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DGUF-Tagung 2019: Die Selbstorganisation von Archäologie. Rollen und Bedürfnisse, Verantwortlichkeiten und Legitimierungen

Bonn, Donnerstag, 20., bis Sonntag, 23. Juni 2019. Forschungsmuseum Alexander Koenig

Themenskizze. Stand: Juli 2018

Hoher Druck, knappe Ressourcen, veränderte Erwartungen und versäumte Chancen
In Deutschland, aber auch in fast allen anderen europäischen Ländern sieht sich die Archäologie mit finanziellen Kürzungen und Gesetzesänderungen konfrontiert, die andere Prioritäten setzen als allein für das kulturelle Erbe Sorge zu tragen. Gesellschaftliche Erwartungen an Archäologie, an Denkmalpflege und Museen haben sich stark verändert. In vielen Landesarchäologien müssen die gesetzlichen Aufgaben unter zunehmendem Druck erfüllt werden, für viele wünschenswerte Tätigkeiten bleibt keine Zeit. Eine effektive Lobbyarbeit und bessere Kommunikation mit Bürgern und Politikern sind wichtiger denn je - aber Chancen werden versäumt, weil Archäologen in hohem Maße beruflich eingespannt sind. Immer wieder beobachtet man Doppelarbeit trotz knappster Ressourcen, z. T. weil Rollen und Aufgaben nicht abgestimmt sind. Viele jungen Archäologen wünschen sich transparente Standards, was archäologische Professionalität oder Arbeitsbedingungen betrifft, und noch mehr ein allgemeines Einhalten solcher Regelwerke, damit sie ihr Berufsleben planen und würdig gestalten können.

Rollen, Bedürfnisse und Verantwortlichkeiten gemeinsam debattieren

Forschungsmuseum Alexander Koenig

Die Tagung soll alle Bereiche, in denen Archäologie benötigt und betrieben wird, beleuchten und die bestehenden, teils von außen vorgegebenen, teils "vom Fach" selbst geschaffenen Rollen und Funktionen untersuchen. Was sind die Rollen, Bedürfnisse und Verantwortlichkeiten von, beispielsweise, staatlicher Archäologie, von Verbänden, Fachgesellschaften, Firmen, NGOs oder einem Berufsverband? Wir wollen herausarbeiten, wo Aufgaben und Rollen bereits gut geklärt sind, so dass Synergieeffekte vor Kräfte bindendem Konkurrenzstreben stehen, und was weniger rund läuft, wo Ergänzungs- und Verbesserungspotenzial schlummert. Wie viele unserer sehr begrenzten Ressourcen werden genutzt, um "eigenes Terrain" zu schützen, anstatt sich mit dem externen Druck in einer gut geplanten und harmonisierten Weise zu befassen? Wie sehr werden wichtige Bereiche und Bedürfnisse übergangen, weil es ihnen an einer wirksamen Stimme fehlt? Wie stark wirkt eine Silo-Mentalität, bei der eine hochspezialisierte Disziplin fragmentiert ist und nicht in der Lage (oder nicht willens), das Gesamtbild zu betrachten? Brauchen wir eine Archäologie, die "nach außen" mit einer Stimme spricht, oder macht uns eine Mehrstimmigkeit stärker? Passt die Selbstorganisation der Archäologie zu den laufenden und absehbaren gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen? Die Tagung möchte die gemeinsame Reflexion über die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse unserer Selbstorganisation vorantreiben und der Frage "Wer macht was?" nachgehen.

Die DGUF wird 50!
Die DGUF wurde am 25. Oktober 1969 in Bonn gegründet. Dies war ein entschlossener, politischer Schritt gegen Bestrebungen rechter Kreise, die alte Mannus-Gesellschaft resp. die damalige "Gesellschaft für Deutsche Vorgeschichte", die das Fach vor 1945 durch ihre politisch-ideologische Ausrichtung so sehr in Misskredit gebracht hatte, unter neuem Namen wieder zu beleben. Die Jahrestagung 2019 zum 50-jährigen Bestehen der DGUF wird am ersten Tagungstag (20.7., Fronleichnam) einen Rückblick auf die Gründung und die Vereinsgeschichte werfen, an einem der Abende werden wir als fußläufige Exkursion auch den legendären Gründungsort, das "Café Abresch" besuchen. Im Fokus des weiteren wissenschaftlichen Programms liegt die selbstbestimmte zukunftsgewandte Gestaltung der gesamten Archäologie.

Dies ist eine erste Ankündigung und inhaltliche Skizze der Jahrestagung 2019, auf die ausführlichere Informationen sowie ein Call for Papers folgen werden. Gerne informieren wir Sie, wenn es soweit ist. Hierzu benötigen wir Ihre E-Mailadresse und Einwilligung, dass wir diese zu dem genannten Zweck verarbeiten dürfen. Senden Sie dazu bitte lediglich eine formlose E-Mail an tagung2019[at]dguf.de.

Wir werden Ihre E-Mailadresse gem. Art. 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO für den genannten Zweck in die eigens hierfür angelegte Verteilerliste speichern und nach Beendigung der Tagung 2019, spätestens aber zum 1.9.2019 aus dieser wieder löschen. Sie haben das Recht, Ihre Einwilligung jederzeit zu widerrufen. Hierzu reicht ebenso eine formlose E-Mail an tagung2019[at]dguf.de aus. Bitte beachten Sie hierzu außerdem unsere Datenschutzerklärung unter: www.dguf.de/impressum-datenschutz.html.

Urgeschichte, Vorgeschichte und andere Archäologien: Eine Begriffsklärung
Das Fach, um das es der DGUF geht, wird mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet.
Hinter dem bekannten, scheinbar einfachen Begriff "Archäologie" verbergen sich viele unterschiedliche Archäologien. mehr

Termin-Hinweis

Die DGUF-Tagung 2019 findet nicht wie gewohnt an Christi Himmelfahrt, sondern ca. einen Monat später an Fronleichnam statt.

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