Archäologische Berichte 18, Bonn 2004


Thorsten Uthmeier

Micoquien, Aurignacien und Gravettien in Bayern
Eine regionale Studie zum Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum

Bayern ist ein Schlüsselgebiet in der Diskussion des Übergangs vom Mittel- zum Jungpaläolithikum. Die in den immer eisfreien Korridor zwischen skandinavischem und alpinen Eisschild eingebettete Donauebene verbindet als ein wichtiger eiszeitlicher Wanderungsweg die reichen Fundregionen des späten Mittel- und frühen Jungpaläolithikums in Südwesteuropa einerseits und Mittel- und Osteuropa andererseits. Mit Fundstellen des spätesten Mittelpaläolithikums, des frühesten Aurignacien und des Gravettien bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, bisherige Erklärungsmodelle für eine der spannendesten Kapitel der Menschheitsgeschichte - der Ausbreitung des modernen Menschen - zu überprüfen.
In einem ersten Teil werden für Fundstellen aus dem Arbeitsgebiet, die in das Interpleniglazials der letzen Kaltzeit (Isotopenstadium 3) datieren, die Operationsketten, die Formenkunde und die Aktivitäten innerhalb eines lokalen Schweifgebietes beschrieben. In einem zweiten Teil wird versucht, über Theorien mittlerer Reichweite hinaus Erklärungsmodelle für Veränderungen entlang der Zeitachse zu liefern, die sich auch in anderen Fundregionen sowohl in Europa als auch dem Vorderen Orient während des Interpleniglazials finden lassen. Dabei stellt sich heraus, daß veränderte Siedlungsmuster ein zentraler Schlüssel für das Verständnis der Etablierung neuer Abbau- und Werkzeugkonzepte am Beginn des Jungpaläolithikums sind. Gleichzeitig gelingt es aufgrund des langen Untersuchungszeitraumes die Frage zu beantworten, inwieweit das europaweit nahezu gleichzeitige Auftauchen des frühesten Aurignacien ab etwa 40,000 BP auf eine Ausbreitung des modernen Menschen zurückzuführen ist, oder ob es bei den Neuerungen des Aurignacien vielmehr um eine Weiterentwicklung mittelpaläolithischer Strategie handelt..

580 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tafeln, kartonierte, fadengeheftete Ausgabe. Ausführliche englischsprachige Zusammenfassung. ISBN 3-7749-3241-7. Selbstverlag der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V. (DGUF). In Kommission bei Dr. Rudolf Habelt.

Preis: 78,- EURO*, für DGUF-Mitglieder 54,60 EURO*.
* Preise zzgl. Porto und Verpackung

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