so lautete das Thema der DGUF-Jahrestagung 2005 in Worms. Den zugehörigen kulinarischen Höhepunkt stellte das von unserer Gastgeberin Mathilde Grünewald kreierte und organisierte Zeitreisemenü" dar. Für die Teilnehmer zur Erinnerung, den anderen zur Anregung, sind die Rezepte versehen mit einigen kulturhistorischen Erläuterungen, in diesem Heft abgedruckt. Um die mögliche Breite des Themas zu umreißen, möchte ich einige Überlegungen vorstellen, die uns bei den Tagungsvorbereitungen beschäftigten:
Beschaffung und Verzehr von Nahrung sind in der Regel soziale Leistungen, die
eben auch soziale Bedürfnisse befriedigen und nicht nur das pure Überleben
ermöglichen sollen.
Dabei ist die Kenntnis der natürlichen Umwelt der jeweiligen uns interessierenden
archäologischen Periode für alle Überlegungen grundlegend erforderlich.
Neben Bodenart und Güte ist die Rekon-struktion des Klimas von großer
Bedeutung, um erkennen zu können, was überhaupt angebaut oder gesammelt
werden konnte und mit welchen Erträgen zu rechnen war.
Aufbauend auf diesen Kenntnissen kann dann erst beurteilt werden, wie weit
ein menschlicher Eingriff in den Naturhaushalt erfolgte und wie deren Nutzung
sich im Laufe der Zeit veränderte. Zugleich wird dabei deutlich, daß
unabhängig von den jeweiligen überregional als üblich angesehenen
Wirtschaftssystemen, wie z.B. den unterschiedlichen neolithischen Kulturen,
regionale Anpassungen vorgenommen worden sind. In Wechselwirkung von diesen
natürlichen" Vorgaben und ihrer jeweiligen Nutzung werden sich
die internen und externen sozialen Beziehungen der menschlicher Gemeinschaften
gestaltet haben.
So sind aus dem Tierreich von unterschiedlichsten Arten Nahrungsgeschenke
zahlreich belegt. Oft ist die Absicht dabei, von dem poten-tiellen Geschlechtspartner
nicht gefressen zu werden. Menschliche Verhaltensweisen sind über die biologisch/physiologische
Bedürfnissbefriedigung hinaus kulturell geprägt und haben somit nicht
nur individuelle Antriebe, sondern werden ebenfalls gesellschaftlichreligiös
geboten und entsprechend belohnt. Essen hat heutzutage letztlich auch mit Identitätsfindung,
mit Selbstdarstellung, Genuss und Kommunikation zu tun. Dabei wird in letzter
Zeit zunehmend der Zusammenhang von Körperfülle und mangelnder Bildung
herausgestellt.
Natürlich kann eine Tagung ein derart weitgefasstes Thema nur punktuell
beleuchten, auch sind viele Aspekte bezüglich ihrer Auswirkungen auf unseren
heutigen Umgang mit Nahrung und Nahrungsverzehr und dessen Auswirkungen kaum
untersucht, geschweige denn in archäologischem Kontext. Dazu kommt das
generelle Problem, dass selbst im günstigsten möglichen Fall, also
guten Erhaltungsbedingungen für organisches Material und Auswertung aller
pflanzlichen und tierischen Reste, wir nur einen Eindruck der prinzipiell genutzten
Ressourcen erhalten. Selbst die quantitative Versorgung über einen längeren
Zeitraum ist nur indirekt über Analysen des menschlichen Skelettmaterials
faßbar. So lassen Isotophenanalysen im Wesentlichen relative Anteile an
mariner bzw. terrestrischer oder pflanzlicher und tierischer Nahrung erkennen.
Für die Zukunft ist hier sicherlich mit weiteren und genaueren Analysemethoden
zu rechnen. Natürlich können wir nur ausnahmsweise im Grabbrauch eine
Wertschätzung bestimmter Lebensmittel oder sogar ihrer möglichen religiösen
Implikationen erkennen.
Im folgenden möchte ich einen Teil der Einführung in das Tagungsthema
wiedergeben, die ich in Worms vorgetragen habe. Dieser Teil der Ausführungen
beruht im wesentlichen auf einem im Jahr 2000 gehaltenen Vortrag des Ernährungswissenschaftlers
Uwe Spiekermann, in dem er sich mit der Entwicklung seiner Disziplin beschäftigte.
Einleitend zu unserem Tagungsthema möchte ich daher einen kurzen Abriss
einer vielleicht sehr deutschen Entwicklung aufzeigen, da Ernährung hier
schon früh als staatlich zu regelnde Aufgabe angesehen wurde. Damit wurde
Ernährung zum Gegenstand von Ideologie und ist es bei manchen Menschen
auch heutzutage.
Ernährungsgewohnheiten und Geschmacksprägungen werden durch Erziehung
vermittelt. Um darauf einzuwirken, ist die Ernährungswissenschaft seit
mehr als einhundert Jahren tätig. So wurde in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts mit der Kalorienberechnung eine Grundlage entwickelt, auf der
man festlegte, mit welchen Nahrungsmitteln die Funktion und Gesundheit des menschlichen
Körpers aufrecht erhalten werden kann. In Rahmen der zunehmenden Industrialisierung
konnte so exakt berechnet werden, wieviel Nahrung ein Arbeiter benötigte.
