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Die Wahlprüfsteine der DGUF

Unsere Wahlprüfsteine helfen vor Wahlen, prüfende Fragen aus der Archäologie an die Parteien zu richten. Sie stellen die Antworten aus der Politik allen an der Archäologie interessierten Wählern und Wählerinnen zur Verfügung und helfen damit bei der Entscheidung, wohin das Wahlkreuz gesetzt werden soll. Einige Zeit später wird man die Dokumente neu lesen: Was wurde vor einer Wahl versprochen und was nachher getan.

Das öffentliche Bild von Archäologie stimmt allzu oft kaum mit politischen Entscheidungen überein, die die Archäologie betreffen. Während Archäologie in den Medien ein "Quotenbringer" und öffentlich beliebt ist, betrachten vor allem Politiker und Investoren die Finanzierung von Archäologie und den Schutz archäologischer Denkmäler – ein notwendiger Bestandteil der öffentlich wahrgenommenen Erfolge der Archäologie – oft als unverhältnismäßig und als bürokratisches Planungshindernis. Richtig ist, dass archäologische Fundstellen nicht erneuerbare Ressourcen sind und daher in höchstem Maße schützenswert. Doch gerade hier bestehen erhebliche Defizite, insbesondere weil die Bundesländer vereinbarte europäische Schutzabkommen nicht umsetzen und weil in der Rechtspraxis beispielsweise Raubgrabungen oder illegaler Antikenhandel oft als "Kavaliersdelikte" nicht hinreichend verfolgt und geahndet werden.

Wozu Wahlprüfsteine zur Archäologie?
Unsere Wahlprüfsteine fordern Politiker an einem für sie sensiblen Punkt zur Stellungnahme auf, sie verknüpfen die Popularität der Archäologie mit ihren Erfordernissen an die Politik. Die von Amts wegen zuständigen staatlichen Institutionen, insbesondere die Fachämter für die Bodendenkmalpflege, tun sich hiermit schwer, denn sie sind ihren Landesregierungen zur Loyalität verpflichtet; sie vermeiden eine allzu sichtbare Darstellung von Problemen und von Gesetzes- und Vollzugsdefiziten. Die DGUF kann hier als freier Verein von Fachleuten und engagierten Bürgern, als NGO, offensiver auftreten – und sie tut dies!

Die DGUF befragt vor Wahlen in Bund und Ländern also die im Bundes- bzw. Landtag vertretenen Parteien zu ihren Positionen und Zielen im Bereich Denkmalschutz und Denkmalpflege, zur Museumsarbeit, zur archäologischen Ausbildung an den Universitäten sowie zur Archäologie im Allgemeinen. Die Antworten auf diese "Wahlprüfsteine" werden wiederum vor der Wahl öffentlich gemacht, jeder Wähler kann sie in seine Wahlentscheidung integrieren.

Das Vorgehen der DGUF
Wichtig sind zielgenaue, d.h. auf die Situation des jeweiligen Bundeslandes zugeschnittene Wahlprüfsteine. Nur sie bringen hilfreiche Antworten. D. h. unsere Wahlprüfsteine zielen auf wenige und spezifisch in jenem Bundesland auch relevante Punkte, zu denen die Parteien auch griffige Antworten / Positionen haben können. Das erbringen allgemeine Fragen, also "Rundumschläge", nicht. Daraus folgt, dass gute Wahlprüfsteine pro Wahl individuell erstellt werden müssen.

Die Erarbeitung von Wahlprüfsteinen erfordert also eingehende Kenntnisse zur Situation der Archäologie im jeweiligen Bundesland. Die DGUF kann dies nicht im Alleingang bewältigen, erst recht nicht für alle 16 Bundesländer. Daher erarbeiten wir Wahlprüfsteine zusammen mit Partnern, die dabei öffentlich in Erscheinen treten können, wenn sie wollen, oder nicht.

Solche Partner können Vertreterinnen und Vertreter einer archäologischen Einrichtung sein, genauso aber eine temporäre Gruppe aus Personen unterschiedlicher beruflicher Zugehörigkeit. Die DGUF geht genauso auf potenzielle Partner zu wie wir auch umgekehrt von Interessierten angefragt werden. Unsere Partner arbeiten zuverlässig und termingerecht mit uns zusammen und sagen uns verbindlich zu - wie wir ihnen auch -, uns über die ganze Strecke hin zu unterstützen. 

Die DGUF benötigt von ihrem Partner:

  1. ein bis max. fünf ganz zentrale Probleme/Aspekte rund um die Archäologie in jenem Bundesland, die man thematisieren sollte.
  2. Diese Probleme bzw. Fragen brauchen wir so beschrieben, dass sie für Politiker und auch für Bürger nachvollziehbar und verständlich sind. Die Relevanz muss für Nicht-Archäologen deutlich transportiert werden.
  3. Für jedes Thema / jede Frage müssen wir verlässlich wissen, d. h. von unserem Partner dargelegt bekommen: Wie ist der Sachstand dazu im betr. Bundesland? Darunter verstehen wir weniger allgemeine Erläuterungen, z. B. was das "Verursacherprinzip" ist, sondern kurze klare Texte, konkret auf das Bundesland bezogen, die den Ist-Zustand für Nicht-Archäologen verständlich darlegen, die Probleme dieses Ist-Zustandes benennen, ggf. die bereits laufenden jüngeren Debatten dazu zusammenfassen (jeweils mit den nötigen knappen Referenzen), und die von der Archäologie erwünschten Lösungen oder Lösungsoptionen. Damit können wir die Parteien exakt fragen: "Werden Sie sich dafür einsetzen, dass …?" Oder: "Welche der skizzierten Lösungen werden Sie im Falle Ihrer Wahl verfolgen?".
  4. Da wir dann auch auf DGUF.de Erläuterungen und ergänzende Materialien einstellen, brauchen wir von unserem Partner jeweils pro Frage/Aspekt die drei bis fünf relevantesten Thesen, Papiere, Zeitungsartikel etc. nach Möglichkeit als Link, nur im Ausnahmefall als von uns weiterverwendbare Datei.
  5. Sehr hilfreich ist Bildmaterial, das spezifisch für das Bundesland ist und das wir zur Unterstützung der Kommunikation verwenden können, z. B. für DGUF.de und für eine Pressemeldung. Das heißt, die Bildrechte sind so geklärt sind, dass wir die Fotos kostenfrei verwenden können.

Unser Zeitplan:

  • Fünf bis spät. vier Monate vor der Wahl: DGUF und Partner beginnen die Zusammenarbeit und bereiten die Wahlprüfsteine vor.
  • Drei Monate vor der Wahl: Unsere Wahlprüfsteine werden an die Parteien verschickt.
  • Anderthalb Monate vor der Wahl: Die Parteien haben ihre Antworten auf unsere Wahlprüfsteine an die DGUF zurückgeschickt.
  • Ein Monat vor der Wahl: Kommunikation der Positionen der Parteien erfolgt.

Wenn Sie Fragen haben oder dazu beitragen wollen, dass im Vorfeld einer Wahl Wahlrpüfsteine erstellt werden: Schreiben Sie dem DGUF-Vorstand.

vorstand[at]dguf.de

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