StartseiteAktivitäten und ZieleDGUF und GesellschaftArchäologische InformationenArchäologische BerichteArchäologische QuellenTagungenArchäologiepreiseDer VereinArbeitskreiseMitgliedschaftService

FAQ zu den Archäologischen Informationen Online und im Open Access

Seit Jahrgang 36, 2013, erscheinen die Archäologischen Informationen zusätzlich zum gewohnten Druck und zusätzlich zum Inhaltsverzeichnis auf DGUF.de auch als Online‐Ausgabe. Die Archäologischen Informationen Online erscheinen im Open Access, d. h. ihre Zugänglichkeit ist nicht an die DGUF‐Mitgliedschaft oder ein bezahltes Abonnement gebunden, sie können vielmehr weltweit frei von jedem Rechner mit Internetanschluss aus gelesen werden. Wir verbinden die Dignität des Gedruckten mit den Vorteilen von Online und Open Access.

Wir folgen dem Prinzip "Online First": Die eingereichten Beiträge werden nach ihrer förmlichen Annahme baldmöglichst online publiziert, in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen; ihr Druck erfolgt später wie bisher in den Archäologischen Informationen, die weiterhin mit einem oder zwei gedruckten Bänden pro Jahr erscheinen. Zur technischen Umsetzung benutzen wir für die Online‐Publikation die auch von der DFG unterstützte Open‐Source‐Software "Open Journal System" (OJS), die in diesem Bereich weltweit das Standardwerkzeug ist.

Vorteile von Online First und Open Access für die Autoren

Das alles ist für Sie mit keinen Kosten und keinem erhöhten Aufwand verbunden.

Antworten auf weitere häufige Fragen
Warum Online First? Wäre es nicht besser, die Artikel erst mit dem Erscheinen der gedruckten Archäologischen Informationen im Internet zu veröffentlichen?

Wir wollen, dass Ihr Artikel gelesen wird, und dabei ist es für uns nachrangig, ob dies in einer gedruckten Zeitschrift geschieht, an einem PC oder mobil auf einem Tablet‐Computer. Es geht uns allein um Ihre wertvollen Inhalte, nicht um das Medium. Unsere Kernaufgabe ist nicht das Bedrucken von Papier, sondern das Publizieren hochwertiger wissenschaftlicher Inhalte. Und damit wollen wir schnell sein: Ihre Inhalte sind aktuell, sie sollen so früh wie möglich gelesen werden. Online First entkoppelt uns von der notwendigerweise längeren Produktionszeit der gedruckten Bände. Versprochen: Das neue Tempo wird nicht zu Lasten der Qualität gehen, denn der mit dem Jahrgang 2012 eingeführte Prozess des Peer Reviews, der das Board Review ergänzt, besteht unverändert weiter.

Die Archäologischen Informationen bieten als eine der wenigen archäologischen Zeitschriften in Deutschland das "Forum", einen Ort des transparenten, vielstimmigen und ggf. auch kontroversen Diskurses über aktuelle wissenschaftliche und fachpolitische Themen. Durch den Zuwachs an Geschwindigkeit in der Veröffentlichung versprechen wir uns von Online First eine Belebung des Forums. Zugleich gibt uns Online First die Möglichkeit, später alle inhaltlich verbundenen Forumsbeiträge gemeinsam in einem Band der gedruckten Archäologischen Informationen zu Papier zu bringen, ohne frühe Autoren durch allzu lange Liegezeiten zu benachteiligen. Im Ergebnis stärkt dies auch die Attraktivität und Konsistenz der gedruckten Archäologischen Informationen.