Da aber Qualitätsmaßstäbe nicht berücksichtigt wurden,
konnte ein entsprechend geringes Existenzminimum zu Grunde gelegt werden.
Andererseits wurde von der Arbeiterbewegung der berechnete Eiweißbedarf
als Grundrecht angesehen und eingefordert. Im Verlauf des ersten Weltkrieges
wurden Rationierungen auch dadurch umgesetzt, dass sog. Volks- und Kriegsküchen
in den größeren Städten die Essensausgabe übernahmen. Der
Versuch, den Mangel wissenschaftlich zu optimieren, führte allerdings zu
einer derartig geringen Qualität, dass sogar während der Hungerkrise
1916/17 nur wenige Menschen die staatliche Versorgung annahmen.
Erst im Verlauf der zwanziger Jahre wurden die Kenntnisse, die aus der Entdeckung
der Vitamine (1911) folgten allmählich umgesetzt. D.h. dann erst wurden
Mangelerkrankungen bei anscheinend ausreichender Nahrungsmenge erkannt. Seit
den späten 1920er Jahren wurde gesunde Ernährung als präventive
Gesundheitspolitik angesehen. Damals wurden Kernpunkte der Empfehlungen folgendermaßen
zusammen gefaßt: Esst deutsch", also regional, esst gesund",
also mehr frisches Obst und Gemüse.
Daran änderte sich auch nach 1933 nichts, nur wurden jetzt die Gesundheits-
und Ernährungsziele rassistischen Idealen verpflichtet letztlich
der gezielten Modellierung des Volkskörpers. Gegen zunehmende Krebserkrankungen,
Alkoholismus und akuten Gebissverfall forderte der Reichszahnärzteführer
(Dr. Struck) die Zucht des Einzelnen, sowie eine artgemäße
Nahrungs- und Lebensweise". Dies wurde mit einer natürlichen, einfachen
und unverfälschten Kost von deutschem Acker verbunden. Letztlich steht
dahinter bereits die systematische Kriegsvorbereitung, wofür im Agrarbereich
die Erzeugungsschlacht" unter Einsatz von Technik und Wissenschaft
propagiert wurde. Dazu kam generell die ernährungswissenschaftliche Grundlagenforschung
u.a. mit bedeutenden Institutionen wie dem 1939 gegründeten Reichsvollkornbrotausschuß",
der immerhin mehr als 100 Mitarbeiter hatte.
Ohne noch auf die Nachkriegszeit einzugehen, die auch einige, heute sicher als
kurios anzusehende Ansichten beizutragen hätte, möchte ich mit einem
Absatz aus dem Resümee des genannten Vortrages des Ernährungswissenschaftlers
Uwe Spiekermann schließen: Die Geschichte der Ernährungsziele
ist die Geschichte ihrer Nichtbeachtung. Das denkende und praktisch handelnde
Kulturwesen Mensch berücksichtigt sie nur in Grenzsituationen, zumal wenn
es sich um akute Probleme der Gesundheit handelt. So normal" und
wichtig körperliche Leistungs- und Funktionsfähigkeit jedoch sein
mögen, so normal" und wichtig sind auch die sozialen und kulturellen
Dimensionen des Essens."
Abschließend möchte ich zum Stichwort der soziokulturelle Dimension..." aus einem Artikel in der ZEIT vom 18. Mai 2006 Verwildert, verlottert, verludert" von Jürgen Körnig und Werner A. Perger zitieren. Beschrieben wird darin die mittlerweile europaweite Problematik von Jugendlichen, die ohne Kontrolle und Erziehung der Eltern aufwachsen. Ein in Großbritannien populärer Fernsehkoch hat in einer Reality-Show ein typisches Schulessen vorgeführt und an einer Schule anschließend für einen völlig anderen Speiseplan gesorgt. Nachdem die Kinder über mehrere Wochen frisches Gemüse, Salat und Obst genossen hatten, konnten die Lehrer, wie sie selbst erstaunt berichten, nachmittags wieder vernünftigen Unterricht geben. Verhaltensstörungen waren wie weggeblasen. Und viele Schüler brauchten nicht mehr jene asthma boosts, Sprühstöße gegen Atemnotanfälle. An britischen Schulen gehören sie sonst zur Grundversorgung." Ein aufschlussreiches Beispiel für die Nebenwirkungen" der Nahrung, die eben nicht nur Sättigung und Erhaltung der körperlichen Funktionsfähigkeit gewährleistet.
Zusammenfassung Die Analysen stabiler Isotopen sind unverzichtbar für die Rekonstruktion der Ernährung mesolithischer Bevölkerungen. Auf diese Weise lassen sich außerdem Informationen über mögliche Unterschiede innerhalb der Gemeinschaften sammeln, die vielleicht auf soziale Faktoren zurückgehen. Die Untersuchungen am Skelettmaterial von Hoëdic und Téviec in der Bretagne sowie Vlasac und Lepenski Vir am Eisernen Tor bieten zurzeit die differenziertesten Ergebnisse in dieser Hinsicht. Die Methode selbst ist allerdings in der Aussagekraft ihrer Ergebnisse beschränkt. Deshalb sollten Anthropologen und Archäologen die analysierten Individuen in Zukunft vor allem im Kontext ihrer eigenen Untersuchungen beurteilen.
