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Geschichte der DGUF: Von der Gründung bis zu den 80er Jahren

Am Ende der 1960er Jahre hatte sich das gesellschaftspolitische Umfeld durch die studentischen Bewegungen an den westdeutschen Universitäten erheblich verändert. Auch das Fach Ur- und Frühgeschichte war davon nicht unberührt geblieben, und schon 1968 war als fachstudentische Vereinigung der "Schleswiger Kreis" entstanden. Dieser hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sich an einer Verbesserung der Studienbedingungen und der Umgestaltung des Faches zu beteiligen, das als verkrustet, institutionalisiert und gesellschaftlich wenig relevant empfunden wurde.

In dieser Atmosphäre wurde bekannt, dass sich die "Gesellschaft für Deutsche Vorgeschichte", die das Fach vor 1945 durch ihre politisch-ideologische Ausrichtung so sehr in Misskredit gebracht hatte, neu gründen wollte. Sie hatte bereits das erste Heft der Zeitschrift "Mannus", die 1909 von G. Kossina gegründet und 1942 eingestellt worden war, neu herausgebracht und dafür umfangreich geworben. In vielen Fachkreisen im In- und Ausland wurden dagegen starke Proteste laut.

Banghard, K. (2015). Die DGUF-Gründung 1969 als Reaktion auf den extrem rechten Kulturkampf. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 25. April 2015.

Die Gründung der DGUF im Oktober 1969 war bislang vor allem Gegenstand mündlicher Überlieferung, tradiert von Zeitzeugen. Die Gründung erfolgte damals gegen Bestrebungen rechter Kreise, die alte Mannus-Gesellschaft resp. die "Gesellschaft für Deutsche Vorgeschichte" unter neuem Namen wieder zu beleben. Karl Banghard legt nun eine erste historische Studie vor. Er beschreibt und belegt, wer die Handlungsträger waren, mit denen sich die Gründer der DGUF anlegten: starke Protagonisten eines zutiefst rechten und internationalen, politisch sehr aktiven Netzwerkes. mehr

Keine Neugründung mit einem belasteten Namen
Zur Gründungsversammlung dieser Gesellschaft am 25. Oktober 1969 in Bonn reisten einige Studierende und Assistenten von mehreren Universitäten an. Sie wollten mit den anwesenden Gründungsmitgliedern, darunter auch der durch seine Aktivitäten im Dritten Reich so diskreditierte Prof. Bolko v. Richthofen, diskutieren. Ihre Absicht war, die Gründungsmitglieder von dieser Neugründung, zudem mit solch einem belasteten Namen, abzuhalten oder wenigstens einen anderen Namen zu wählen, zum Beispiel "Deutsche Gesellschaft für Ur-und Frühgeschichte". Das waren die Gründungsmitglieder bereit zu erwägen.

Die DGUF entsteht

DGUF-Gründungsurkunde (Ausschnitt)

Nach dem Verlassen der Gründungsversammlung wurde den "Störern" bewusst, dass sie damit einen idealen Namen für eine neue archäologische Gesellschaft angeregt hatten, den man jetzt aber keineswegs dem Mannus-Verein überlassen wollte. So wurde in einer sofort folgenden Zusammenkunft eine Gesellschaft unter diesem Namen gegründet, eine Satzung formuliert, ein Vorstand gewählt und die "Deutsche Gesellschaft für Ur-und Frühgeschichte" (DGUF) am 27. Oktober 1969 im Amtsgericht Bonn zur Eintragung angemeldet.

Der Vorgang wurde allen Prähistorikern an Universitäten, Denkmalämtern und Museen mitgeteilt und sie zur Mitarbeit in der neuen Gesellschaft aufgefordert. In kürzester Zeit hatte die DGUF mehr als 150 Mitglieder, die in zahlreichen Treffen und Diskussionen über die künftige Ausrichtung und die Aufgaben berieten. Unabdingbar schien die Gründung einer Zeitschrift, die anfangs "Archäologisches Korrespondenzblatt" heißen sollte. Ferner wurden Fach-Arbeitsgemeinschaften geplant, wie es dann auch seit 1970, zuerst mit der AG Neolithikum, geschah. Sie sind heute integraler Bestandteil der Tagungen der Verbände für Altertumsforschung.

Anfangsschwierigkeiten
Besondere Schwierigkeiten organisatorischer und finanzieller Art bereitete das Publikationsorgan, das nun unter dem Namen "Archäologische Informationen" erscheinen sollte: Zwischen 1972 und 1978 entstanden nur drei Ausgaben. Schwierig war auch die Kommunikation unter den jeweiligen Verantwortlichen und den Mitgliedern. Auch äußere Widerstände, wie die weitgehende Ablehnung der DGUF durch die meisten Spitzen des Faches, ließen die Zukunft wenig hoffnungsvoll erscheinen.

Die DGUF mit Leben füllen
So wurde 1982 in Marburg der Antrag auf Auflösung der DGUF gestellt. Damit wollten sich aber viele, darunter auch mehrere Gründungsmitglieder, nicht abfinden. Der Antrag wurde abgelehnt und ein neuer Versuch unternommen, die Gesellschaft mit Leben zu füllen, was dann auch bald zum Erfolg führte.

Autor: Jörg Eckert

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