Wie schnell erfolgt eine Publikation?
Die Online‐Publikation ändert nichts am Kern des gewohnten seriösen Publikationsverfahren der Archäologischen Informationen, nämlich unserer Qualitätssicherung: Die eingereichten Beiträge werden nach einer kurzen inhaltlichen und technischen Vorprüfung in die redaktionelle Betreuung weitergeleitet, sie durchlaufen das Peer Review und werden lektoriert. Dieses Verfahren dauert ‐ unabhängig von der Frage Print oder Online ‐ wie bisher meist ca. drei bis vier Monate. Im Falle herausragend gut vorbereiteter Manuskripte und ungemein schneller Reviewer sind auch kürzere Bearbeitungszeiten möglich. Sobald ein Beitrag den Status "angenommen" ("accepted") erreicht hat, kann er gesetzt und ‐ das ist neu ‐ innerhalb von circa vier bis sechs Wochen online veröffentlicht werden. Daraus ergibt sich gegenüber den mit einem oder zwei Bänden pro Jahr gedruckten Archäologischen Informationen, für die ja immer ein Band zusammengestellt werden muss, ein ggf. erheblicher Zeitvorteil.

Wann ist der Redaktionsschluss für den nächsten Band der Archäologischen Informationen?
Seit der 2013 erfolgten Umstellung der Archäologischen Informationen auf Open Access und Online First erübrigen sich für unsere Autoren feste Termine: Die Beiträge werden jeweils nach Eingang bei den Herausgebern in den Prozess von Lektorat und Qualitätssicherung geleitet und können nach dem erfolgreichen Durchlauf als "Early View" recht zeitnah auf die Website der Archäologischen Informationen eingestellt werden. Der Band für den weiterhin erfolgenden Druck wird erst auf Grundlage dieser Online‐Publikationen zusammengestellt.

Online = publiziert? Online First = wie gedruckt?
Alle Beiträge zu den Archäologischen Informationen werden zeitnah nach ihrer förmlichen Annahme in einem so genannten "Early View" online gestellt, und zwar als fertig gesetztes PDF. In den Naturwissenschaften sind diese Early Views inzwischen weithin üblich. Der Beitrag ist damit rechtskräftig publiziert, er ist zitierfähig und zitierpflichtig. Online First beschleunigt die Veröffentlichung Ihrer Beiträge wesentlich.

Im Unterschied zur späteren Version im gedruckten Band zeigt das PDF im Early View noch die Seitenzahlen 000‐000, da sich die tatsächlichen Seitenzahlen erst aus dem später gedruckten Band ergeben. Zeitgleich mit dem Erscheinen des Beitrags in den gedruckten Archäologischen Informationen wird der Beitrag vom Early View in die Online‐Ausgabe des betreffenden Heftes verschoben, und das PDF durch ein solches mit den Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe ersetzt.

Grün, Golden oder Platin? Welche Open-Access-Spezifizierung erfüllen die Archäologischen Informationen?
Beim Open Access gibt es verschiedene Regelungen, die mit den Begriffe Green, Golden oder Platinum Open Access belegt werden. Unter Green Open Access versteht man, dass eine gedruckte Zeitschrift förmlich damit einverstanden ist, dass die Autoren ihre Aufsätze - ggf. nach einer Sperrfrist - zusätzlich via Self-Archiving z. B. bei Academia.edu oder ResearchGate.net archivieren und damit frei online zugänglich machen. Als Golden Open Access bezeichnet man das Publikationsmodell einer Zeitschrift, wenn sie die Artikel selbst in den Open Access stellt, und zwar ohne Sperrfrist spätestens mit Erscheinen der gedruckten Publikation. Da bei diesem Vorgehen die Finanzierung der Zeitschrift über Abonnements schwer fällt, werden in der Regel von den Autoren Publikationsgebühren (sog. APCs, article processing charges) erhoben. Mit Platinum Open Access - einer bis anhin seltenen Variante des Open Access - bezeichnet man Zeitschriften, die dem Publikationsmodell des Golden Open Access folgen, aber von den Autoren keine Publikationsgebühren verlangen. Richtig: die Archäologischen Informationen erscheinen im Platinum Open Access.