Schlüsselwörter Mesolithikum, Europa, Bretagne, Eisernes Tor, stabile Isotopen, Ernährung, soziale Strukturen
Abstract Analyses of stable isotopes have become an indispensable method
for reconstructing the diet of Mesolithic populations. In doing so, they further
provide information regarding possible differences within communities, which
are possibly an expression of social factors. At present, the analyses of skeletal
material from the sites of Hoëdic and Téviec in Brittany, and from
Vlasac and Lepenski Vir in the Iron Gates region have yielded the most differentiated
results in this respect. Admittedly, the method itself is limited due to the
significance of its results. Therefore, in future, anthropologists and archaeologists
should assess analysed individuals especially in the context of their own investigations.
Keywords Mesolithic, Europe, Brittany, Iron Gates, stable isotopes, diet, social structures
Zusammenfassung Im vorliegenden Artikel wird die Herstellung von Honiggebäck anhand von Bäckereiszenen aus den Gräbern von Rechmire und Ramses III. gezeigt. Verschiedene Bäcker von Honigkuchen werden vorgestellt. Des Weiteren wird die Rolle des Honiggebäcks im Toten- und Tempelkult sowie im Alltag erörtert. Daraus lässt sich auch der Empfängerkreis des Gebäcks fassen.
Schlüsselwörter Ägypten, Honiggebäck, Bäcker, Totenkult, Tempelkult, Alltag
Abstract The article describes the production of honey cakes in ancient Egypt, based on scenes from bakeries shown in the tombs of Rekhmira and Rameses III. The different activities of ancient bakers are discussed. Honeycakes were used in ceremonies of the temple and funerary cults. They were, however, a privilege for government officials and priests. The use of honey cakes in daily life is investigated.
Keywords Egypt, honey cake, baker, funerary cult, temple cult, daily life
Zusammenfassung Die archäologische Untersuchung von Latrinen zeigt, dass die Funde vor allem aus dem Bereichen Küche und Essen stammen. Den pflanzlichen Aspekt der Nahrung beleuchten archäobotanische Untersuchungen der Latrinen-Verfüllschichten. Im vorliegenden Beitrag werden die Möglichkeiten der Pollenanalyse erörtert und am Beispiel einer im 16. Jhd. verfüllten Latrine vorgestellt.
Schlüsselwörter Pollenanalyse, Ernährung, Koproanalyse, Latrinen
Abstract Archaeological examinations of latrines mainly produce finds
belonging to the sphere "kitchen and nourishment". Archaeobotanical
investigations of latrine-fillings focus on the vegetable aspect of the diet.
The article discusses the possibilities of pollenanalysis which are demonstrated
by an example of a latrine filled in the 16th century AD.
Keywords pollenanalysis, nourishment, coproanalysis, latrines
Zusammenfassung Im vorliegenden Beitrag geht es um Nahrungsmittel im Kontext von Bestattungen. Hauptsächlich wird die Beigabe von tierischer Nahrung und von möglichen Getränken diskutiert. Im Mittelpunkt dieser Diskussion steht die soziale Funktion des Bestattungsrituals und der dabei verwendeten Gegenstände, insbesondere die Transformation der sozialen Identität des verstorbenen Individuums durch die rituellen Handlungen. Mithilfe der Konzepte der Gabe" nach M. MAUSS und der kommunikativen Handlung" nach J. HABERMAS werden die Nahrungsbeigaben als Artefakte verstanden, die weniger Anzeiger eines sozialen Ranges sind als vielmehr der Charakterisierung der sozialen Identität des Verstorbenen und die zugleich der Transformation dieser Identität dienen. Ausgeführt werden diese Thesen am Beispiel eines Gräberfeldes der Lausitzer Kultur aus Brandenburg.
Schlüsselwörter Nahrungsbeigaben, Transformation sozialer Identität, soziale Reproduktion, Kinder, Lausitzer Kultur
Abstract This paper discusses food in the context of burials, and the
giving of meat and of possible beverages in particular. It focuses on the social
meaning of both the funeral ritual and the objects involved. In particular,
the transformation of the social identity of the deceased through ritual action
is examined. Building upon the concepts "gift" (MAUSS) and "communicative
practice" (HABERMAS) nutritional offerings in the graves are understood
as artefacts which at the same time characterise the social identity of the
deceased and help in transforming this identity, rather than simply indicating
social status. This approach is exemplified with evidence from an urnfield of
the Lusatian Culture from Brandenburg (Germany).
Key words Food as grave good, transformation of social identities, social reproduction, children, Lusatian Culture
Zusammenfassung Rund zwei Kilometer südlich des modernen Stadtkerns
Groß-Geraus im Norden des Hessischen Rieds entstand in der Flur Auf
Esch" um das Jahr 75 n. Chr. ein römisches Kastell mit einem angrenzenden
Lagerdorf. Dieses entwickelte sich bis zum Abzug des Militärs um 115/120
n. Chr. zur größten geschlossenen Siedlung Südhessens. Sie bestand,
in reduziertem Umfang, bis in das 3. Viertel des 3. Jahrhunderts weiter. Wirtschaftliche
Grundlage des verkehrsgünstig gelegenen Vicus war zu aller Zeit der Handel
und in begrenztem Umfang die Güterproduktion. Das umfangreiche archäozoologische
Material gewährt zudem wichtige Einblicke in die Sozial-, Ernährungs-
und Landwirtschaftgeschichte einer Siedlung am Rande des römischen Imperiums.
