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Geschichte der DGUF: Von den 80er Jahren bis in die Gegenwart

In den 1980er Jahren konnte sich die DGUF stabilisieren. Die Zeitschrift "Archäologische Informationen" erscheint seitdem wieder regelmäßig und konnte inhaltlich deutlich gestärkt werden; die Jahrestagungen finden mit einem anspruchsvollen wissenschaftlichen Vortragsprogramm statt. In den 1990er Jahren wurde der "Deutsche Archäologiepreis" ins Leben gerufen und ein wissenschaftlicher Beirat gegründet, der seitdem den Vorstand stärkt und die im Verein versammelte Expertise verbreitert. Die 2010er Jahre der DGUF stehen für eine umfassende und beispielgebende Renovierung aller Schriften (insbes. Open Access) und den Aufbau multipler Kommunikationskanäle u. a. in den Social Media, so dass die DGUF ihre inhaltlichen Anliegen zeitgemäß distribuieren kann. Der Deutsche Archäologiepreis wurde 2011 um einen "Deutschen Studienpreis für Archäologie" ergänzt. In ihren Tagungen und Schriften sowie durch förmliche Vereinbarungen mit zahlreichen Organisationen ist die DGUF mehr als zuvor national und auch international vernetzt und aktiv.

Die Jahrestagungen
Gerade an den Jahrestagungen lässt sich die wachsende Bedeutung der DGUF ablesen. Bestanden sie seit 1984 fest aus einem eintägigen Vortragsprogramm und einer eintägigen Exkursion in der Tagungsregion, wird das Programm seit 1990 drei- bis viertägig gestaltet, um die Fülle der Vorträge aufzunehmen. Das Besondere der DGUF-Tagungen ist der Verzicht auf parallel stattfindende Sektionen und die Fokussierung auf ein spezielles, wechselndes Thema, das jährlich – oft auch auf Anregung aus dem Kreis der Mitglieder – neu festgelegt wird.

Nach der Vereinigung Deutschlands hat die DGUF, beginnend 1994 in Eisenach, als (fach-) politisches Statement ihre Tagungen über etwa zwei Jahrzehnte hinweg im jährlichen Wechsel zwischen den alten und neuen Bundesländern veranstaltet. Angesichts einer nunmehr gewachsenen Einigung wurde dieser Rhythmus ab 2008 aufgegeben, auch zugunsten des Mitwirkens an den Deutschen Archäologiekongressen.

Die Arbeitskreise
Um über die Tagungen hinaus sehr spezielle Themen vertieft und längerfristig verfolgen zu können, wurden Arbeitskreise gegründet, als erster 1997 der AK "Archäologie im Schulbuch" – der seine Tätigkeit nach Erreichen seiner Ziele inzwischen wieder eingestellt hat. Die Arbeitskreise berichten regelmäßig auf der Mitgliederversammlung über ihre Aktivitäten.

Die Archäologiepreise
Anfang der 1990er Jahre wurde die Satzung des Vereins geändert, um den Deutschen Archäologiepreis zu begründen und einen wissenschaftlichen Beirat einzuführen. Der allein aus den Zinsen des gespendeten Kapitals genährte Preis konnte 1999 erstmals vergeben werden. Der Deutsche Archäologiepreis wurde 2011 um einen "Deutschen Studienpreis für Archäologie" ergänzt, der seit 2013 vergeben wird und besondere wissenschaftlicher Leistungen oder hochschulpolitisches Engagement Studierender auszeichnet

Fachpolitisches Engagement
Seit der Jahrtausendwende hat die DGUF mehr und mehr fachpolitische Themen aus dem Verein heraus in die wissenschaftliche Öffentlichkeit getragen und den nötigen Diskussionen ein Forum geboten, was sich in Tagungsthemen und Aufsätzen in den Archäologischen Informationen niederschlägt. Vermehrt wurden dabei Themen des Berufsstandes und des Denkmalschutzes auch auf europäischer Ebene behandelt. Wer aufmerksam die DGUF-Tagungsthemen und die daraus resultierenden Aufsätze in den Archäologischen Informationen verfolgt, kann erkennen, dass oft Themen von der DGUF angestoßen wurden, die danach auch über die DGUF und die Archäologischen Informationen hinaus im Fach diskutiert wurden. Als Beispiele seien die DGUF­-Jahrestagung 1998 in Stralsund "Kommerzielle Archäologie: Konkurrenz oder Notwendigkeit?" genannt, wo die DGUF als erste Fachgesellschaft in Deutschland der Reflektion über die damals breit aufkommende Firmenarchäologie ein seriöses Forum bot. Oder die intensive fachöffentliche Debatte um notwendige Erneuerungen und mehr Praxisorientierung in den Magisterstudiengängen in den Jahrgängen 1993 und 1994 der "Archäologischen Informationen" sowie um die bessere Ausgestaltung der seinerzeit die Universitäten überrollende Bologna-Reform in den Jahrgängen 2003 bis 2005. In diesen Kontext stellen wir auch das erfolgreiche Bemühen der DGUF, die Streichung aller Landesmittel für Denkmalpflege in Nordrhein-Westfalen abzuwenden, welche 2013 vorgesehen war. 2016/17 stieß die DGUF in Deutschland eine umfassende Debatte zur Frage eines Berufsverbands an, nachdem sie bereits 2002 in Neuruppin mit dem Thema "Archäologen gründen Vereine: Geschichten, Identitäten und Funktionen" einer fachöffentlichen Debatte über die Selbstorganisation des Faches – Stichworte Präsidium und DVA – eine Plattform geboten hatte.

