Archäologische Informationen 28/1&2, 2005


DGUF-Nachrichten

SCHÖN, Werner

Jahrestagung der DGUF 2006

9

SIEGMUND, Frank

Einladung zur gemeinsamen Jahrestagung der DGUF Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte und der SGA Schweizerische Gesellschaft für Anthropologie vom 17.05. bis 20.05.2007 in Basel "Lasst Knochen sprechen: Archäo-Anthropologie heute"

9

GEHLEN, Birgit

Archäologische Berichte

9

REDAKTIONSTEAM

Hinweise der Redaktion / Redaktionsrichtlinien für die Archäologischen Informationen

10-12

 

Adressen der Mitglieder des Vorstandes und des Beirates der DGUF

12-13

 

Bestellliste Archäologische Informationen

14



Das aktuelle Thema: Erst das Fressen, dann die Moral? Die soziokulturelle Dimension von Nahrung, Nahrungserwerb und Nahrungsverzehr

SCHÖN, Werner

Erst das Fressen dann die Moral? Die soziokulturelle Dimension von Nahrung, Nahrungserwerb und Nahrungsverzehr. Eine kurze Einführung

15-16

GEHLEN, Birgit

Nahrungstabus oder Residenzregeln in mesolithischen Bevölkerungsgruppen? Ergebnisse von Isotopenanalysen kritisch betrachtet

17-26

FEIERABEND, Birgit

Süßes für Mensch & Götter - Honiggebäck in Kult und "Küche" des pharaonischen Ägypten

26-34

KALIS, Arie J., Jutta MEURERS-BALKE und Agnes SIEBEN

Zu Möglichkeiten pollenanalytischer Untersuchungen an Latrinen-Befunden

35-45

GPAMSCH, Alexander

Mehr als das Mahl selbst. Zur sozialen Bedeutung von Speisen im Bestattungskontext

47-60

WENZEL, Carsten und Sabine DESCHLER-ERB

Linsensuppe und Austern - Ökonomie und Ernährung im römischen Vicus von Groß-Gerau

61-69

LIMPRICHT, Cornelia

Kunstgeschichtliche Betrachtungen: Stillleben als Spiegel religiöser und gesellschaftlicher Prozesse

71-77

SIEGMANN, Maren

Hoppäzgen zum Wucherpreis? Fallbeispiel: Ernährung in Konstanz 1414-1418

79-99

GRÜNEWALD, Mathilde

Das Zeitreisemenü für die Teilnehmer der Jahrestagung 2005 der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte am 7. Mai 2005

101-103


Diskussion

Diskussion I

 

BELZ, Julian, Caroline BLECKMANN, Birthe HAAK, Arne HOMANN, Mitja HORLEMANN, Barbara KÖSTNER und Petra WODTKE für den Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (DASV)

Der Bologna-Prozess in den archäologischen Wissenschaften - Ein Blick auf die Entwicklungen aus studentischer Perspektive

105-110

Diskussion II

 

REINGRUBER, Agathe und Manfred RÖSCH

Bemerkungen zu dem Aufsatz von Birgit Gehlen und Werner Schön, Das "Spätmesolithikum" und das initiale Neolithikum in Griechenland - Implikationen für die Neolithisierung der alpinen und circumalpinen Gebiete. Archäologische Informationen 26/2, 2003 (2004) 255-273

111-121


Berichte

BICK, Almut

Die kulturellen Beziehungen der Bevölkerung des Nördlinger Rieses in der Latènezeit

123-138

FRIES, Jana Esther

Methodische Überlegungen zur Ressource Boden

139-147

CZIESLA, Erwin

The "Mesolithic in Europe" - Bemerkungen zur Präsentation des (nord)-europäischen Mesolithikums

149-152

SCHERZLER, Diane

"Es geht nicht um Gold und Sensationen" - Pressearbeit für Archäologen

153-159


Tagungen & Arbeitsgemeinschaften

ESPINOSA, Tobias (Göttingen), Thies EVERS (Hamburg), Jörn HEIMANN (Göttingen) für den DASV

Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen stellt sich vor

161-163

RAMMINGER, Britta und Tessa ENGELBRECHT

Der Verein Bandkeramisches Aktionsmuseum e.V. stellt vor: "Die Bandkeramiker - Erste Steinzeitbauern in Deutschland"

165-166

FETTINGER, Brigitte und Martin KÜGLER

Tagungsbericht üder die 19. Tagung des Arbeitskreises Tonpfeifen 2005 in Ingolstadt

167-170

 

35th Annual Conference on Computer Application and Qunatitative Methods in Archaeology. Layers of Perception

171


Bücher

 

Andreas Gestrich, Jens-Uwe Krause und Michael Mitterauer: Geschichte der Familie (Markus C. BLAICH)

173-177

 

Vassos Karageorghis und Sabine Rogge (Hrsg.): Junge zyprische Archäologie (Dirk BRANDHERM)

178-179

 

Claus-Joachim Kind: Das Mesolithikum in der Talaue des Neckars. Die Fundstellen von Rotenburg Siebenlinden 1 und 3 (Erwin CZIESLA)

180-183

 

Markus Egg und Diether Kramer: Krieger - Feste - Totenopfer. Der letzte Hallstattfürst von Kleinklein in der Steiermark (Claus DOBIAT)

184-186

 

Matthias Knaut und Dieter Quast (Hrsg.): Die Völkerwanderung. Europa zwischen Antike und Mittelalter (Christoph ENGELS)

187-190

 

Richard H. Wilkinson: Die Welt der Templer im alten Ägypten (Frank FÖRSTER)

191-194

 

Susanne Reiter: Die beiden Michelsberger Anlagen von Bruchsal 'Aue' und 'Scheelkopf': Zwei ungleiche Nachbarn (Daniel SCHYLE)

195-199

 

Jan C. Besteman, Jurjen M. Bos, Danny A. Gerrets, H. Anthonie Heidinga und Jan de Koning (Hrsg.): The excavations at Wijnaldum (Frank SIEGMUND)

200-201

 

Renate Wörner: Das alamannische Ortsgräberfeld von Oberndorf-Beffendorf, Kreis Rottweil (Frank SIEGMUND)

202

 

