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Heidrun Derks: Gräber und "Geschlechterfragen" - Studie zu den Bestattungssitten der älteren Römischen Kaiserzeit

Archäologische Berichte 24

Männerfriedhof, Frauenfriedhof oder "optische" Täuschung? Männlich oder weiblich? Kulturelles Phänomen oder quellenbedingter Trugschluss? So lauten die Fragen, die die Untersuchung der Gräber und Gräberfelder der älteren Römischen Kaiserzeit zwischen Elbe und Oder seit dem 19. Jahrhundert begleiten.

Die vorliegende Studie fasst den Verlauf der bisherigen Diskussion zusammen und legt mit einer Untersuchung von über 7.000 Einzelbefunden von mehr als 300 Fundorten eine umfassende Betrachtung des seit gut 150 Jahren kontrovers erörterten Themas vor. Sie rückt überdies die möglichen Deutungen und Erklärungsmodelle in den Mittelpunkt der Betrachtung und greift hierfür weit über das Feld archäologischer Forschung hinaus.

Vergleichende Auswertung völkerkundlicher Studien
So erfolgt erstmals eine umfassend vergleichende Auswertung völkerkundlicher Studien zur Bedeutung des Geschlechts im Bestattungsritus, die Einblicke in die Gestaltungs- und Bedeutungsvielfalt geschlechtsspezifischer Bestattungssitten und das "Zusammenspiel" von Leben und Tod eröffnet, welches hierin Ausdruck findet.

Wechselspiel von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren
In der Rückkopplung auf die ältere Römische Kaiserzeit wird deutlich, dass Vorstellungen des kulturellen "Geschlechts" die Bestattungssitten jener Zeit durchaus erheblich beeinflussten, aber keinesfalls allein bestimmten. Ungeachtet der zuweilen diffusen Quellenlage ist stattdessen ein komplexes Wechselspiel von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren anzunehmen, um die regionale Vielfalt ebenso wie den beobachtbaren zeitlichen Wandel in den Beigabensitten zu interpretieren.

Zum anderen deutet einiges darauf hin, dass möglicherweise auch das in den Bestattungssitten Ausdruck findende Geschlechterkonzept unter dem Einfluss äußerer Faktoren - Bedrohung, Elitenbildung, wachsender "Wohlstand" - im Verlauf der älteren Römischen Kaiserzeit erheblichen Veränderungen unterlag.

Die Autorin
Heidrun Derks, geboren 1963 in Kleve, studierte Vor- und Frühgeschichte, Völkerkunde, Kulturanthropologie und Alt-Amerikanistik an den Universitäten Frankfurt, Hamburg und London. Sie leitet seit 2000 das Museums der Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH - Museum und Park Kalkriese.

Der Band
Bonn 2012. 354 Seiten mit zahlreichen Abbildungen in Schwarzweiß. Selbstverlag der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V. (DGUF). In Kommission bei Dr. Rudolf Habelt. Offset-Druck. ISBN: 978-3-7749-3784-0. DOI: 10.11588/propylaeum.47.40. Preis: 48 Euro, für DGUF-Mitglieder 33 Euro. Preise zzgl. Porto und Verpackung.

Bestellung:
DGUF-Verlag
z. Hd. Dr. Werner Schön
An der Lay 4
D-54 573 Kerpen-Loogh
Telefon: 06593 / 9896-42
Telefax: 06593 / 9896-43
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