Bayern ist ein Schlüsselgebiet in der Diskussion des Übergangs
vom Mittel- zum Jungpaläolithikum. Die in den immer eisfreien Korridor
zwischen skandinavischem und alpinen Eisschild eingebettete Donauebene verbindet
als ein wichtiger eiszeitlicher Wanderungsweg die reichen Fundregionen des späten
Mittel- und frühen Jungpaläolithikums in Südwesteuropa einerseits
und Mittel- und Osteuropa andererseits. Mit Fundstellen des spätesten Mittelpaläolithikums,
des frühesten Aurignacien und des Gravettien bietet sich hier die einmalige
Gelegenheit, bisherige Erklärungsmodelle für eine der spannendesten
Kapitel der Menschheitsgeschichte - der Ausbreitung des modernen Menschen -
zu überprüfen.
In einem ersten Teil werden für Fundstellen aus dem Arbeitsgebiet, die
in das Interpleniglazials der letzen Kaltzeit (Isotopenstadium 3) datieren,
die Operationsketten, die Formenkunde und die Aktivitäten innerhalb eines
lokalen Schweifgebietes beschrieben. In einem zweiten Teil wird versucht, über
Theorien mittlerer Reichweite hinaus Erklärungsmodelle für Veränderungen
entlang der Zeitachse zu liefern, die sich auch in anderen Fundregionen sowohl
in Europa als auch dem Vorderen Orient während des Interpleniglazials finden
lassen. Dabei stellt sich heraus, daß veränderte Siedlungsmuster
ein zentraler Schlüssel für das Verständnis der Etablierung neuer
Abbau- und Werkzeugkonzepte am Beginn des Jungpaläolithikums sind. Gleichzeitig
gelingt es aufgrund des langen Untersuchungszeitraumes die Frage zu beantworten,
inwieweit das europaweit nahezu gleichzeitige Auftauchen des frühesten
Aurignacien ab etwa 40,000 BP auf eine Ausbreitung des modernen Menschen zurückzuführen
ist, oder ob es bei den Neuerungen des Aurignacien vielmehr um eine Weiterentwicklung
mittelpaläolithischer Strategie handelt..
580 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tafeln, kartonierte, fadengeheftete Ausgabe. Ausführliche englischsprachige Zusammenfassung. ISBN 3-7749-3241-7. Selbstverlag der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V. (DGUF). In Kommission bei Dr. Rudolf Habelt.
Preis: 78,- EURO*, für DGUF-Mitglieder 54,60 EURO*.
* Preise zzgl. Porto und Verpackung