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Stellungnahmen der DGUF zu archäologischer Ethik

Die DGUF nimmt Stellung zu Themen und Problemen, um ein ethisch korrektes Verhalten im Kontext der Archäologie zu fördern und zu erzielen. Daher unterstützen wir die im Verhaltenskodex der "EAA - European Association of Archaeologists" fixierten Verhaltensregeln. In ihnen verpflichten sich Archäologen vor allem zum weitestmöglichen Schutz des kulturellen Erbes und - im Falle einer unabwendbaren Ausgrabung - zum höchstmöglichen Qualitätsniveau und guter Zugänglichkeit der Resultate.

Wir beteiligten uns außerdem an der vom "WSVA - West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung" lancierten Diskussion, in der deutschen Archäologie einen Ehrenkodex "Ethische Grundsätze für archäologische Fächer" zu etablieren. Die Mitgliederversammlung der DGUF nahm im Oktober 2011 in Bremen den Ehrenkodex "Ethische Grundsätze für archäologische Fächer" an, der somit auch für die DGUF und ihre Mitglieder verbindlich ist.

Der Fall Helmut Thoma
Der bekannte Medienmanager Dr. Helmut Thoma erzählte in einem Interview in der "Welt am Sonntag" vom 7. 11. 2010 mit Stolz von seiner privaten archäologischen Sammlung und berichtete detaillierter über die Umstände des Erwerbs eines Objekts aus Palmyra in Syrien.

Aus Sicht der DGUF ist der Erwerb und Besitz dieses Objekts illegal. Das öffentliche Bekenntnis zum Gesetzesverstoß lässt jedes Problembewusstsein vermissen und ist angesichts der Bekanntheit der Person besonders verwerflich.

Auf Initiative der DGUF und zusammen mit ihren Partnern (PDVA, DAI, DArV) wurde Helmut Thoma mit Schreiben vom 15. 12. 2010 aufgefordert, das oder die Objekte an den rechtmäßigen Eigentümer, den Staat Syrien, zurückzugeben. Die DGUF ist irritiert über die Untätigkeit der deutschen Strafverfolgungsbehörden.

"Von Hakenkreuzen und Runen" oder: DGUF gegen Rechtsextremismus
Bei der Aufbereitung von Archäologie für ein breites Publikum in Museumsveranstaltungen und vor allem für das Fernsehen werden häufig lebendige Rekonstruktionen eingesetzt: Darsteller verkleiden sich als Wikinger, Römer usw. Man bezeichnet dies im Fach als "Reenactment" und "Living History". Gruppen, die qualitativ überzeugende Rekonstruktionen bieten, werden gut gebucht und bezahlt.

Eine dieser Gruppen trat in den Jahren 2004 bis 2008 öffentlich und auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit einer auffallenden Häufung von Runen und Hakenkreuzsymbolen an ihrer Kleidung und ihrer Ausrüstung auf. Einige ihrer Mitglieder erwiesen sich bei näherer Prüfung auch darüber hinaus als eng mit der rechtsextremen Szene verflochten. Bei einem öffentlichen Auftritt am 28. 4. 2008 in Paderborn enthüllte einer der Akteure eine Tätowierung mit dem bekannten Leitspruch der SS "Meine Ehre heißt Treue".

Daraufhin verfasste Prof. Dr. Albrecht Jockenhövel, der damalige Professor für Ur- und Frühgeschichte in Münster, eine "Mannheimer Erklärung" (14. 5. 2008), die auf den Tatbestand aufmerksam machte und dazu aufforderte, diese Gruppe nicht mehr durch öffentlich finanzierte Institutionen zu beschäftigen. Zusammen mit vielen Anderen hat die DGUF die "Mannheimer Erklärung" unterstützt.

Reenactment ist ein wertvolles Mittel zur Veranschaulichung von Archäologie
Das sagt die DGUF trotz solcher einzelnen Missstände, wie sie eben beschrieben wurden.

Die DGUF beteiligte sich im Juli 2009 an einer vom DASV – Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. ausgerichteten Fachtagung in Bonn, die sich über den Einzelfall hinaus allgemein mit dem Thema "Vermittlung von Vergangenheit" beschäftigte.

DGUF-Standpunkt
Reenactment und Living History sind wertvolle Instrumente der Veranschaulichung von Archäologie, auf die wir nicht verzichten möchten. Aber Museen und Fernsehsender dürfen keine rechtsextremen Reenactment-Gruppen buchen.

Urgeschichte, Vorgeschichte und andere Archäologien: Eine Begriffsklärung
Das Fach, um das es der DGUF geht, wird mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet.
Hinter dem bekannten, scheinbar einfachen Begriff "Archäologie" verbergen sich viele unterschiedliche Archäologien. mehr

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