Jirí Machácek: Breclav Pohansko V. Sídlistní aglomerace v Lesni skolce. Digitální katalog archeologickych pramenu. (Breclav Pohansko V. Die Siedlungskonzentration bei der Waldbaumschule. Digitaler Katalog der archäologischen Quellen). (Axel POSLUSCHNY)

203-204

Rezensionsangebote

 

205


Magisterarbeiten & Dissertationen

KILB, Sandra

Quentovic - Domburg - Dorestad. Die archäologische, historische und numismatische Überlieferung

207-211

MEISTER, Conny

Handprints of the Western Cape: Recording, Measuring, Identifying. Handabdrücke des westlichen Kapgebiets: Aufnahme, Vermessung, Identifikation

213-220

HOYER, Wenke

Das bandkeramische Gräberfeld Niedermerz 3 und seine Stellung in der Siedlungsgruppe des mittleren Merzbachtals

221-226

KLUTTIG-ALTMANN, Ralf

Von der Drehscheibe bis zum Scherbenhaufen. Leipziger Keramik des 14.-18. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Herstellung, Gebrauch und Entsorgung

227-232

PANKAU, Claudia

Die Besiedlungsgeschichte des Brenz-Kocher-Tals (östliche Schwäbische Alb) vom Neolithikum bis zur Latènezeit

233-237

SAMIDA, Stefanie

Wissenschaftskommunikation und Wissensvermittlung. Neue Medien in der Archäologie

239-245

SCHNEIDER, Rouven

Der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit - Neue Studien zur Periode VI des Nordischen Kreises in Teilen Dänemarks und Norddeutschlands

247-253


Das Allerletzte

254




Werner Schön

„Erst das Fressen, dann die Moral? – Die soziokulturelle Dimension von Nahrung, Nahrungserwerb und Nahrungsverzehr"

so lautete das Thema der DGUF-Jahrestagung 2005 in Worms. Den zugehörigen kulinarischen Höhepunkt stellte das von unserer Gastgeberin Mathilde Grünewald kreierte und organisierte „Zeitreisemenü" dar. Für die Teilnehmer zur Erinnerung, den anderen zur Anregung, sind die Rezepte versehen mit einigen kulturhistorischen Erläuterungen, in diesem Heft abgedruckt. Um die mögliche Breite des Themas zu umreißen, möchte ich einige Überlegungen vorstellen, die uns bei den Tagungsvorbereitungen beschäftigten:

Beschaffung und Verzehr von Nahrung sind in der Regel soziale Leistungen, die eben auch soziale Bedürfnisse befriedigen und nicht nur das pure Überleben ermöglichen sollen.
Dabei ist die Kenntnis der natürlichen Umwelt der jeweiligen uns interessierenden archäologischen Periode für alle Überlegungen grundlegend erforderlich. Neben Bodenart und Güte ist die Rekon-struktion des Klimas von großer Bedeutung, um erkennen zu können, was überhaupt angebaut oder gesammelt werden konnte und mit welchen Erträgen zu rechnen war.

Aufbauend auf diesen Kenntnissen kann dann erst beurteilt werden, wie weit ein menschlicher Eingriff in den Naturhaushalt erfolgte und wie deren Nutzung sich im Laufe der Zeit veränderte. Zugleich wird dabei deutlich, daß unabhängig von den jeweiligen überregional als üblich angesehenen Wirtschaftssystemen, wie z.B. den unterschiedlichen neolithischen Kulturen, regionale Anpassungen vorgenommen worden sind. In Wechselwirkung von diesen „natürlichen" Vorgaben und ihrer jeweiligen Nutzung werden sich die internen und externen sozialen Beziehungen der menschlicher Gemeinschaften gestaltet haben.
So sind aus dem Tierreich – von unterschiedlichsten Arten – Nahrungsgeschenke zahlreich belegt. Oft ist die Absicht dabei, von dem poten-tiellen Geschlechtspartner nicht gefressen zu werden. Menschliche Verhaltensweisen sind über die biologisch/physiologische Bedürfnissbefriedigung hinaus kulturell geprägt und haben somit nicht nur individuelle Antriebe, sondern werden ebenfalls gesellschaftlich–religiös geboten und entsprechend belohnt. Essen hat heutzutage letztlich auch mit Identitätsfindung, mit Selbstdarstellung, Genuss und Kommunikation zu tun. Dabei wird in letzter Zeit zunehmend der Zusammenhang von Körperfülle und mangelnder Bildung herausgestellt.

Natürlich kann eine Tagung ein derart weitgefasstes Thema nur punktuell beleuchten, auch sind viele Aspekte bezüglich ihrer Auswirkungen auf unseren heutigen Umgang mit Nahrung und Nahrungsverzehr und dessen Auswirkungen kaum untersucht, geschweige denn in archäologischem Kontext. Dazu kommt das generelle Problem, dass selbst im günstigsten möglichen Fall, also guten Erhaltungsbedingungen für organisches Material und Auswertung aller pflanzlichen und tierischen Reste, wir nur einen Eindruck der prinzipiell genutzten Ressourcen erhalten. Selbst die quantitative Versorgung über einen längeren Zeitraum ist nur indirekt über Analysen des menschlichen Skelettmaterials faßbar. So lassen Isotophenanalysen im Wesentlichen relative Anteile an mariner bzw. terrestrischer oder pflanzlicher und tierischer Nahrung erkennen. Für die Zukunft ist hier sicherlich mit weiteren und genaueren Analysemethoden zu rechnen. Natürlich können wir nur ausnahmsweise im Grabbrauch eine Wertschätzung bestimmter Lebensmittel oder sogar ihrer möglichen religiösen Implikationen erkennen.
Im folgenden möchte ich einen Teil der Einführung in das Tagungsthema wiedergeben, die ich in Worms vorgetragen habe. Dieser Teil der Ausführungen beruht im wesentlichen auf einem im Jahr 2000 gehaltenen Vortrag des Ernährungswissenschaftlers Uwe Spiekermann, in dem er sich mit der Entwicklung seiner Disziplin beschäftigte.

