priv. Doz. Dr. Thorsten Uthmeier, Köln

Ein Teil von uns oder doch ganz anders? Das Bild vom Neanderthaler im Spiegel der letzten 100 Jahre

10.00 - 10.30

Dr. Daniel Schyle, Köln

Von Beilen und Menschen: Rekonstruktion von Produktionsmengen, Bedarf und Bevölkerungsdichten am Beispiel des Lousbergs

10.30 - 11.00

Kaffeepause

11.00 - 11.30

Dr. Britta Ramminger, Frankfurt

Theaterkulisse oder archäologisches Experiment? Siedlungsreste im Befund und ihre Umsetzung in Rekonstruktionen jungsteinzeitlicher Häuser

11.30 - 12.00

Dr. Thomas Lehmann / Ulrich Haarlemmert, Berlin

Die virtuelle Rekonstruktion des spätantiken frühmittelalterlichen Pilgerheiligtums in Cimitile/Nola

12.00 - 12.30

Dipl.-Ing. Archiktekt Reinhard Munzel, Ober-Ramstadt

Qualitätskriterien in der digitalen Rekonstruktion

12.30 - 14.00

Mittagspause

14.00 - 14.30

Angahard Beyer / Andreas Sturm, Aachen

Geschichte für Herz und Verstand: Rekonstruierte Vergangenheit als Chance für lebendige Museen

14.30 - 15.00

Dr. Karl-Friedrich Rittershofer, Frankfurt

Ehrenamtliche, Rekonstruktionen von Grabungsbefunden und Fundraising

15.00 - 15.30

Drs. T. Hazenberg, Leiden (NL)

Woerden (die Niederlande): römische Geschichte: by the people, for the people

15.30 - 16.00

Thomas Hinsberger, Berlin

Echt falsch - richtig gut

16.30 - 17.00

Kaffeepause

 

17.00

Mitgliederversammlung der DGUF

ab 19.00

Bootsfahrt auf der Spree. Treffpunkt wird während der Tagung bekannt gegeben

danach

gemütliches Beisammensein


Exkursionstag

ganztags

Königsgrab von Seddin

 

 

Wüstung Freyenstein

 

Gedenkstätte und Museum für das Konzentrationslager Oranienburg (1933-1934) Konzentrationslager Sachsenhausen (1936-1945) und das sowjetische Speziallager (1945-1950)

 

Museumsdorf Düppel - hier gemeinschaftlichens Abendessen und Abschluss der Exkursion


2. Vortragstag. Ort: Institut für Ur- und Frühgeschichte.

9.00 - 9.30

 

Der Förderverein am Lehrstuhl UFG der Humboldt-Universität stellt sich vor

9.30 - 10.00

Dr. Michael Schmaedecke, Liestal (CH)

Neue Ruinen - Zum Umgang mit mittelalterlichen Burgruinen anhand von Beispielen in der Schweiz

10.00 - 10.30

Harald Rosmanitz, Lohr

Ausgrabungen und Rekonstruktionen von Burgen im Spessart

10.30 - 11.00

Kaffeepause

11.00 - 11.30

Dr. Michaela Fenske, Göttingen

Wenn das Mittelalter abenteuerlich wird - Historische Rekonstruktion als Histotainment

11.30 - 12.00

Dr. Tamara Spitzing, Freiburg

"Archäotainment" - Chance oder Trivialisierung des Faches? Archäologie in den Medien

12.00 - 12.30

Abschlußdiskussion




Wir danken den Berliner Kollegen und Kolleginnen von der Humboldt-Universität ganz herzlich für ihre Einladung.

Foto Humboldt-UniversitätFoto Denkmal 1Foto WarnschildFoto Palast der RepublikFoto Denkmal 2Foto Trabi-SafariFoto AusflugsschiffeFoto Sat1-BallonFoto Rummel


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