Chronologische Entwicklungen zeigen sich dabei vor allem in Bezug auf die Jagdgewohnheiten
und die Rinderzucht.
Schlüsselwörter Groß-Gerau, 1.-3. Jahrhundert n. Chr., Ländliche Siedlung, Archäozoologie, Ernährung, Ökonomie, Landwirtschaft, Jagd, Rinderzucht
Abstract The Military camp and adjoining civil settlement at Groß-Gerau
in the North of Hessisches Ried were founded in 75 AD, approximately 2 kilometres
south of today's city in an area latterly called Auf Esch'. The military
presence, until around 115/120 AD, elevated the settlement into one of the most
important in the southern part of the federal state of Hesse. The settlement
continued to exist albeit in a reduced form until the third quarter of the 3rd
century AD. The economy was mainly trade-based with only a limited reliance
on production of goods. The comprehensive analysis of the archaeozoological
material found within the structures of the settlement affords an important
insight into the social, economic, and agricultural history of a settlement
at the periphery of the Roman Empire. Particularly interesting is the chronological
development of hunting practices and cattle breeding.
Keywords Groß-Gerau, 1st-3rd century AD, rural settlement, archaeozoology,
feeding, economy, agriculture, hunting, cattle breeding
Zusammenfassung Der Artikel behandelt hauptsächlich Methoden kunsthistorischer
Interpretationen in Bezug auf die Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts und
stellt die Frage, in wie weit Stillleben den Alltag widerspiegeln.
Selbst einfache und trivial anmutende Dinge haben eine Bedeutung auf diesen
Gemälden. Die reiche didaktisch-emblematische Literatur des 16. und 17.
Jahrhunderts hilft bei der Entschlüsselung der Gemälde: Moralische
wie auch religiöse Bedeutungen können so aufgespürt werden. Hinzukommen
weitere Deutungsmöglichkeiten wie die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen",
indem z. B. saisonale Differenzen abgebildeter Blumen-, Obst- und Gemüsesorten
analysiert werden. Des Weiteren enthalten Darstellungen von Früchten oftmals
Hinweise auf die Vergänglichkeit des Lebens. Schließlich wird noch
die aus der Antike kommende Theorie der Säfte des Menschen"
vorgestellt, die z. B. die vier Elemente mit den vier Jahreszeiten und den daraus
resultierenden Esswaren parallelisiert und mit guten, gesunden oder schlechten
und ungesunden Eigenschaften versieht. Auf diese Weise muss es nicht erstaunen,
sehr gegensätzliche Objekte wie Oliven, Raucherutensilien und Süßigkeiten
in einem Bild vereint zu sehen.
Bis heute gibt es keine nachgewiesene Darstellung einer zeitgenössischen
Menüfolge. Alltagsleben wird mehr in genereller Hinsicht dargestellt. Die
Bilder verleihen eher dem Repräsentationsdenken einer gutbürgerlichen
Mittelschicht Ausdruck.
Schlüsselwörter Stilleben (16. u. 17. Jahrhundert), Bedeutungsmuster, Alltag, Esskultur, Religion, Medizin
Abstract The main focus of the paper demonstrates methods of art historic
interpretations regarding still life paintings (17th Century) and deals with
the question do still life paintings reflect everyday life? There is a meaning
even behind trivial objects. The rich didactical emblematic literature of the
16th and 17th Century helps to discover hidden meanings of paintings. Moral
as well as religious aspects can be found. Other fields of interpretation are
also discussed: 1. the dissimilarity of the simultaneity, which explains that
pictured flowers or vegetables must not been harvested within the same season.
2. e. g. fruits represent often hints of transience. 3. a fairly new path of
interpretation takes into account the antique and renaissance theory of "humoral
pathology". This theory of the "saps of the human being" correlates
health and illness with e. g. the 4 elements, 4 seasons etc. and attributes
in this way kinds of food with healthy (positive) or unhealthy (negative) properties.
Therefore it is not astonishing to find conflicting objects like olives, smoker
utensils and sweets within one picture.
Until now no picture has been found which gives a clear account of a set meal.
Everyday life is rather reflected in the pictures in a more general way: still
lives are motivated by the mentality of an untitled middle-class.
Keywords Still life paintings (16th/17th Century), patterns of meaning, everyday life, culture of eating, religion, medicine
Stadtarchäologie konnte zahlreiche Siedlungsbefunde des 15. Jhs. sichern.
Latrinen und Abwurfhalden haben große Mengen an Tierknochen und botanischen
Resten erbracht. Hinzu treten zeitgenössische Darstellungen von Märkten,
Nahrungstransporten und Schnellimbissen. Sie sind Bestandteil des Bildprogramms
einer Chronik aus der 2. Hälfte des 15. Jhs: der Chronik des Konstanzer
Konzils 1414-1418, verfasst von Ulrich Richental. Aus dieser Chronik erfahren
wir Details über Handel, Marktpreise, Mietzins, Tagelöhne, sie berichtet
über Festmähler und Picknicks, enthält aber auch allerlei Anekdoten.