Bei den Archäologischen Informationen Online kann man sich registrieren: Wozu ist das gut?
Die Online-Ausgabe der Archäologischen Informationen erlaubt es Nutzern ‐ ohne jeden Zwang ‐, sich bei unserer Online Zeitschrift zu registrieren: als Leser, als Reviewer, als Autor. Registrierte Leser können sich z. B. via RSS‐Feed automatisch darüber informieren lassen, dass ein neuer Artikel erschienen ist. Eine Registrierung als Reviewer signalisiert unseren Herausgebern, dass jemand gerne aktiv an unserem System der Qualitätssicherung mitwirken möchte. Wir hoffen, dass viele Kollegen und sehr gerne auch Sie davon Gebrauch machen, denn wir brauchen viele und gute Reviewer. Registrierte Autoren können uns ihre Beiträge elektronisch über OJS einzureichen. All dies kann dazu dienen, um die Archäologischen Informationen herum die Gemeinschaft der Forschenden ohne zeitliche Verzögerungen und stärker miteinander zu verbinden.

Warum erhöht die Neuerung die Sichtbarkeit für Suchmaschinen?
Die Online‐Publikation in OJS umfasst die elektronische Erfassung von Autoren, Titeln und bibliographischen Metadaten und darüber hinaus auch die Zusammenfassungen und Schlüsselwörter. Die Beiträge werden als sog. Verlags‐PDF eingestellt resp. im Falle der Retrodigitalisierung älterer Beiträge als OCR‐PDFs. In beiden Fällen liegen die Beiträge nicht nur als Abbild des Gedruckten vor, sondern als vollständig elektronisch durchsuchbare Texte. Suchmaschinen können somit nicht nur Autoren, Titel und bibliographische Daten erfassen, sondern die gesamten Texte. Dies erhöht die Auffindbarkeit Ihrer Werke wesentlich, weit über jene Verschlagwortung hinaus, die Sie als Autor vorgegeben haben und die bei der bibliographischen Erfassung ggf. ergänzt wurde. Die bei den Archäologischen Informationen seit Jahrgang 2003 üblichen englischsprachigen Schlüsselwörter und Abstracts gewinnen nun eine ganz neue Reichweite und machen eine weltweite Leserschaft neugierig auf Ihre Beiträge.

Die Archäologischen Informationen Online erscheinen im Open Access: Keine Bezahlschranke bremst Suchmaschinen wie z. B. Google Scholar aus. Dadurch erreichen alle Publikationen in den Archäologischen Informationen auch ohne die in der Medizin und den Naturwissenschaften weit verbreiteten kommerziellen Datenbanken eine weltweit hohe Auffindbarkeit. Keine andere renommierte deutsche archäologische Fachzeitschrift bietet Ihnen mehr Sichtbarkeit.

Nutzungsrechte: Lizensierung CC BY
Die Archäologischen Informationen benötigen die Einräumung von Nutzungsrechten, um die Werke von Urhebern/Autoren im Druck und online eröffentlichen zu dürfen. Seit dem Jahrgang 40 (2017) schlagen wir unseren Autoren vor, ihre Arbeiten unter der Lizensierung CC BY bei uns zu veröffentlichen. Die Aufsätze und Bücher können dann - ganz oder in Teilen - auch von Dritten frei weiterverbreitet werden, sofern bei jeder Weiterverwendung der Autor, die ursprüngliche Publikation und die Lizensierung ausdrücklich genannt werden. Es ist jene Lizensierung, welche von führenden Forschungsorganisationen und -fördererrn in Deutschland, u. a. der DFG, für den Wissenschaftsbereich empfohlen wird. Doch die Archäologischen Informationen schlagen diese Lizensierung nur vor; Autoren, die andere Modelle wünschen, können dies tun. Näheres dazu dort