Einleitend zu unserem Tagungsthema möchte ich daher einen kurzen Abriss einer vielleicht sehr deutschen Entwicklung aufzeigen, da Ernährung hier schon früh als staatlich zu regelnde Aufgabe angesehen wurde. Damit wurde Ernährung zum Gegenstand von Ideologie und ist es bei manchen Menschen auch heutzutage.
Ernährungsgewohnheiten und Geschmacksprägungen werden durch Erziehung vermittelt. Um darauf einzuwirken, ist die Ernährungswissenschaft seit mehr als einhundert Jahren tätig. So wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Kalorienberechnung eine Grundlage entwickelt, auf der man festlegte, mit welchen Nahrungsmitteln die Funktion und Gesundheit des menschlichen Körpers aufrecht erhalten werden kann. In Rahmen der zunehmenden Industrialisierung konnte so exakt berechnet werden, wieviel Nahrung ein Arbeiter benötigte. Da aber Qualitätsmaßstäbe nicht berücksichtigt wurden, konnte ein entsprechend geringes Existenzminimum zu Grunde gelegt werden.
Andererseits wurde von der Arbeiterbewegung der berechnete Eiweißbedarf als Grundrecht angesehen und eingefordert. Im Verlauf des ersten Weltkrieges wurden Rationierungen auch dadurch umgesetzt, dass sog. Volks- und Kriegsküchen in den größeren Städten die Essensausgabe übernahmen. Der Versuch, den Mangel wissenschaftlich zu optimieren, führte allerdings zu einer derartig geringen Qualität, dass sogar während der Hungerkrise 1916/17 nur wenige Menschen die staatliche Versorgung annahmen.
Erst im Verlauf der zwanziger Jahre wurden die Kenntnisse, die aus der Entdeckung der Vitamine (1911) folgten allmählich umgesetzt. D.h. dann erst wurden Mangelerkrankungen bei anscheinend ausreichender Nahrungsmenge erkannt. Seit den späten 1920er Jahren wurde gesunde Ernährung als präventive Gesundheitspolitik angesehen. Damals wurden Kernpunkte der Empfehlungen folgendermaßen zusammen gefaßt: Esst „deutsch", also regional, esst „gesund", also mehr frisches Obst und Gemüse.
Daran änderte sich auch nach 1933 nichts, nur wurden jetzt die Gesundheits- und Ernährungsziele rassistischen Idealen verpflichtet – letztlich der gezielten Modellierung des Volkskörpers. Gegen zunehmende Krebserkrankungen, Alkoholismus und akuten Gebissverfall forderte der Reichszahnärzteführer (Dr. Struck) die Zucht des Einzelnen, sowie eine „artgemäße Nahrungs- und Lebensweise". Dies wurde mit einer natürlichen, einfachen und unverfälschten Kost von deutschem Acker verbunden. Letztlich steht dahinter bereits die systematische Kriegsvorbereitung, wofür im Agrarbereich die „Erzeugungsschlacht" unter Einsatz von Technik und Wissenschaft propagiert wurde. Dazu kam generell die ernährungswissenschaftliche Grundlagenforschung u.a. mit bedeutenden Institutionen wie dem 1939 gegründeten „Reichsvollkornbrotausschuß", der immerhin mehr als 100 Mitarbeiter hatte.
Ohne noch auf die Nachkriegszeit einzugehen, die auch einige, heute sicher als kurios anzusehende Ansichten beizutragen hätte, möchte ich mit einem Absatz aus dem Resümee des genannten Vortrages des Ernährungswissenschaftlers Uwe Spiekermann schließen: „Die Geschichte der Ernährungsziele ist die Geschichte ihrer Nichtbeachtung. Das denkende und praktisch handelnde Kulturwesen Mensch berücksichtigt sie nur in Grenzsituationen, zumal wenn es sich um akute Probleme der Gesundheit handelt. So „normal" und wichtig körperliche Leistungs- und Funktionsfähigkeit jedoch sein mögen, so „normal" und wichtig sind auch die sozialen und kulturellen Dimensionen des Essens."

Abschließend möchte ich zum Stichwort der „soziokulturelle Dimension..." aus einem Artikel in der ZEIT vom 18. Mai 2006 „Verwildert, verlottert, verludert" von Jürgen Körnig und Werner A. Perger zitieren. Beschrieben wird darin die mittlerweile europaweite Problematik von Jugendlichen, die ohne Kontrolle und Erziehung der Eltern aufwachsen. Ein in Großbritannien populärer Fernsehkoch hat in einer Reality-Show ein typisches Schulessen vorgeführt und an einer Schule anschließend für einen völlig anderen Speiseplan gesorgt. „Nachdem die Kinder über mehrere Wochen frisches Gemüse, Salat und Obst genossen hatten, konnten die Lehrer, wie sie selbst erstaunt berichten, nachmittags wieder vernünftigen Unterricht geben. Verhaltensstörungen waren wie weggeblasen. Und viele Schüler brauchten nicht mehr jene asthma boosts, Sprühstöße gegen Atemnotanfälle. An britischen Schulen gehören sie sonst zur Grundversorgung." – Ein aufschlussreiches Beispiel für die „Nebenwirkungen" der Nahrung, die eben nicht nur Sättigung und Erhaltung der körperlichen Funktionsfähigkeit gewährleistet.

zurück


Zusammenfassung – Die Analysen stabiler Isotopen sind unverzichtbar für die Rekonstruktion der Ernährung mesolithischer Bevölkerungen. Auf diese Weise lassen sich außerdem Informationen über mögliche Unterschiede innerhalb der Gemeinschaften sammeln, die vielleicht auf soziale Faktoren zurückgehen. Die Untersuchungen am Skelettmaterial von Hoëdic und Téviec in der Bretagne sowie Vlasac und Lepenski Vir am Eisernen Tor bieten zurzeit die differenziertesten Ergebnisse in dieser Hinsicht. Die Methode selbst ist allerdings in der Aussagekraft ihrer Ergebnisse beschränkt. Deshalb sollten Anthropologen und Archäologen die analysierten Individuen in Zukunft vor allem im Kontext ihrer eigenen Untersuchungen beurteilen.

Schlüsselwörter – Mesolithikum, Europa, Bretagne, Eisernes Tor, stabile Isotopen, Ernährung, soziale Strukturen


Abstract – Analyses of stable isotopes have become an indispensable method for reconstructing the diet of Mesolithic populations. In doing so, they further provide information regarding possible differences within communities, which are possibly an expression of social factors. At present, the analyses of skeletal material from the sites of Hoëdic and Téviec in Brittany, and from Vlasac and Lepenski Vir in the Iron Gates region have yielded the most differentiated results in this respect. Admittedly, the method itself is limited due to the significance of its results. Therefore, in future, anthropologists and archaeologists should assess analysed individuals especially in the context of their own investigations.