Diese Beispiele wie auch die Vorreiterrolle der DGUF beim Thema Open Access zeigen, dass der Verein seit seiner Gründung immer wieder starke Impulse in das Fach hinein gegeben hat, Änderungsprozesse angeschoben hat und den für das Fach notwendigen Debatten mit seinen Tagungen und Schriften eine adäquate Plattform für seriöse, transparente Auseinandersetzungen und Abklärungen geboten hat.

Die Schriftenreihen und die Publikationskanäle der DGUF
Die Zeitschrift wurde mit ihren themenzentrierten Bänden insbesondere seit den 1990er Jahren zu einem wichtigen Forum für spannende fachliche Debatten, am wirkkräftigsten wohl die offene Kontoverse gegen den damaligen Mainstream hinsichtlich der Neolithisierung. Im Jahrgang 1993 entwickelte Andreas Tillmann kluge Argumente gegen die geläufige These einer Neolithisierung Mittel- und Westeuropas allein durch Einwanderer aus Südosteuropa und arbeitete den Impact der ansässigen mesolithischen Bevölkerung heraus. Seine Thesen wurden heftig debattiert (Jg. 1993 und 1994), lösten wichtige weitere Forschungen aus und führten im Jg. 2003 erneut zu einer (kontroversen) Reflektion – Debatten und Bände, die in der Neolith-Forschung weiterhin als "Klassiker" gelten.

Um Ihre Ziele wirksamer wahrnehmen zu können und dem laufenden Medienwandel gerecht zu werden, hat die DGUF 2012/2013 neben einer tiefgreifenden Stärkung ihrer Fachzeitschrift "Archäologische Informationen" und ihrer Monografienreihe "Archäologische Berichte" – Stichworte Peer Review, Retrodigitalisierung und Open Access – und einer eingehenden Renovierung ihrer Website zusätzlich einen kostenlosen Newsletter begründet, der auch Nicht-Mitgliedern offen steht. Dessen erfolgreicher Etablierung folgten 2016 der Aufbau einer DGUF-Existenz bei Facebook und Twitter. Auch diese Web-2.0-Kanäle konnten sich in kurzer Zeit gut etablieren und erlauben dem Verein heute im Konzert mit seinen anderen Kommunikationsmedien eine jeweils spezifische, zielgruppengerechte Distribution seiner Anliegen und Ergebnisse.  

2017 gründete die DGUF die Monografienreihe "Archäologischen Quellen". Sie dienen der Vorlage von Grabungsdokumentationen, Grabungsfunden u. ä., ohne dass deren Publikation von tiefgehenden wissenschaftlichen Analysen begleitet sein muss. Auswertung. Fachleuten wie auch interessierten Bürgern sind sie im Golden Open Access und mit der Standardlizenz CC BY leicht zugänglich.

NGO und Fachgesellschaft zugleich
Die DGUF wird nicht von kommunalen oder staatlichen Institutionen getragen und hat keine nachhaltig "von alleine" bestehenden Strukturen. Ihre Substanz liegt allein im lebendigen Interesse und im ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Sie wirkt als Anwalt des Faches Archäologie und als Anwalt der Vergangenheit, wobei sich ausgebildete Archäologen ebenso wie an der Archäologie interessierte Personen einbringen. Auch in Zukunft wird die DGUF daran arbeiten, das Fach und seine Inhalte den sich fortlaufend wandelnden Bedingungen und Erfordernissen in der Gesellschaft anzupassen und Lösungen für Probleme zu finden.

Autor: Frank Siegmund

Teil I: Die Geschichte der DGUF von der Gründung bis zu den 80er Jahren [mehr]

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