Ergänzend treten die umfangreichen Bestände des Stadtarchivs Konstanz
hinzu, welche in erfreulichem Maße publiziert vorliegen: Steuerlisten,
Ratsbücher, Vermächtnisse, Codices und Gerichtsakten aller Art. Diese
Quellen ermöglichen es, vielen Häusern über die Jahrhunderte
hinweg Besitzer, Bewohner, Steuerlast und Mietzins zuzuordnen. Und damit auch
den Latrinen ...
Diese Quellen-Trias könnte nun tiefe Einblicke in Nahrung, Nahrungsmittel
und Verbraucher im 15. Jh. bieten. Leider ist sie (noch?) ungenutzt ...
Schlüsselwörter Mittelalter, Konstanz, Ulrich Richental, Chronik, Buchmalerei, Konstanzer Konzil 14141418, Ernährung, Latrine, Archäozoologie, Archäobotanik
Abstract In the case of the city of Constance we are well equiped with
sources concerning food and dietary questions. Archaeological excavations of
early 15th century latrines and dumps of refuse thrown in the Lake of Constance
revealed a rich assortment of both animal bones and botanical finds. Vivid paintings
of fishmongers and butchers stalls, provision transports and snack
bars seem to illustrate everyday life in 15th century southwest Germany. These
paintings stem from a chronicle describing the events during the council of
Constance 1414-1418, written by Ulrich Richental. The text gives a wide variety
of informations concerning markets, merchandises, prices and wages, it describes
picknicks as well as banquets, and tells sundry stories. The municipal archive
owns a vast amount of records, many of which are published: tax rolls, city
deeds, wills, codices of all sorts and court documents. Those written sources
allow us to identify owners, landlords or tenants of most houses, they give
account of taxes, debts and rents to pay. Thus, they allow us, too, to identify
the users of the latrines ...
This excellent base of sources could provide us with a great amount of information
about food and its consumers in the 15th century - hitherto unexploited.
Keywords Middle ages, Constance, Ulrich Richental, chronicle, illumination, council of Constance 14141418, alimentation, latrine, archaeozoology, archaebotany.
Zusammenfassung Als ideale Ergänzung zum Tagungsthema servierte
Verf.in den begeisterten Teilnehmern ein Menü, dessen einzelne Gänge
nach Rezepten oder Vorstellungen aus der Römerzeit, dem Frühen Mittelalter,
dem Hochmittelalter, dem 19. Jahrhundert sowie der Zeit um 1900 gekocht wurden:
Linsensalat mit Muscheln nach Apicius, ein asketischer Kräutersalat à
la Radegunde, Bandnudeln mit Parmesan nach Boccaccio, Hühnchen mit Artischocken
und Kapern auf kölnische Art und als Dessert ein Blanc-manger provençal
nach Cezanne. Die Teilnehmer verspeisten es mit Appetit, schädliche Nachwirkungen
traten nicht ein.
Schlüsselwörter Zeitreisemenü, Rezepte, Apicius, Radegunde, Boccaccio, Parmesan, Cezanne
Abstract As a perfect addition to the main topic of the conference, the
author created a special meal which was served the participants of the conference.
The menu, cooked after recipes and ideas from the Roman period, the early and
high Middle Ages, the 19th century and the time around 1900 AD consisted of
the following courses: lentil salad with mussels after Aspicius, an ascetic
herb-salad B la Radegunde, noodles with Parmesancheese after Boccaccio, chicken
with artichokes and capers B la Cologne and as dessert a Blanc-manger provençal
after Cezanne. The participants consumed everything with a healthy appetite,
health-damaging after-effects have not been reported.
Keywords Time-Travel-Menue, recipes, Apicius, Radegunde, Boccaccio, parmesan-cheese, Cezanne
Zusammenfassung In der Diskussion um die Einführung der neuen gestuften Studiengänge in der Archäologie wurden in diesem Forum bereits zahlreiche Aspekte beleuchtet und kontrovers bewertet. Bislang fehlte dabei die studentische Perspektive, durch die einige weitere Probleme und Anregungen aufgezeigt werden können.
Schlüsselwörter Bachelor, Bologna-Prozess, Master, Studienreform
Abstract Different aspects of the Bologna process are discussed from
the perspective of the student. This perspective has been missing from most
discussions of this subject, even though it can add important insights into
the implementation of the Bachelor-Master system in the German departments of
archaeology.
Keywords Bachelor, Bologna agreement, Master, academic reform
Zusammenfassung Der Ursprung der neolithischen Lebens- und Wirtschaftsweise
liegt im Gebiet des fruchtbaren Halbmondes im Vorderen Orient. Im Laufe von
mehreren Jahrtausenden (10. 7. Jt. v. Chr.) gelangten neues Ideengut
und neuartige Nahrungsgrundlagen nach Europa, dank der Nähe zu Anatolien
zuerst nach Griechenland. Doch nicht in allen griechischen Landschaften erfolgte
der Wandel in der Lebensweise gleichzeitig und mit der gleichen Intensität.