Keywords – Mesolithic, Europe, Brittany, Iron Gates, stable isotopes, diet, social structures

zurück


Zusammenfassung – Im vorliegenden Artikel wird die Herstellung von Honiggebäck anhand von Bäckereiszenen aus den Gräbern von Rechmire und Ramses III. gezeigt. Verschiedene Bäcker von Honigkuchen werden vorgestellt. Des Weiteren wird die Rolle des Honiggebäcks im Toten- und Tempelkult sowie im Alltag erörtert. Daraus lässt sich auch der Empfängerkreis des Gebäcks fassen.

Schlüsselwörter – Ägypten, Honiggebäck, Bäcker, Totenkult, Tempelkult, Alltag

Abstract – The article describes the production of honey cakes in ancient Egypt, based on scenes from bakeries shown in the tombs of Rekhmira and Rameses III. The different activities of ancient bakers are discussed. Honeycakes were used in ceremonies of the temple and funerary cults. They were, however, a privilege for government officials and priests. The use of honey cakes in daily life is investigated.

Keywords – Egypt, honey cake, baker, funerary cult, temple cult, daily life

zurück


Zusammenfassung – Die archäologische Untersuchung von Latrinen zeigt, dass die Funde vor allem aus dem Bereichen Küche und Essen stammen. Den pflanzlichen Aspekt der Nahrung beleuchten archäobotanische Untersuchungen der Latrinen-Verfüllschichten. Im vorliegenden Beitrag werden die Möglichkeiten der Pollenanalyse erörtert und am Beispiel einer im 16. Jhd. verfüllten Latrine vorgestellt.

Schlüsselwörter – Pollenanalyse, Ernährung, Koproanalyse, Latrinen


Abstract – Archaeological examinations of latrines mainly produce finds belonging to the sphere "kitchen and nourishment". Archaeobotanical investigations of latrine-fillings focus on the vegetable aspect of the diet. The article discusses the possibilities of pollenanalysis which are demonstrated by an example of a latrine filled in the 16th century AD.

Keywords – pollenanalysis, nourishment, coproanalysis, latrines

zurück


Zusammenfassung – Im vorliegenden Beitrag geht es um Nahrungsmittel im Kontext von Bestattungen. Hauptsächlich wird die Beigabe von tierischer Nahrung und von möglichen Getränken diskutiert. Im Mittelpunkt dieser Diskussion steht die soziale Funktion des Bestattungsrituals und der dabei verwendeten Gegenstände, insbesondere die Transformation der sozialen Identität des verstorbenen Individuums durch die rituellen Handlungen. Mithilfe der Konzepte der „Gabe" nach M. MAUSS und der „kommunikativen Handlung" nach J. HABERMAS werden die Nahrungsbeigaben als Artefakte verstanden, die weniger Anzeiger eines sozialen Ranges sind als vielmehr der Charakterisierung der sozialen Identität des Verstorbenen und die zugleich der Transformation dieser Identität dienen. Ausgeführt werden diese Thesen am Beispiel eines Gräberfeldes der Lausitzer Kultur aus Brandenburg.

Schlüsselwörter – Nahrungsbeigaben, Transformation sozialer Identität, soziale Reproduktion, Kinder, Lausitzer Kultur


Abstract – This paper discusses food in the context of burials, and the giving of meat and of possible beverages in particular. It focuses on the social meaning of both the funeral ritual and the objects involved. In particular, the transformation of the social identity of the deceased through ritual action is examined. Building upon the concepts "gift" (MAUSS) and "communicative practice" (HABERMAS) nutritional offerings in the graves are understood as artefacts which at the same time characterise the social identity of the deceased and help in transforming this identity, rather than simply indicating social status. This approach is exemplified with evidence from an urnfield of the Lusatian Culture from Brandenburg (Germany).

Key words – Food as grave good, transformation of social identities, social reproduction, children, Lusatian Culture

zurück



Zusammenfassung – Rund zwei Kilometer südlich des modernen Stadtkerns Groß-Geraus im Norden des Hessischen Rieds entstand in der Flur „Auf Esch" um das Jahr 75 n. Chr. ein römisches Kastell mit einem angrenzenden Lagerdorf. Dieses entwickelte sich bis zum Abzug des Militärs um 115/120 n. Chr. zur größten geschlossenen Siedlung Südhessens. Sie bestand, in reduziertem Umfang, bis in das 3. Viertel des 3. Jahrhunderts weiter. Wirtschaftliche Grundlage des verkehrsgünstig gelegenen Vicus war zu aller Zeit der Handel und in begrenztem Umfang die Güterproduktion. Das umfangreiche archäozoologische Material gewährt zudem wichtige Einblicke in die Sozial-, Ernährungs- und Landwirtschaftgeschichte einer Siedlung am Rande des römischen Imperiums. Chronologische Entwicklungen zeigen sich dabei vor allem in Bezug auf die Jagdgewohnheiten und die Rinderzucht.

Schlüsselwörter – Groß-Gerau, 1.-3. Jahrhundert n. Chr., Ländliche Siedlung, Archäozoologie, Ernährung, Ökonomie, Landwirtschaft, Jagd, Rinderzucht


Abstract – The Military camp and adjoining civil settlement at Groß-Gerau in the North of Hessisches Ried were founded in 75 AD, approximately 2 kilometres south of today's city in an area latterly called ‘Auf Esch'. The military presence, until around 115/120 AD, elevated the settlement into one of the most important in the southern part of the federal state of Hesse. The settlement continued to exist albeit in a reduced form until the third quarter of the 3rd century AD. The economy was mainly trade-based with only a limited reliance on production of goods. The comprehensive analysis of the archaeozoological material found within the structures of the settlement affords an important insight into the social, economic, and agricultural history of a settlement at the periphery of the Roman Empire. Particularly interesting is the chronological development of hunting practices and cattle breeding.