Wie steht es um das Self Archiving: Darf ich ein PDF meines Beitrags z. B. auf academia.edu oder ResearchGate.net einstellen?
Eine berechtigte Frage, die heute viele Autoren beschäftigt. Daher zuerst die allgemeingültige juristische Antwort: Es gilt, was ausdrücklich vereinbart wurde. Bei vielen Zeitschriften gibt es explizite Regelungen, was die Urheber für wie lange dem Verlag übertragen. Gibt es ‐ wie bei der DGUF ‐ keine explizite Vereinbarung, gilt das allgemeine Verlagsrecht. Danach haben die Urheber bei Zeitschriftenaufsätzen ‐ Monographien und Sammelwerke sind ein anderer Fall ‐ mit der Einreichung des Textes das Verwertungsrecht für ein Jahr exklusiv an den Verlag übertragen, in unserem Fall an die DGUF. Nach einem Jahr können Sie als Urheber über den Text wieder frei verfügen, d. h. das Self Archiving ist dann erlaubt. Die im Juni 2013 verabschiedete Änderung des Urheberrechtsgesetzes in Deutschland verbietet es den Verlagen nun, für Forschungen, die zu mindestens 50 Prozent aus öffentlich geförderten Drittmittelprojekten stammen, dazu abweichende, d. h. strengere Regelungen zu treffen.

Nun noch die pragmatische Antwort der DGUF: Wir möchten die uns anvertrauten wertvollen wissenschaftlichen Inhalte möglichst weit verbreiten, und wir möchten uns konsistent logisch verhalten. Es wäre unlogisch, unsere Urheber um ihr Einverständnis zur Publikation im Open Access zu bitten, ihnen aber gleichzeitig die Verbreitung auf eigenen Websites zu untersagen. Daher: Seitens der DGUF bestehen gegen das Self Archiving der bei uns publizierten Aufsätze ab ihrer Veröffentlichung ‐ gleich ob im Druck oder Online ‐ in den Archäologischen Informationen keinerlei Einwände. Wobei wir uns natürlich im Interesse unserer Zeitschrift sehr freuen würden, wenn Sie auf Ihrer Website oder in den Archiven statt eines PDF einfach den Link auf Ihren Beitrag in den Archäologischen Informationen einstellen würden.

Verdienen die DGUF oder die UB Heidelberg mit den Archäologischen Informationen Online Geld, also mit meiner Arbeit?
Nein. Beide Einrichtungen übernehmen vielmehr neue Aufgaben, zu Gunsten der Autoren, der Leser und der breiten Öffentlichkeit. Der Mehrarbeit stehen keinerlei zusätzliche Einkünfte etwa aus Tantiemen gegenüber. Die DGUF renoviert die Archäologischen Informationen, weil wir unsere Zeitschrift weiterhin attraktiv und modern halten möchten. Open Access ist nach unserer Erfahrung eine Entwicklung, die weltweit und in allen Fächern das wissenschaftliche Publizieren umkrempelt. Es ist keine "Modeerscheinung", sondern wird in wenigen Jahren überall Einzug gehalten haben. Wir möchten mit den Archäologischen Informationen früh und durchdacht diesen Weg gehen, statt ihm dann hinterherzuhinken.

Wie steht es um Tantiemen seitens der VG Wort?
Autoren können ihren in den Archäologischen Informationen gedruckten Beitrag wie bisher bei der VG Wort Abt. Wissenschaft anmelden und erhalten wie bisher die üblichen Tantiemen. Die Ausschüttungen der VG Wort an Autoren schwanken jährlich leicht. In den Jahren 2014-2016 waren es im Bereich Wissenschaft einmalig etwa 2 Euro pro Standardseite eines Aufsatzes.

Zusätzliche Tantiemen für die Online‐Fassung einer Publikation sind möglich. Dazu müssen jedoch mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Der Autor muss einen Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort abgeschlossen haben; die DGUF muss vom Autor seine ID bei der VG Wort mitgeteilt bekommen; anschließend kann die DGUF den Einbau eines "Zählpixels" (ein Softwareschnipsel der VG Wort) in die elektronische Fassung des Beitrags veranlassen; der Autor muss die elektronische Publikation wiederum im Online-Portal T.O.M. angemeldet haben; und schlussendlich muss dieser Beitrag 1.500 Lese-Zugriffe pro Jahr erreichen. Wiewohl das Erreichen dieser Zugriffszahl wenig wahrscheinlich ist, lädt die DGUF Autoren herzlich dazu ein, uns ihre VG-Wort-ID mitzuteilen, damit die Zählpixel eingebaut werden können. Im Jahr 2015 erhielten Autoren von solcherart markierten, erfolgreichen Online-Beiträgen eine pauschale Ausschüttung von ca. 20 Euro pro Beitrag.

