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Jutta Zerres: Kapuzenmäntel in Italien und den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches.
Gebrauch - Bedeutung - Habitus

Archäologische Berichte 26

Figurine eines Kapuzenmantel-Trägers

Kapuzenmäntel waren in römischer Zeit geschätzte und weit verbreitete Kleidungsstücke.  Doch warum trugen die Bewohner Italiens und der Nordwestprovinzen des Römischen Reiches eigentlich solche Mäntel? "Klar", werden Sie denken, "Kapuzenmäntel bieten Schutz vor ungemütlichem Wetter wie Kälte, Wind, Regen oder Schnee." Aber sind das alle Gründe, die die Menschen der Antike bewegten, dieses Kleidungsstück anzulegen?

Richten wir den Blick kurz in die Gegenwart: Auch heute sind Kleidungsstücke mit Kapuzen beliebt, und zwar nicht nur wegen ihrer praktischen Funktion oder aus rein modischen Gründen. In bestimmten sozialen Milieus gelten sie als Ausdruck eines bestimmten "way of life", ganz im Sinne des von dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu formulierten Habitus-Konzeptes.

Wie war das nun in römischer Zeit? Spielten Kapuzenmäntel dort auch eine spezifische Rolle in der innergesellschaftlichen Kommunikation? Die Analyse der historischen und archäologischen Quellen zeigt, dass sich dieser Anfangsverdacht bestätigen lässt und dass hierbei bestimmte Formen von Kapuzenmänteln zum Einsatz kamen. Auch ließen sich anhand des Quellenmaterials die Botschaften entschlüsseln, welche die Akteure mit ihrem Kapuzenmantel an ihre Zeitgenossen aussandten. Ob auch die Kapuzengötter, die "genii cucullati", eine Rolle im Hinblick auf die Nutzung der Mäntel als Kommunikationsmedien ihrer Träger spielten, sei hier noch nicht verraten.

Jutta Zerres' Arbeit ist im Open Access erhältlich.

Die Autorin behandelt neben diesen Überlegungen auch die gängigen Fragen altertumskundlicher Analysen wie Typologie, Chronologie, Material und Verbreitung. Die Studie lädt den Leser ein zu einer ebenso spannenden wie ungewöhnlichen Betrachtung eines Alltagsgegenstandes der Römerzeit.

Das Untersuchungsgebiet der Studie sind Italien und die Nordwestprovinzen des römischen Reiches in der Zeit der späten Republik bis in die Spätantike.

Die Monografie ist die praktische Anwendung von zuvor erarbeiteten theoretischen Überlegungen: Schreg, R., Zerres, J., Pantermehl, H., Wefers, St., Grunwald, L. & Gronenborn, D. (2013). Habitus – ein soziologisches Konzept in der Archäologie. Archäologische Informationen 36, 101-112. [PDF]

Die Autorin

Jutta Zerres studierte Provinzialrömische Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Ägyptologie in Bonn und Köln. 2002 wurde sie in Köln promoviert. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Passau tätig, bevor sie ein Forschungsstipendium des Römisch-Germanischen Zentralmuseums erhielt. In der Folgezeit war Jutta Zerres auch als Mitarbeiterin der Wissenschaftspädagogik und des Bildarchivs für das Haus tätig. Parallel dazu übernahm sie Lehraufträge an der Universität Mainz. Seit 2015 arbeitet sie als selbständige Archäologin.

Der Band
Kerpen-Loogh 2017. 152 Seiten, 63 Abbildungen. Verlag Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF). E-Book im kostenlosen Open Access: ISBN 978-3-946654-67-4. DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeum.271.357

Gedruckte Ausgabe, Softcover: ISBN 978-3-945663-08-0. Preis: 29,80 Euro. Für DGUF-Mitglieder: 19,90 Euro. Preise zzgl. Porto und Verpackung.

CC BY 4.0

Bestellung:
DGUF-Verlag
z. Hd. Dr. Werner Schön
An der Lay 4
D-54 573 Kerpen-Loogh
Telefon: 06593 / 9896-42
Telefax: 06593 / 9896-43
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