Keywords – Groß-Gerau, 1st-3rd century AD, rural settlement, archaeozoology, feeding, economy, agriculture, hunting, cattle breeding

zurück



Zusammenfassung – Der Artikel behandelt hauptsächlich Methoden kunsthistorischer Interpretationen in Bezug auf die Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts und stellt die Frage, in wie weit Stillleben den Alltag widerspiegeln.
Selbst einfache und trivial anmutende Dinge haben eine Bedeutung auf diesen Gemälden. Die reiche didaktisch-emblematische Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts hilft bei der Entschlüsselung der Gemälde: Moralische wie auch religiöse Bedeutungen können so aufgespürt werden. Hinzukommen weitere Deutungsmöglichkeiten wie „die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen", indem z. B. saisonale Differenzen abgebildeter Blumen-, Obst- und Gemüsesorten analysiert werden. Des Weiteren enthalten Darstellungen von Früchten oftmals Hinweise auf die Vergänglichkeit des Lebens. Schließlich wird noch die aus der Antike kommende Theorie „der Säfte des Menschen" vorgestellt, die z. B. die vier Elemente mit den vier Jahreszeiten und den daraus resultierenden Esswaren parallelisiert und mit guten, gesunden oder schlechten und ungesunden Eigenschaften versieht. Auf diese Weise muss es nicht erstaunen, sehr gegensätzliche Objekte wie Oliven, Raucherutensilien und Süßigkeiten in einem Bild vereint zu sehen.
Bis heute gibt es keine nachgewiesene Darstellung einer zeitgenössischen Menüfolge. Alltagsleben wird mehr in genereller Hinsicht dargestellt. Die Bilder verleihen eher dem Repräsentationsdenken einer gutbürgerlichen Mittelschicht Ausdruck.

Schlüsselwörter – Stilleben (16. u. 17. Jahrhundert), Bedeutungsmuster, Alltag, Esskultur, Religion, Medizin


Abstract – The main focus of the paper demonstrates methods of art historic interpretations regarding still life paintings (17th Century) and deals with the question do still life paintings reflect everyday life? There is a meaning even behind trivial objects. The rich didactical emblematic literature of the 16th and 17th Century helps to discover hidden meanings of paintings. Moral as well as religious aspects can be found. Other fields of interpretation are also discussed: 1. the dissimilarity of the simultaneity, which explains that pictured flowers or vegetables must not been harvested within the same season. 2. e. g. fruits represent often hints of transience. 3. a fairly new path of interpretation takes into account the antique and renaissance theory of "humoral pathology". This theory of the "saps of the human being" correlates health and illness with e. g. the 4 elements, 4 seasons etc. and attributes in this way kinds of food with healthy (positive) or unhealthy (negative) properties. Therefore it is not astonishing to find conflicting objects like olives, smoker utensils and sweets within one picture.
Until now no picture has been found which gives a clear account of a set meal. Everyday life is rather reflected in the pictures in a more general way: still lives are motivated by the mentality of an untitled middle-class.

Keywords – Still life paintings (16th/17th Century), patterns of meaning, everyday life, culture of eating, religion, medicine

zurück



Stadtarchäologie konnte zahlreiche Siedlungsbefunde des 15. Jhs. sichern. Latrinen und Abwurfhalden haben große Mengen an Tierknochen und botanischen Resten erbracht. Hinzu treten zeitgenössische Darstellungen von Märkten, Nahrungstransporten und Schnellimbissen. Sie sind Bestandteil des Bildprogramms einer Chronik aus der 2. Hälfte des 15. Jhs: der Chronik des Konstanzer Konzils 1414-1418, verfasst von Ulrich Richental. Aus dieser Chronik erfahren wir Details über Handel, Marktpreise, Mietzins, Tagelöhne, sie berichtet über Festmähler und Picknicks, enthält aber auch allerlei Anekdoten.
Ergänzend treten die umfangreichen Bestände des Stadtarchivs Konstanz hinzu, welche in erfreulichem Maße publiziert vorliegen: Steuerlisten, Ratsbücher, Vermächtnisse, Codices und Gerichtsakten aller Art. Diese Quellen ermöglichen es, vielen Häusern über die Jahrhunderte hinweg Besitzer, Bewohner, Steuerlast und Mietzins zuzuordnen. Und damit auch den Latrinen ...
Diese Quellen-Trias könnte nun tiefe Einblicke in Nahrung, Nahrungsmittel und Verbraucher im 15. Jh. bieten. Leider ist sie (noch?) ungenutzt ...

Schlüsselwörter – Mittelalter, Konstanz, Ulrich Richental, Chronik, Buchmalerei, Konstanzer Konzil 1414–1418, Ernährung, Latrine, Archäozoologie, Archäobotanik


Abstract – In the case of the city of Constance we are well equiped with sources concerning food and dietary questions. Archaeological excavations of early 15th century latrines and dumps of refuse thrown in the Lake of Constance revealed a rich assortment of both animal bones and botanical finds. Vivid paintings of fishmonger‘s and butcher‘s stalls, provision transports and snack bars seem to illustrate everyday life in 15th century southwest Germany. These paintings stem from a chronicle describing the events during the council of Constance 1414-1418, written by Ulrich Richental. The text gives a wide variety of informations concerning markets, merchandises, prices and wages, it describes picknicks as well as banquets, and tells sundry stories. The municipal archive owns a vast amount of records, many of which are published: tax rolls, city deeds, wills, codices of all sorts and court documents. Those written sources allow us to identify owners, landlords or tenants of most houses, they give account of taxes, debts and rents to pay. Thus, they allow us, too, to identify the users of the latrines ...
This excellent base of sources could provide us with a great amount of information about food and its consumers in the 15th century - hitherto unexploited.

Keywords – Middle ages, Constance, Ulrich Richental, chronicle, illumination, council of Constance 1414–1418, alimentation, latrine, archaeozoology, archaebotany.

zurück



Zusammenfassung – Als ideale Ergänzung zum Tagungsthema servierte Verf.in den begeisterten Teilnehmern ein Menü, dessen einzelne Gänge nach Rezepten oder Vorstellungen aus der Römerzeit, dem Frühen Mittelalter, dem Hochmittelalter, dem 19. Jahrhundert sowie der Zeit um 1900 gekocht wurden: Linsensalat mit Muscheln nach Apicius, ein asketischer Kräutersalat à la Radegunde, Bandnudeln mit Parmesan nach Boccaccio, Hühnchen mit Artischocken und Kapern auf kölnische Art und als Dessert ein Blanc-manger provençal nach Cezanne. Die Teilnehmer verspeisten es mit Appetit, schädliche Nachwirkungen traten nicht ein.