Wie steht es um Sonderdrucke?
Autoren erhalten den Band der Archäologischen Informationen, in denen ihr Beitrag gedruckt erscheint, auch weiterhin als kostenfreies Belegexemplar zugesandt. Die ehedem übliche, sehr aufwendige Anfertigung von Sonderdrucken der einzelnen Beiträge und deren Postversand an die Autoren wird mit Jahrgang 2013 eingestellt, da diese Sonderdrucke kaum mehr nachgefragt werden. Seit einigen Jahren erhalten die Autoren zusätzlich mit Erscheinen des gedruckten Bandes ein PDF Ihres Beitrags per E‐Mail zugesandt. In Zukunft ist dies nicht mehr nötig: Jeder Autor kann seinen Beitrag selbständig aus den Archäologischen Informationen Online herunterladen und weiter verbreiten. Doch wozu eigentlich noch PDFs verschicken? Da die Archäologischen Informationen Online im Open Access erscheinen und eine nachhaltige Archivierung gewährleisten: verschicken Sie doch einfach den Link auf Ihren Artikel!

Erhalten die Beträge einen DOI?
Ja. Für die in den Archäologischen Informationen gedruckten Beiträge werden ab Jahrgang 2013 auch die international üblichen DOIs (Document Identifiers) vergeben. Im Rahmen der Retro‐Digitalisierung erhalten auch die älteren Beiträge sukzessive via OJS einen DOI.

Müssen die Autoren für diesen Mehrwert von Online und Open Access etwas bezahlen?
"Author pays" ‐ in vielen Open Access Zeitschriften ist dies inzwischen zum üblichen Geschäftsmodell geworden: Autoren zahlen dafür, dass sie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert werden. Bei den sehr renommierten PLoS‐Zeitschriften beispielsweise kostet eine Publikation zwischen 1.350 und 2.900 US‐Dollar (Stand August 2013). Die DFG und die Forschungsförderung der EU begrüßen und fördern Open‐Access‐Publikationen, weshalb z. B. in Anträgen an die DFG Kosten für Author‐Pays‐Modelle eingesetzt und bewilligt werden können. Dennoch möchte die DGUF versuchen, trotz dieser Option weiterhin kostenfrei für ihre Autoren zu publizieren. Unser über lange Jahre hinweg stabiles Finanzierungsmodell beruht auf den DGUF‐Mitgliedsbeiträgen, mit denen wir u. a. die gedruckten Archäologischen Informationen ermöglichen und kostenlos an alle Mitglieder versenden. Wir glauben, diese Basis wird uns erhalten bleiben, und es wird den Autoren dauerhaft möglich sein, kostenfrei, aber zu deutlich besseren Bedingungen bei uns zu publizieren.