14C-Daten legen nahe, dass sich die ältesten sesshaften Gemeinschaften
in Magnesien und Thessalien in der Zeit zwischen 6500 und 6300 v. Chr. niederließen.
Doch erst mit der Gründung der Siedlungen Nea Nikomedeia oder Hoca Çeme
in der Nord-Ägäis um oder kurz vor 6100 cal BC erfolgte der Anstoß
zur Neolithisierung des Balkan und danach Mitteleuropas.
Auch aus dem Adria-Gebiet und aus Süditalien sind keine frühneolithischen
Siedlungen aus der ersten Hälfte des 7. Jahrtausends bekannt. Die ältesten
Gründungen datieren in die Zeit um oder nach 6000 v. Chr. Im circumalpinen
Gebiet sind die ältesten Bauern archäologisch erst im fortgeschrittenen
6. Jt. fassbar. Pollendiagramme, die wesentlich älter zu datieren scheinen,
haben aus diesem Grund schon sehr früh die Aufmerksamkeit der Forscher
erregt. Doch müssen gerade derart sensible Daten sorgfältig geprüft
und hinterfragt werden.
Schlüsselwörter Mesolithikum, Initialneolithikum/Frühneolithikum, Neolithisierung, Pollenprofile, Getreide, Domestikation, 14C-Daten, Griechenland, circumalpiner Raum
Abstract The first settlements with a sedentary life-style have been
documented in the area of the Fertile Crescent in the Near East. In the course
of several millennia (10th to 7th mill. BC) new ideas and resources made their
way to Europe, reaching due to the proximity to Anatolia, Greece first. But
not all Greek landscapes were involved simultaneously and in the same intensity
in the transition from hunting/gathering to herding/harvesting. 14C-dates show
that the oldest settlements were founded in Thessaly between 6500 and 6300 cal
BC. But only after sites like Nea Nikomedeia or Hoca Çe?me came into
being in the Northern Aegean (ca. 6100 BC) did the Neolithisation of the Balkans
and consequently of Middle Europe take place.
Neolithic sites dating to the early 7th millennium are not known in the southern
part of Europe either. The Early Neolithic settlements in the Adriatic Region
or Italy are not older than 6000 BC. For this reason pollen diagrams from the
Alpine and Circumalpine Region which were dated back to Mesolithic times stirred
the attention of scholars quite early. But it is especially these sensitive
data which have to be scrutinized and analysed carefully.
Keywords Mesolithic, Initial Neolithic/Early Neolithic, Neolithisation process, pollen profiles, domesticates, 14C-data, Greece, Alpine and Circumalpine Region
Zusammenfassung Eine detaillierte Analyse der latènezeitlichen Funde und Befunde aus dem Nördlinger Ries hat deutliche Unterschiede in der kulturellen Ausrichtung der Frühlatène- und der jüngeren Latènezeit in diesem Gebiet ergeben. In der Frühlatènezeit präsentiert sich das Ries nach Bestattungssitten und Funden als mit dem nordostbayerischen Raum zusammengehörig. Im Vergleich zu der Besiedlungsdichte der Hallstattzeit ist das Ries in der Frühlatènezeit nur spärlich besiedelt. Erst in der jüngeren Latènezeit verdichtet sich das Verteilungsbild der Siedlungen wieder. Jetzt lassen sich jedoch grundlegend veränderte Kulturkontakte fassen. Die Bestattungssitten ebenso wie viele Funde finden jetzt die besten Parallelen am mittleren Neckar. Eine Zuwanderung, die zu dem beobachteten Bevölkerungsanstieg in der jüngeren LatPnezeit geführt haben könnte, kann daher nur aus diesem Gebiet angenommen werden. In den qualitätvolleren Funden können enge Beziehungen besonders zu dem Manchinger Raum, aber auch nach Berching-Pollanten festgestellt werden. Unterschiede zwischen der Frühlatène- und der jüngeren Latènezeit sind auch in Besiedlungsschwerpunkten im Riesbecken zu beobachten. Während in der FrühlatPnezeit das Westries durch Importfunde hervorgehoben ist, bildet sich in der jüngeren LatPnezeit im Südostries am Zusammenfluss von Wörnitz und Eger eine dichte Siedlungskonzentration um die fundreichste Siedlung des Arbeitsgebietes, Heroldingen Kalbläcker", heraus.
Schlüsselwörter Latènezeit, FrühlatPnezeit, Jüngere Latènezeit, Nördlinger Ries, Südbayern, Nordostbayern, Neckargebiet, Siedlungen, Grabhügel, Salz
Abstract A detailed analysis of the archaeological objects and features
dating to the Latene period in the Nördlinger Ries has shown significant
cultural distinctions between the early and the later Latene period (Latene
B2D1) in this area. For the early Latene period the burial customs and
objects display an affiliation to the north-eastern part of Bavaria. In contrast
to the amount of settlements of the Hallstatt period, the Nördlinger Ries
seems to be only sparsely populated during the early Latene period. The number
of settlements does not increase again until the later Latene period. By then,
however, the cultural contacts of the population have changed fundamentally.
The burial customs and objects now show close ties with the middle Neckar area.
If the population increase in the Nördlinger Ries is to be seen as a result
of immigration, then this will be the area the immigrants would have come from.