Schlüsselwörter – Zeitreisemenü, Rezepte, Apicius, Radegunde, Boccaccio, Parmesan, Cezanne


Abstract – As a perfect addition to the main topic of the conference, the author created a special meal which was served the participants of the conference. The menu, cooked after recipes and ideas from the Roman period, the early and high Middle Ages, the 19th century and the time around 1900 AD consisted of the following courses: lentil salad with mussels after Aspicius, an ascetic herb-salad B la Radegunde, noodles with Parmesancheese after Boccaccio, chicken with artichokes and capers B la Cologne and as dessert a Blanc-manger provençal after Cezanne. The participants consumed everything with a healthy appetite, health-damaging after-effects have not been reported.

Keywords – Time-Travel-Menue, recipes, Apicius, Radegunde, Boccaccio, parmesan-cheese, Cezanne

zurück


Diskussion


Zusammenfassung – In der Diskussion um die Einführung der neuen gestuften Studiengänge in der Archäologie wurden in diesem Forum bereits zahlreiche Aspekte beleuchtet und kontrovers bewertet. Bislang fehlte dabei die studentische Perspektive, durch die einige weitere Probleme und Anregungen aufgezeigt werden können.

Schlüsselwörter – Bachelor, Bologna-Prozess, Master, Studienreform


Abstract – Different aspects of the Bologna process are discussed from the perspective of the student. This perspective has been missing from most discussions of this subject, even though it can add important insights into the implementation of the Bachelor-Master system in the German departments of archaeology.

Keywords – Bachelor, Bologna agreement, Master, academic reform

zurück



Zusammenfassung – Der Ursprung der neolithischen Lebens- und Wirtschaftsweise liegt im Gebiet des fruchtbaren Halbmondes im Vorderen Orient. Im Laufe von mehreren Jahrtausenden (10. – 7. Jt. v. Chr.) gelangten neues Ideengut und neuartige Nahrungsgrundlagen nach Europa, dank der Nähe zu Anatolien zuerst nach Griechenland. Doch nicht in allen griechischen Landschaften erfolgte der Wandel in der Lebensweise gleichzeitig und mit der gleichen Intensität. 14C-Daten legen nahe, dass sich die ältesten sesshaften Gemeinschaften in Magnesien und Thessalien in der Zeit zwischen 6500 und 6300 v. Chr. niederließen. Doch erst mit der Gründung der Siedlungen Nea Nikomedeia oder Hoca Çeme in der Nord-Ägäis um oder kurz vor 6100 cal BC erfolgte der Anstoß zur Neolithisierung des Balkan und danach Mitteleuropas.
Auch aus dem Adria-Gebiet und aus Süditalien sind keine frühneolithischen Siedlungen aus der ersten Hälfte des 7. Jahrtausends bekannt. Die ältesten Gründungen datieren in die Zeit um oder nach 6000 v. Chr. Im circumalpinen Gebiet sind die ältesten Bauern archäologisch erst im fortgeschrittenen 6. Jt. fassbar. Pollendiagramme, die wesentlich älter zu datieren scheinen, haben aus diesem Grund schon sehr früh die Aufmerksamkeit der Forscher erregt. Doch müssen gerade derart sensible Daten sorgfältig geprüft und hinterfragt werden.

Schlüsselwörter – Mesolithikum, Initialneolithikum/Frühneolithikum, Neolithisierung, Pollenprofile, Getreide, Domestikation, 14C-Daten, Griechenland, circumalpiner Raum


Abstract – The first settlements with a sedentary life-style have been documented in the area of the Fertile Crescent in the Near East. In the course of several millennia (10th to 7th mill. BC) new ideas and resources made their way to Europe, reaching due to the proximity to Anatolia, Greece first. But not all Greek landscapes were involved simultaneously and in the same intensity in the transition from hunting/gathering to herding/harvesting. 14C-dates show that the oldest settlements were founded in Thessaly between 6500 and 6300 cal BC. But only after sites like Nea Nikomedeia or Hoca Çe?me came into being in the Northern Aegean (ca. 6100 BC) did the Neolithisation of the Balkans and consequently of Middle Europe take place.
Neolithic sites dating to the early 7th millennium are not known in the southern part of Europe either. The Early Neolithic settlements in the Adriatic Region or Italy are not older than 6000 BC. For this reason pollen diagrams from the Alpine and Circumalpine Region which were dated back to Mesolithic times stirred the attention of scholars quite early. But it is especially these sensitive data which have to be scrutinized and analysed carefully.

Keywords – Mesolithic, Initial Neolithic/Early Neolithic, Neolithisation process, pollen profiles, domesticates, 14C-data, Greece, Alpine and Circumalpine Region

zurück


Berichte


Zusammenfassung – Eine detaillierte Analyse der latènezeitlichen Funde und Befunde aus dem Nördlinger Ries hat deutliche Unterschiede in der kulturellen Ausrichtung der Frühlatène- und der jüngeren Latènezeit in diesem Gebiet ergeben. In der Frühlatènezeit präsentiert sich das Ries nach Bestattungssitten und Funden als mit dem nordostbayerischen Raum zusammengehörig. Im Vergleich zu der Besiedlungsdichte der Hallstattzeit ist das Ries in der Frühlatènezeit nur spärlich besiedelt. Erst in der jüngeren Latènezeit verdichtet sich das Verteilungsbild der Siedlungen wieder. Jetzt lassen sich jedoch grundlegend veränderte Kulturkontakte fassen. Die Bestattungssitten ebenso wie viele Funde finden jetzt die besten Parallelen am mittleren Neckar. Eine Zuwanderung, die zu dem beobachteten Bevölkerungsanstieg in der jüngeren LatPnezeit geführt haben könnte, kann daher nur aus diesem Gebiet angenommen werden. In den qualitätvolleren Funden können enge Beziehungen besonders zu dem Manchinger Raum, aber auch nach Berching-Pollanten festgestellt werden. Unterschiede zwischen der Frühlatène- und der jüngeren Latènezeit sind auch in Besiedlungsschwerpunkten im Riesbecken zu beobachten. Während in der FrühlatPnezeit das Westries durch Importfunde hervorgehoben ist, bildet sich in der jüngeren LatPnezeit im Südostries am Zusammenfluss von Wörnitz und Eger eine dichte Siedlungskonzentration um die fundreichste Siedlung des Arbeitsgebietes, Heroldingen „Kalbläcker", heraus.