Aber wenn DGUF‐Mitglieder die Archäologischen Informationen nun kostenlos im Internet vorfinden, besteht dann nicht die Gefahr, dass viele die Mitgliedschaft kündigen? Sprich: Kippt dann nicht das ganze Finanzierungsmodell?
Das ist ein wichtiger Punkt, über den wir lange und gründlich nachgedacht haben. Online und Open Access machen die Aufsätze nun kostenfrei für Alle verfügbar, ohne Bindung an die DGUF‐Mitgliedschaft oder ein Abonnement der gedruckten Archäologischen Informationen. Wir hoffen jedoch sehr, dass uns die DGUF‐Mitglieder und Abonnenten treu bleiben. Denn die DGUF‐Mitgliedschaft bedeutet und bietet viel mehr als den Zugriff auf die Artikel der Archäologischen Informationen, und die gedruckten Bände gibt es ja weiterhin für die Mitglieder. Es entfällt also keine Leistung, sondern es kommt eine Leistung hinzu, welche das Publizieren archäologischer Forschung weit voranbringen und die Autoren viel stärker fördern wird. Die DGUF geht hier bewusst ein Wagnis ein, um die Archäologischen Informationen durch den Wandel zu Online und Open Access zu einem zukunftsfähigen Publikationsorgan zu machen, das für Leser wie für Autoren weiterhin hochattraktiv ist. Wir hoffen, diesen Mut honorieren die DGUF‐Mitglieder. Uns ist durchaus bewusst, dass dieses Wagnis mittelfristig unter einem erheblichen Erfolgsdruck steht; wobei Erfolg heißt: Treue der DGUF‐Mitglieder und Zuwachs neuer Mitglieder, die sich mit ihrem Engagement ‐ und auch ihrem Mitgliedsbeitrag ‐ substanziell für die Ziele der DGUF und das Projekt einer Fachzeitschrift einsetzen, die Zeichen setzt, hochmodern ist und sich für ihre Autoren stark macht. Wir werden das jetzt aktuelle Verfahren Anfang 2015 überprüfen, beispielsweise hinsichtlich der finanziellen Tragbarkeit. Bis dahin, das sichern wir Ihnen zu, bleibt es unverändert so.

Und wenn man das als Autor nicht möchte? Geschieht hier etwas gegen meinen Willen bzw. gegen mein Einverständnis?
Nichts geschieht gegen Ihren Willen. Hinsichtlich der Digitalisierung vergangener Bände holen wir von den Autoren sukzessive die schriftliche Zustimmung ein. Ohne die ausdrückliche Zustimmung nehmen wir keine Online‐Publikation des jeweiligen Artikels vor. Ohne Zustimmung bzw. bei Ablehnung wäre ein Artikel dann, wie bisher, ausschließlich in der gedruckten Fassung lesbar und auffindbar. Für künftige Hefte stehen wir jedoch zu unserem neuen Verfahren: Ohne eine Einverständniserklärung der Autoren hinsichtlich der Online‐Publikation kann ein Beitrag in den Archäologischen Informationen künftig nicht mehr publiziert werden.

Eine im Januar 2013 durchgeführte Befragung aller DGUF‐Mitglieder hat deutlich gemacht, dass eine überwiegende Mehrheit der Mitglieder wünscht, dass die bisherigen Jahrgänge online verfügbar sind. Das Online‐Stellen der aktuellen Artikel begrüßen viele DGUF‐Mitglieder, häufig ist das mit dem Wunsch verbunden, die gedruckte Ausgabe möge erhalten bleiben. Unser Vorgehen entspricht also dem Willen der überwiegenden Mehrzahl der DGUF‐Mitglieder.

Warum ist eine besondere Einverständniserklärung der Autoren für die Online‐Publikation nötig?
Weil unser Partner, die UB Heidelberg, dies mit guten Gründen verlangt, und weil einige juristische Risiken für die DGUF, die so bereits beim bisherigen konventionellen Druck bestanden, bei Online‐Publikationen wegen der größeren Sichtbarkeit und höheren Reichweite des Mediums Online größer sind, d. h. im Falle denkbarer gerichtlicher Auseinandersetzungen gegebenenfalls teurer werden. Dies betrifft insbesondere Plagiate und die Verletzung von Bildrechten. Einige Aspekte werden in den folgenden FAQs genauer erläutert.

Was heißt: "Zum Zweck der Langzeitarchivierung und unter Beibehaltung der inhaltlichen Integrität ist die Universitätsbibliothek Heidelberg zu technischen Veränderungen am Dokument berechtigt."?
Das von der DGUF eingesetzte System OJS ist ein für diesen Zweck optimiertes Content Management System, das im Grunde wie eine elektronische Pinnwand funktioniert, an der einzelne Beiträge als PDFs angeheftet sind. Was geschieht mit Ihrem Beitrag, wenn z. B. in naher oder ferner Zukunft PDF als Standard‐Archivformat für Texte durch eine neue Technik abgelöst wird? Richtig: Ihr wertvoller Text soll nicht im Nirwana verschwinden, sondern weiterhin in einer dann zeitgemäßen Weise verfügbar sein. Dazu werden ggf. Datenkonvertierungen u. a. nötig sein. Mit der oben zitierten Passage erklären Sie als Urheber ihr Einverständnis mit solchen technischen Veränderungen an ihrem Werk.