The objects of higher quality not only show close contacts to the region of
Manching in the Danube valley but also to Berching-Pollanten, situated north
of the Frankenalb. There are further differences between the early and the later
Latene period in the Nördlinger Ries concerning the distribution of the
settlements. While the Western Ries is accentuated by imported objects during
the early Latene period, in the south-eastern part of the basin settlements
are concentrating around the important site of Heroldingen Kalbläcker"
in the later Latene period.
Keywords Latene period, early Latene period, later Latene period, Nördlinger Ries, southern Bavaria, northern Bavaria, Neckar area, Settlements, Barrows, Salt
Zusammenfassung Bei der Auswahl von Siedlungsplätzen in der Vorgeschichte
dürften Böden eine wesentliche Rolle gespielt haben. Welche Böden
bevorzugt wurden und wie wichtig sie für die Platzauswahl waren, wurde,
nach Anstößen aus der Geographie, seit der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts auch von der Vorgeschichtsforschung untersucht. Lange Zeit
standen hierbei das Neolithikum und besonders die Bandkeramik im Mittelpunkt.
In jüngerer Zeit kam es eine Reihe zeitlich übergreifender Untersuchungen
hinzu. In derartigen Studien sind eine Reihe methodischer Entscheidungen zu
fällen, die wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Dazu gehören
beispielsweise die Wahl zwischen unterschiedlichen Bodenkarten und die Größe
des betrachteten Umfeldes einer Siedlung. Naturräumliche Veränderungen
müssen ebenso bedacht werden wie die Entwicklung der landwirtschaftlichen
Methoden seit der untersuchten Epoche. Genaue und sichere Angaben zu den Bodenverhältnissen
in und im Umfeld von Siedlungen können letztlich nur bodenkundliche Untersuchungen
bieten, die bislang lediglich im Rahmen weniger Ausgrabungen stattgefunden haben.
Schlüsselwörter Siedlungsarchäologie, Methodik, Böden
Abstract During prehistory soils probably played a major role in choosing
settlement locations. Geographers were the first to discuss the preference of
certain soils and their importance for choosing a site. Within the first half
of the 20th century prehistoric archaeologists adopted the topic. For several
decades the Neolithic, particularly the Bandkeramic culture, were in the focus
of discussion. In recent times several studies referring to more than one period
have been published. Investigations concerning these questions require methodical
decisions which have important influence on the results, e.g. the choice between
different types of soil maps or the dimensions of the examined settlements?
surroundings. Changes of environmental conditions have to be considered as well
as the development of agricultural techniques since the investigated period.
In order to gain precise and valuable information on soil conditions at the
site of a prehistoric settlement specific soil investigations are necessary.
Unfortunately such investigations have up to now been carried out only on a
very small number of excavations.
Keywords Settlement archaeology, methodology, soils
Zusammenfassung Im Jahre 1973 fand auf Einladung von St. K. Kozlowski das erste Treffen Mesolithic in Europe" in Warschau statt, welches in den Jahren 1978 (Potsdam), 1985 (Edinburgh), 1990 (Leuven), 1995 (Grenoble) und 2000 (Stockholm) wiederholt wurde. Zu allen Symposien liegen die Beiträge vor, und rund 300 Artikel vermitteln auf etwa 3.600 Druckseiten den aktuellen und unfassenden Forschungsstand zum vornehmlich nordeuropäischen Mesolithikum. Dabei spielte die deutsche Mittelsteinzeit-Forschung zunächst eine tragende Rolle, erfuhr jedoch aufgrund reduzierter finanzieller Mittel und fehlender Arbeitsstellen einen erheblichen Bedeutungsverlust. Es ist zu hoffen, dass dieser Trend sich nicht weiter fortsetzt.
Schlüsselwörter Mesolithikum, Tagung, deutsche Forschung
Abstract In 1973, the first international meeting "Mesolithic in
Europe", initiated by St. K. Kozlowski, took place in Warsaw. This first
symposium was repeated in 1978 (Potsdam), 1985 (Edinburgh), 1990 (Leuven), 1995
(Grenoble) and 2000 (Stockholm). From each meeting the organizers have published
conference-contributions and more than 300 articles with altogether 3.600 pages
convey a current and comprehensive information concerning especially
Northern European research in Mesolithic science. At the beginning, German
Mesolithic research played an important role, which has constantly decreased
due to reduced financial support and missing jobs. It is to be hoped that this
negative tendency will not increase and the German Mesolithic research will
be better supported in the future.
Keywords Mesolithic in Europe, Symposium, German Research
Zusammenfassung Viele Archäologen wollen das Interesse der Öffentlichkeit
an ihrer Forschungsarbeit wecken. Deswegen versuchen sie unter anderem, die
Aufmerksamkeit der Massenmedien zu gewinnen: Sie schreiben Pressemeldungen oder
richten eine Website ein. Einige Wissenschaftler geben Interviews und werden
in Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen zitiert. Häufig fehlt Archäologen
jedoch die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Medien, und sie sind verwundert,
was Journalisten schließlich schreiben oder senden.
Ziel dieses Textes ist es, Archäologen vertrauter im Umgang mit Medien
zu machen. Der Leser lernt, wie er seine Forschung besser gegenüber Medien
präsentieren kann und welche Informationen Journalisten von Wissenschaftlern
benötigen, um einen guten Artikel schreiben zu können.