Schlüsselwörter – Latènezeit, FrühlatPnezeit, Jüngere Latènezeit, Nördlinger Ries, Südbayern, Nordostbayern, Neckargebiet, Siedlungen, Grabhügel, Salz


Abstract – A detailed analysis of the archaeological objects and features dating to the Latene period in the Nördlinger Ries has shown significant cultural distinctions between the early and the later Latene period (Latene B2–D1) in this area. For the early Latene period the burial customs and objects display an affiliation to the north-eastern part of Bavaria. In contrast to the amount of settlements of the Hallstatt period, the Nördlinger Ries seems to be only sparsely populated during the early Latene period. The number of settlements does not increase again until the later Latene period. By then, however, the cultural contacts of the population have changed fundamentally. The burial customs and objects now show close ties with the middle Neckar area. If the population increase in the Nördlinger Ries is to be seen as a result of immigration, then this will be the area the immigrants would have come from. The objects of higher quality not only show close contacts to the region of Manching in the Danube valley but also to Berching-Pollanten, situated north of the Frankenalb. There are further differences between the early and the later Latene period in the Nördlinger Ries concerning the distribution of the settlements. While the Western Ries is accentuated by imported objects during the early Latene period, in the south-eastern part of the basin settlements are concentrating around the important site of Heroldingen „Kalbläcker" in the later Latene period.

Keywords – Latene period, early Latene period, later Latene period, Nördlinger Ries, southern Bavaria, northern Bavaria, Neckar area, Settlements, Barrows, Salt

zurück



Zusammenfassung – Bei der Auswahl von Siedlungsplätzen in der Vorgeschichte dürften Böden eine wesentliche Rolle gespielt haben. Welche Böden bevorzugt wurden und wie wichtig sie für die Platzauswahl waren, wurde, nach Anstößen aus der Geographie, seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch von der Vorgeschichtsforschung untersucht. Lange Zeit standen hierbei das Neolithikum und besonders die Bandkeramik im Mittelpunkt. In jüngerer Zeit kam es eine Reihe zeitlich übergreifender Untersuchungen hinzu. In derartigen Studien sind eine Reihe methodischer Entscheidungen zu fällen, die wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Dazu gehören beispielsweise die Wahl zwischen unterschiedlichen Bodenkarten und die Größe des betrachteten Umfeldes einer Siedlung. Naturräumliche Veränderungen müssen ebenso bedacht werden wie die Entwicklung der landwirtschaftlichen Methoden seit der untersuchten Epoche. Genaue und sichere Angaben zu den Bodenverhältnissen in und im Umfeld von Siedlungen können letztlich nur bodenkundliche Untersuchungen bieten, die bislang lediglich im Rahmen weniger Ausgrabungen stattgefunden haben.

Schlüsselwörter – Siedlungsarchäologie, Methodik, Böden


Abstract – During prehistory soils probably played a major role in choosing settlement locations. Geographers were the first to discuss the preference of certain soils and their importance for choosing a site. Within the first half of the 20th century prehistoric archaeologists adopted the topic. For several decades the Neolithic, particularly the Bandkeramic culture, were in the focus of discussion. In recent times several studies referring to more than one period have been published. Investigations concerning these questions require methodical decisions which have important influence on the results, e.g. the choice between different types of soil maps or the dimensions of the examined settlements? surroundings. Changes of environmental conditions have to be considered as well as the development of agricultural techniques since the investigated period. In order to gain precise and valuable information on soil conditions at the site of a prehistoric settlement specific soil investigations are necessary. Unfortunately such investigations have up to now been carried out only on a very small number of excavations.

Keywords – Settlement archaeology, methodology, soils

zurück



The "Mesolithic in Europe" - Bemerkungen zur Präsentation des (nord)europäischen Mesolithikums

Zusammenfassung – Im Jahre 1973 fand auf Einladung von St. K. Kozlowski das erste Treffen „Mesolithic in Europe" in Warschau statt, welches in den Jahren 1978 (Potsdam), 1985 (Edinburgh), 1990 (Leuven), 1995 (Grenoble) und 2000 (Stockholm) wiederholt wurde. Zu allen Symposien liegen die Beiträge vor, und rund 300 Artikel vermitteln auf etwa 3.600 Druckseiten den aktuellen und unfassenden Forschungsstand zum – vornehmlich nordeuropäischen – Mesolithikum. Dabei spielte die deutsche Mittelsteinzeit-Forschung zunächst eine tragende Rolle, erfuhr jedoch aufgrund reduzierter finanzieller Mittel und fehlender Arbeitsstellen einen erheblichen Bedeutungsverlust. Es ist zu hoffen, dass dieser Trend sich nicht weiter fortsetzt.

Schlüsselwörter – Mesolithikum, Tagung, deutsche Forschung


Abstract – In 1973, the first international meeting "Mesolithic in Europe", initiated by St. K. Kozlowski, took place in Warsaw. This first symposium was repeated in 1978 (Potsdam), 1985 (Edinburgh), 1990 (Leuven), 1995 (Grenoble) and 2000 (Stockholm). From each meeting the organizers have published conference-contributions and more than 300 articles with altogether 3.600 pages convey a current and comprehensive information concerning – especially Northern European – research in Mesolithic science. At the beginning, German Mesolithic research played an important role, which has constantly decreased due to reduced financial support and missing jobs. It is to be hoped that this negative tendency will not increase and the German Mesolithic research will be better supported in the future.