Was heißt: "Die DGUF und die Universitätsbibliothek Heidelberg sind berechtigt, die durch diese Vereinbarung eingeräumten Rechte ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen..."?
Jedes in Deutschland gedruckte Buch wurde und wird in zwei Belegexemplaren an die Deutsche Nationalbibliothek (Frankfurt und Leipzig) gegeben und dort bibliographiert und archiviert. Die obige Regelung ist die Entsprechung für Online‐Werke, die einschließlich ihrer Meta‐Daten an die DNB gegeben werden. Zudem wird zur Erhöhung der Datensicherheit und zum Zwecke der Langzeitarchivierung das Recht eingeräumt, auch andere Server zur Archivierung zu nutzen als Server der UB Heidelberg. Auch hier: das geschieht zum Nutzen der Autoren.

Was heißt: "Der/die Unterzeichnende versichert ferner, dass er/sie für den Inhalt des zur Veröffentlichung bereitgestellten Werkes verantwortlich ist und dass mit einer derartigen Veröffentlichung keine gesetzlichen Vorschriften und keine Rechte Dritter (z. B. Urheberrechte) verletzt werden"?
Die nunmehr explizite Erklärung bestand implizit bereits beim Einreichen eines Beitrags für den Druck in den Archäologischen Informationen und ist Bestandteil der Redaktionsrichtlinien. Damit übernimmt der Autor ausdrücklich die Verantwortung für sein Werk und erklärt, dass er tatsächlich der Urheber ist und somit auch berechtigt, Verwertungsrechte an Andere wie z. B. die DGUF zu übertragen. Enthält ein Text z. B. ein trotz Redaktion und Peer‐Review unbemerkt gebliebenes Plagiat und klagt der tatsächliche Urheber auf Ausgleich seines wirtschaftlichen Schadens, dann trägt der einreichende Autor dafür die Verantwortung, nicht die DGUF oder die UB Heidelberg. Insbesondere bei der denkbaren Verwendung von Bildern, an denen die Bildrechte tatsächlich nicht bestanden, läge ohne eine solche Erklärung ein unkalkulierbares materielles Risiko bei der DGUF.

Was heißt: "Er/sie verpflichtet sich, die Universitätsbibliothek Heidelberg von allen Ansprüchen Dritter freizustellen, die auf einer von ihm/ihr zu vertretenden Inanspruchnahme beruhen sowie alle aufgrund der von ihm/ihr zu vertretenden Inanspruchnahme entstehenden Kosten zu ersetzen."?
An einem Beispiel in die Praxis übersetzt: Verstößt ein Autor gegen Bildrechte Dritter und klagt der tatsächliche Rechteinhaber erfolgreich dagegen oder verlangt ein Honorar, steht der Autor in der Verantwortung, nicht die DGUF oder die UB Heidelberg. Auch diese Regelung ist nur die explizite Erklärung, die bereits bei den zum Druck eingereichten Beiträgen implizit bestand (vgl. Redaktionsrichtlinien Archäologische Informationen).

Haben Sie weitere Fragen?
Wenn Sie mehr zu Open Access, OJS etc. wissen möchten oder zur Abwicklung, zu den Arbeitsabläufen etc. bei der Manuskripteinreichung, wenden Sie sich bitte an die Herausgeber, PD Dr. Frank Siegmund und Dr. Werner Schön. Sie erreichen sie unter editor[at]dguf.de.

Urgeschichte, Vorgeschichte und andere Archäologien: Eine Begriffsklärung
Das Fach, um das es der DGUF geht, wird mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet.
Hinter dem bekannten, scheinbar einfachen Begriff "Archäologie" verbergen sich viele unterschiedliche Archäologien. mehr

KontaktImpressum / DatenschutzSeite druckenSeite empfehlen