Schlüsselwörter Pressearbeit, Massenmedien, Radio, Fernsehen, Journalismus, Public Understanding of Science and Humanities
Abstract "We're not after gold and sensations" - Press relations
for archaeologists.
Many archaeologists want to arouse public interest in their research. So amongst
other strategies, researchers are trying to get the attention of the mass media.
They start writing press releases or create a new website. Some scientists give
interviews and are cited in press, radio and television. But archaeologists
often lack experience in how to cooperate with the media. In consequence, they
are often irritated by what is finally written or broadcast.
The purpose of this text is to familiarize archaeologists with the media. Readers
will learn how to present their topics better to the mass media. Answers will
be given to what kind of information journalists actually need from scientists
for writing an excellent article.
Keywords press relations, mass media, television, radio, journalism, Public Understanding of Science and Humanities
Zusammenfassung Am 15. Mai 2005 hat sich anlässlich der Bundesfachschafstagung in Berlin der Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V) gegründet. Ziel und Zweck des übergeordneten Verbandes ist es, die Kommunikation der verschiedenen Fachgruppen, Fachschaftsräte, Studienrichtungsvertretungen untereinander zu optimieren, sowie aktiv an hochschulpolitischen Diskussionen teilzunehmen und öffentlichkeitsbezogen zu informieren.
Schlüsselwörter Studierendenorganisationen, Akademische Selbstverwaltung
Abstract On May 15th 2005 the "Head Organisation of Students' Representatives
of Archaeological Subjects" was founded in Berlin. The organisation's aim
is to improve the communication among the students' representatives and to participate
in the current public discussion on reforming the universities.
Keywords student's organisations, academic self-government
Master of Science, University of Cape Town 2003 (Prof. Dr. John E. Parkinton)
Zusammenfassung Hauptziel dieser Arbeit ist es, Hintergrund der Erstellung und Bedeutung der Handabdrücke des westlichen Kapgebietes Südafrikas sowohl durch digitale Aufnahmen und deren Bearbeitung als auch durch statistische Analysen näher zu beleuchten. Hierfür wurden 983 Handabdrücke in den Fundstellen Diepkloof und Eland Bay Cave untersucht. Die anschließenden Experimente mit Handabdrucksmessungen und ihre statistische Auswertung waren die Voraussetzung für die Identifizierung von Individuen nach Anzahl, Alter und Geschlecht.
Schlüsselwörter Südafrika, Kapgebiet, Handabdrücke, Vermessung, Photogrammetrie, Felskunst
Abstract This article is an approach to answer questions concerning the
emergence and meaning of handprint making in the western Cape, South Africa.
Through photogrammetrical recording, various experiments and statistical analysis
of handprints, a different approach towards recording rock art in particular
handprints was investigated. For these purposes 983 handprints of Diepkloof
and Elands Bay Cave were recorded and examined. Photogrammetry was used to record
and measure the handprints quickly without loosing the desired accuracy. The
following experiments and statistical analysis not only verified the results,
but were also relevant for the identification of numbers, age and sex of the
handprintmakers.
Keywords South Africa, Western Cape, handprints, measurement, photogrammetry, rock art
Dissertation Freie Universität Berlin 2005 (Prof. Dr. B. Hänsel)
Zusammenfassung Die räumliche Verteilung der neolithischen bis latènezeitlichen Fundstellen im Brenz-Kocher-Tal und den angrenzenden Naturräumen wird auf besiedlungsdynamische Prozesse hin untersucht. Nach der relativ dichten altneolithischen Besiedlung fallen die Fundstellenzahlen im Mittelneolithikum stark ab, um sich im Jungneolithikum jedoch wieder deutlich zu erhöhen. Während des Spät- und Endneolithikums sowie in der frühen Bronzezeit ist nur eine sehr sporadische Begehung des Arbeitsgebiets festzustellen. Mit der Mittelbronzezeit erhöht sich die Besiedlungsdichte im Arbeitsgebiet merklich und in der Urnenfelderzeit lässt sich von einem Landesausbau sprechen. Erst in der Hallstatt- und Latènezeit kommt es jedoch zu einer massiven Aufsiedlung der Albhochfläche, insbesondere des Härtsfelds, was auf die dortigen Eisenerzvorkommen zurückzuführen sein dürfte.
Schlüsselwörter Besiedlungsdynamik, Quellenkritik, Geofaktoren
Abstract The spatial distribution of sites dating from the Neolithic
to the Latene period in the river valley of Brenz and Kocher and the sourrounding
areas is investigated with respect to settlement dynamics. After a relatively
dense settlement in the Early Neolithic the number of sites diminishes heavily
in the Middle Neolithic, whereas in the Young/Late Neolithic the number rises
again remarkably. During the Late- and End-Neolithic as well as in the Early
Bronze Age the study area was only sporadically visited. In the Middle Bronze
Age the settlement density rises considerably and during the Urnfield period
an interior colonization takes place. But it is not until the Hallstatt and
Latene period that the upper parts of the eastern Swabian Alb, especially the
Härtsfeld, are strongly settled. This is surely caused by the deposits
of iron ore that can be found there.
Keywords Settlement dynamics, source criticism, geofactors