Keywords – Mesolithic in Europe, Symposium, German Research

zurück



„Es geht uns nicht um Gold und Sensationen" Pressearbeit für Archäologen

Zusammenfassung – Viele Archäologen wollen das Interesse der Öffentlichkeit an ihrer Forschungsarbeit wecken. Deswegen versuchen sie unter anderem, die Aufmerksamkeit der Massenmedien zu gewinnen: Sie schreiben Pressemeldungen oder richten eine Website ein. Einige Wissenschaftler geben Interviews und werden in Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen zitiert. Häufig fehlt Archäologen jedoch die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Medien, und sie sind verwundert, was Journalisten schließlich schreiben oder senden.
Ziel dieses Textes ist es, Archäologen vertrauter im Umgang mit Medien zu machen. Der Leser lernt, wie er seine Forschung besser gegenüber Medien präsentieren kann und welche Informationen Journalisten von Wissenschaftlern benötigen, um einen guten Artikel schreiben zu können.

Schlüsselwörter – Pressearbeit, Massenmedien, Radio, Fernsehen, Journalismus, Public Understanding of Science and Humanities

Abstract – "We're not after gold and sensations" - Press relations for archaeologists.
Many archaeologists want to arouse public interest in their research. So amongst other strategies, researchers are trying to get the attention of the mass media. They start writing press releases or create a new website. Some scientists give interviews and are cited in press, radio and television. But archaeologists often lack experience in how to cooperate with the media. In consequence, they are often irritated by what is finally written or broadcast.
The purpose of this text is to familiarize archaeologists with the media. Readers will learn how to present their topics better to the mass media. Answers will be given to what kind of information journalists actually need from scientists for writing an excellent article.

Keywords – press relations, mass media, television, radio, journalism, Public Understanding of Science and Humanities

zurück


Tagungen & Arbeitsgemeinschaften

 


Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen stellt sich vor

Zusammenfassung – Am 15. Mai 2005 hat sich anlässlich der Bundesfachschafstagung in Berlin der Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V) gegründet. Ziel und Zweck des übergeordneten Verbandes ist es, die Kommunikation der verschiedenen Fachgruppen, Fachschaftsräte, Studienrichtungsvertretungen untereinander zu optimieren, sowie aktiv an hochschulpolitischen Diskussionen teilzunehmen und öffentlichkeitsbezogen zu informieren.

Schlüsselwörter – Studierendenorganisationen, Akademische Selbstverwaltung


Abstract – On May 15th 2005 the "Head Organisation of Students' Representatives of Archaeological Subjects" was founded in Berlin. The organisation's aim is to improve the communication among the students' representatives and to participate in the current public discussion on reforming the universities.

Keywords – student's organisations, academic self-government

zurück


Magisterarbeiten & Dissertationen

 


Handprints of the Western Cape: Recording, Measuring, Identifying
Handabdrücke des westlichen Kapgebiets: Aufnahme, Vermessung, Identifikation

Master of Science, University of Cape Town 2003 (Prof. Dr. John E. Parkinton)

Zusammenfassung – Hauptziel dieser Arbeit ist es, Hintergrund der Erstellung und Bedeutung der Handabdrücke des westlichen Kapgebietes Südafrikas sowohl durch digitale Aufnahmen und deren Bearbeitung als auch durch statistische Analysen näher zu beleuchten. Hierfür wurden 983 Handabdrücke in den Fundstellen Diepkloof und Eland Bay Cave untersucht. Die anschließenden Experimente mit Handabdrucksmessungen und ihre statistische Auswertung waren die Voraussetzung für die Identifizierung von Individuen nach Anzahl, Alter und Geschlecht.

Schlüsselwörter – Südafrika, Kapgebiet, Handabdrücke, Vermessung, Photogrammetrie, Felskunst


Abstract – This article is an approach to answer questions concerning the emergence and meaning of handprint making in the western Cape, South Africa. Through photogrammetrical recording, various experiments and statistical analysis of handprints, a different approach towards recording rock art in particular handprints was investigated. For these purposes 983 handprints of Diepkloof and Elands Bay Cave were recorded and examined. Photogrammetry was used to record and measure the handprints quickly without loosing the desired accuracy. The following experiments and statistical analysis not only verified the results, but were also relevant for the identification of numbers, age and sex of the handprintmakers.

Keywords – South Africa, Western Cape, handprints, measurement, photogrammetry, rock art

zurück



Die Besiedlungsgeschichte des Brenz-Kocher-Tals (östliche Schwäbische Alb) vom Neolithikum bis zur Latènezeit

Dissertation Freie Universität Berlin 2005 (Prof. Dr. B. Hänsel)

Zusammenfassung – Die räumliche Verteilung der neolithischen bis latènezeitlichen Fundstellen im Brenz-Kocher-Tal und den angrenzenden Naturräumen wird auf besiedlungsdynamische Prozesse hin untersucht. Nach der relativ dichten altneolithischen Besiedlung fallen die Fundstellenzahlen im Mittelneolithikum stark ab, um sich im Jungneolithikum jedoch wieder deutlich zu erhöhen. Während des Spät- und Endneolithikums sowie in der frühen Bronzezeit ist nur eine sehr sporadische Begehung des Arbeitsgebiets festzustellen. Mit der Mittelbronzezeit erhöht sich die Besiedlungsdichte im Arbeitsgebiet merklich und in der Urnenfelderzeit lässt sich von einem Landesausbau sprechen. Erst in der Hallstatt- und Latènezeit kommt es jedoch zu einer massiven Aufsiedlung der Albhochfläche, insbesondere des Härtsfelds, was auf die dortigen Eisenerzvorkommen zurückzuführen sein dürfte.

Schlüsselwörter – Besiedlungsdynamik, Quellenkritik, Geofaktoren


Abstract – The spatial distribution of sites dating from the Neolithic to the Latene period in the river valley of Brenz and Kocher and the sourrounding areas is investigated with respect to settlement dynamics. After a relatively dense settlement in the Early Neolithic the number of sites diminishes heavily in the Middle Neolithic, whereas in the Young/Late Neolithic the number rises again remarkably. During the Late- and End-Neolithic as well as in the Early Bronze Age the study area was only sporadically visited. In the Middle Bronze Age the settlement density rises considerably and during the Urnfield period an interior colonization takes place. But it is not until the Hallstatt and Latene period that the upper parts of the eastern Swabian Alb, especially the Härtsfeld, are strongly settled. This is surely caused by the deposits of iron ore that can be found there.

Keywords – Settlement dynamics, source criticism, geofactors

zurück


zurück zur DGUF Homepage